Mord mit Aussicht

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Fernsehserie
Originaltitel Mord mit Aussicht
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahre 2008–2014, 2022–
Produktions-
unternehmen
Pro TV Produktion GmbH
Länge 50 Minuten
Episoden 45 in 4 Staffeln (Liste)
Genre Krimikomödie
Idee Marie Reiners
Produktion Heike Schwarzbach
Musik Andreas Schilling
Erstausstrahlung 7. Jan. 2008 auf Das Erste
Besetzung

Mord mit Aussicht ist eine humoristische Krimiserie („Schmunzelkrimi“)[1] der ARD nach einer Idee von Marie Reiners. Sie handelt von einer Kölner Kriminaloberkommissarin, die in die fiktive Ortschaft Hengasch, Kreis Liebernich, in der Eifel versetzt wird. Die Serie wurde zwischen 2007 und 2014 im Auftrag des WDR von der Kölner Pro GmbH produziert. Mit durchschnittlich 6,52 Millionen Zuschauern und 20,9 Prozent Marktanteil war Mord mit Aussicht 2014 die meistgesehene Fernsehserie Deutschlands.[2]

Die Serie in der Originalbesetzung (Caroline Peters als Kommissarin Sophie Haas) endete zunächst 2015 mit dem abendfüllenden Film Ein Mord mit Aussicht. 2022 wurde sie mit neuer Hauptbesetzung (Katharina Wackernagel als Kommissarin Marie Gabler) fortgesetzt.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehrgeizige Kriminaloberkommissarin und überzeugte Großstädterin Sophie Haas wird nicht, wie von ihr erwartet, zur Leiterin des Kölner Morddezernats befördert, sondern in das kleine Eifeldorf Hengasch, Kreis Liebernich, versetzt. Dort mietet ihr Vater, ein Orthopäde im Ruhestand, ein Haus für sie beide an. Neben der ungewohnten Umgebung mit ihren teilweise skurrilen Bewohnern erweist sich auch die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen vor Ort, der jungen Polizeimeisterin Bärbel Schmied und dem gutmütigen Polizeiobermeister Dietmar Schäffer, der bei Ehefrau Heike zu Hause keinen leichten Stand hat, als gewöhnungsbedürftig.

Auch ihr Vorgänger als Revierleiter, der pensionierte Hans Zielonka, dessen Sohn Andreas Kommissar in Koblenz ist und ein Auge auf Sophie geworfen hat, mischt sich immer wieder in ihre Ermittlungsarbeit ein. Als ihr Vater einen Herzinfarkt erleidet, wird die polnische Pflegerin Danuta für ihn engagiert, mit der er eine Beziehung beginnt und nach einiger Zeit nach Krakau zieht. Nach der geplatzten Hochzeit von Sophie und Tierarzt Jochen Kauth tritt der „Exil-Hengascher“ Jan Schulte, neben Hans Zielonka Kandidat bei der Bürgermeisterwahl, in ihr Leben. Am Schluss der dritten Staffel wird Bärbel Schmied Mutter.

Staffel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bürgerhaus in Kallmuth diente in der ersten Staffel als Kulisse für das Polizeirevier Hengasch

Sophie Haas wird an Stelle einer erwarteten Beförderung zur Leiterin des Kölner Morddezernats nach Hengasch in der Eifel versetzt; dort wird sie die Vorgesetzte der Dorfpolizisten Dietmar Schäffer und Bärbel Schmied. In Ermangelung spannender Fälle beginnt sie in einem jahrzehntealten ungeklärten Vermisstenfall ihres Vorgängers Hans Zielonka zu ermitteln und deckt darin einen Kriminalfall auf, den sie löst. Ihr Vater Hannes mietet indes das alte Forsthaus für die beiden.

