Moralpsychologie

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Die Moralpsychologie ist ein Zweig der Psychologie. Sie untersucht rein deskriptiv die tatsächlichen moralischen Wertvorstellungen von Menschen, macht aber selbst keine ethischen Aussagen.

Innerhalb der Moralpsychologie gibt es entwicklungspsychologische Forscher, die Theorien zur Erklärung der Genese moralischer Vorstellungen bei jungen Menschen entwickeln.

Andere Themen sind unterschiedliche Schwerpunkte in moralischen Überzeugungen und die emotionale Geladenheit moralischer Wertungen.

Bekannte Moralpsychologen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean Piaget machte die Lücke zwischen moralischen Regeln und tatsächlichem Verhalten zu einem besonderen Ziel seiner Forschung (1932). Er nahm an, dass es Stufen oder Phasen moralisch-kognitiver Entwicklung gibt.

Lawrence Kohlberg arbeitete dieses Stufenschema aus und versuchte moralische Urteilskompetenz zu messen. Er begründete damit einen neuen Ansatz moralpsychologischer Forschung, indem er eine Beziehung zwischen theoretischen moralischen Idealen und moralischen Haltungen von Personen untersuchte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Heidbrink: Einführung in die Moralpsychologie. 3. Auflage. Beltz, Weinheim 2008.
  • L. Kohlberg: The development of modes of moral thinking and choice in the years ten to sixteen. Unpublished doctoral dissertation. University of Chicago, 1958.
  • L. Kohlberg: Zur kognitiven Entwicklung des Kindes. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974.
  • J. Piaget: Das moralische Urteil beim Kinde. 2. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976. (Original 1932: Le Jugement Moral Chez L'Enfant)