Im Fall eines Mordes bei einer Kapelle genau auf der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ermittelt sie gemeinsam mit Andreas Zielonka, dem Sohn ihres Vorgängers, der in Koblenz bei der Kriminalpolizei tätig ist. Die beiden kommen einander näher, bevor Andreas überraschend zu einer sechsmonatigen Fortbildung nach Kanada aufbricht.

Bald darauf geht sie eine Beziehung mit dem Tierarzt Jochen Kauth ein, die jedoch an ihrem mangelndem Bindungswillen zunächst wieder zerbricht. Zum Finale der ersten Staffel wird sie von dem Vorgesetzten, der sie nach Hengasch versetzt hatte, in den Kölner Zoo gerufen, um die Geiselnahme eines Kragenbären zu einem guten Ende zu bringen. Dabei löst sie wiederum einen Altfall, und ihr wird die Rückkehr nach Köln angeboten.

Staffel 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alte Schule in Hemmerich diente in der zweiten und dritten Staffel als Kulisse für das Polizeirevier Hengasch

Hannes Haas erleidet einen Herzinfarkt, woraufhin es unmöglich wird, dass er Sophie seine Wohnung in Köln überlässt, um selbst alleine in Hengasch zu wohnen. Daher muss sie kurzentschlossen ihre Stelle in Hengasch behalten; zur Pflege ihres Vaters wird die polnische Pflegerin Danuta engagiert. Dietmar wird mit dem plötzlichen Auftauchen seiner Jugendliebe Katja konfrontiert, die damit für Streit im Hause Schäffer sorgt, der auch ihre baldige Abreise noch überdauert. Erst durch einen kommunikativen Trick schafft es Dietmar Schäffer, seine Frau Heike wieder wohlgesinnt zu stimmen. Später in der Staffel gerät Dietmar selbst in Verdacht, Wertgegenstände der Feuerwehr gestohlen zu haben, zumal ihm Michael Frenken, Bärbels neuer Freund, das Diebesgut in die Schreibtischschublade schmuggelt. Durch einen wiedererkannten Geldschein wird Frenken überführt.

Sophie Haas startet gegen Ende der zweiten Staffel mit Jochen Kauth einen neuen Versuch des Zusammenlebens, der in einem Heiratsantrag gipfelt. Sophie nimmt ihn nach einiger Bedenkzeit an; die Hochzeit scheitert am Staffelende dennoch, weil sich mitten in der Zeremonie herausstellt, dass es sich bei der Standesbeamtin um die Juwelendiebin Marilyn handelt, die Sophie schon zweimal entwischt war. Auch diesmal entkommt sie vorerst.

Staffel 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forsthaus Heckhaus in Much diente als Kulisse für das Wohnhaus von Sophie Haas

Die noch Stunden dauernde Verfolgungsjagd der Juwelendiebin führt zur Ergreifung, während Hannes Haas mit Danuta überraschend nach Krakau zieht und Sophie und Jochen das Forsthaus überlässt; Jochen möchte jedoch vorerst Abstand von Sophie gewinnen. Der Bürgermeister Hans Zwanziger bringt die Rathauspraktikantin Ines um, da sie ihn mit Wissen um eine von ihm erwirkte illegale Baugenehmigung erpressen wollte. Als Nachfolger empfiehlt Zwanziger den soeben zurückgekehrten gebürtigen Hengascher Jan Schulte, der sich eine großangelegte Zukunftsplanung Hengaschs, u. a. in wirtschaftlicher Hinsicht, zum Ziel macht. Ebenfalls als Kandidat meldet sich Hans Zielonka, der jedoch bei der Wahl unterliegt.

Dietmars Mutter Irmtraud taucht überraschend bei Dietmar und Heike auf, weil ihr eigenes Haus unbewohnbar wurde. Sie sorgt für große Turbulenzen, zieht nach einiger Zeit zu Tante Klärchen, von wo sie allerdings bald zurückkehrt. Sie wird daraufhin bei Hans Zielonka einquartiert, mit dem sie sich schon von früher her so gut versteht, dass Dietmar fürchtet, Zielonkas Sohn zu sein. Sophie und Jochen befinden sich bald zum dritten Mal im Beziehungsstatus, auch wenn sie dies weder nach außen noch sich selbst eingestehen wollen. Sophie wird auch vom neuen Bürgermeister Jan Schulte umworben, was bald in einer Beziehung mündet. Nach einem One-Night-Stand mit Timo wird Bärbel schwanger und entschließt sich, das Kind zu behalten, aber die Beziehung zu Timo nicht weiterzuführen.

Spielfilm Ein Mord mit Aussicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staffel 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Jahre sind vergangen und zum Revier in Hengasch gehören inzwischen Polizeioberkommissar Heino Fuß und Kommissaranwärterin Jennifer Dickel, denen in der ersten Folge der vierten Staffel Kriminalhauptkommissarin Marie Gabler als Vorgesetzte zugeteilt wird. Als Erklärung für das Ausscheiden der beiden vorherigen Polizisten wird angegeben, dass Dietmar Schäffer bei einem Einsatz ums Leben kam, als er den Verkehr auf Anweisung von Kommissarin Haas regelte und Bärbel Schmied aus Versehen alle Ampeln gleichzeitig auf Grün stellte. Schmied habe daraufhin den Dienst quittiert.

Ende des Originals und Fortsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ende der Serie war wesentlich begründet durch den Ausstieg des Hauptdarstellers Bjarne Mädel.[4] Auch wenn Mädel seine Aussage in der Süddeutschen Zeitung, er höre wegen des lieblosen Umgangs mit der Serie auf (zunehmend gekürzte Drehzeiten und Budgets, kein kreativer Umgang mit dem Serienkonzept, schwächere Drehbücher), später relativierte, vermochte es die ARD nicht, Bedingungen zu schaffen, unter denen sich der Erfolg hätte fortsetzen lassen. Die Erfinderin der Serie und Autorin der ersten Staffel, Marie Reiners, solidarisierte sich via Facebook mit Mädel und erklärte, aus ähnlichen Gründen ausgestiegen zu sein.[5]

Im Januar 2021 wurde bekanntgegeben, dass die Reihe nach sechs Jahren Pause ohne Peters, Mädel und Droste fortgesetzt werde. In der vierten Staffel klären Katharina Wackernagel als Kommissarin Marie Gabler, Sebastian Schwarz als Polizeioberkommissar Heino Fuß und Eva Bühnen als Kommissaranwärterin Jennifer Dickel die Fälle in Hengasch auf.

Einige Schauspieler und Nebenfiguren aus den ersten drei Staffeln blieben erhalten, so Petra Kleinert als Heike Schäffer, Michael Hanemann als Ex-Polizist Hans Zielonka und Patrick Heyn als Dr. Bechermann. Die Dreharbeiten zur vierten Staffel mit zunächst sechs Folgen begannen Ende Mai 2021 und wurden Mitte August 2021 beendet.[6][7] Die ersten beiden Folgen wurden am 8. März 2022 ausgestrahlt und waren mit einem Marktanteil von 24,5 % und nahezu sieben Millionen Zuschauern sehr erfolgreich.[8]

In mehreren Medien wurde die Neuauflage der Serie allerdings scharf kritisiert. So schrieb beispielsweise die Süddeutsche Zeitung: „Und wieder einmal zeigt sich: Eine einmalige Produktion wie diese, [sic!] lässt sich nicht so einfach wiederbeleben.“[9]

Verschiedene Rezensenten lobten aber auch die Neuauflage. So schrieb Rainer Tittelbach: „Die sechs, in Tonlage und Gangart sehr abwechslungsreichen Folgen mit ihren Schmunzel-Jokes, den Running Gags, den amüsanten Hengascher Eigenheiten und einem eher beiläufigen, nie überpointierten Sprachwitz bleiben aber gute Familien-Unterhaltung und sind eine deutliche Bereicherung für den ARD-Seriensendeplatzes am Dienstag. Nachschub wünschenswert.“[10]

Und Markus Ehrenberg schreibt im Tagesspiegel: „Natürlich schweben Peters, Droste und Mädel immer noch über allem, aber Wackernagel, Schwarz und Bühnen machen das gut, finden meistens den richtigen Ton und Gestus zwischen Adaption und nuanciertem Anderssein.“[11]

Ausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquoten der Erstausstrahlungen der Mord mit Aussicht-Folgen (Ausstrahlungsblöcke getrennt)

Die erste Staffel mit sechs Folgen lief vom 7. Januar bis zum 18. Februar 2008 montags um 20:15 Uhr im Ersten. Zwar waren auf diesem Sendeplatz die Einschaltquoten eher enttäuschend, aufgrund der positiven Resonanz wurde die Serie dennoch fortgesetzt.[12] Ab dem 18. Mai 2010 wurden im Ersten jeweils am Dienstagabend zunächst die bisherigen Folgen der ersten Staffel wiederholt und im Anschluss daran sieben neue Folgen ausgestrahlt, die bei späteren Veröffentlichungen ebenso als Teil der ersten Staffel galten.

Aufgrund der rasant gestiegenen Quoten, die bis zu 17,7 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe erreichten, verkündete der Sender am 30. September 2010, dass 13 weitere Folgen in Auftrag gegeben worden seien. Die Dreharbeiten dauerten von Juni bis September 2011 sowie von Februar bis Juli 2012.[13][14] Die zweite Staffel wurde vom 28. August bis 4. Dezember 2012 im Ersten gesendet.

Am 4. Juni 2013 begannen die Dreharbeiten einer dritten Staffel mit 13 neuen Folgen,[15] die erstmals zwischen dem 9. September und dem 16. Dezember 2014 ausgestrahlt wurde. 2013 sendete ORF2 Teile, 2014 alle Folgen der ersten Staffel der Serie. Die erste Staffel lief bei Rai 1 auch auf Italienisch, unter dem Titel Homicide Hills – Un Commissario In Campagna.

Im Herbst 2016 wurde in Estland die gesamte Serie von Eesti Rahvusringhääling (ERR) im Original mit estnischen Untertiteln gesendet.[16]

Bis zum 11. Dezember 2014 liefen in Köln und Umgebung die Dreharbeiten zu einem 90-minütigen Spielfilm zur Serie von Jan Schomburg, der am 28. Dezember 2015 im Ersten ausgestrahlt wurde. Er trägt den Titel Ein Mord mit Aussicht.[17]

Die ersten sechs Folgen der Serie sind am 26. September 2008 als Dreier-DVD-Box beim Verlag ARD Video erschienen. Seit dem 15. November 2010 sind auch die Folgen 7–13 als Dreier-DVD-Box erhältlich. Stand 2022 sind die ersten drei Staffeln und der damals hierzu abschließende Spielfilm staffelweise bzw. einzeln (Spielfilm) und als Gesamtbox auf DVD und Blu-ray auf dem Markt.

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Set am Gasthof Röttgen in Neunkirchen-Seelscheid, in der Serie der Gasthof Aubach (2014)
Ein Gebäude in Bornheim-Walberberg diente als Drehort für das Wohnhaus von Hans Zielonka
Kürten-Olpe, eine häufig genutzte Perspektive für Dreharbeiten in der 4. Staffel. Die Bäckerei auf der rechten Bildseite dient als Drehort für den fikitven Dönerimbiss von Hengasch

Die Dreharbeiten fanden zum Teil in Kallmuth in der Eifel sowie im Stadtteil Liedberg in Korschenbroich statt. In Kallmuth wurden vor allem die Außenaufnahmen rund um das Polizeirevier gedreht, das Set des Reviers wurde im Saal des Bürgerhauses aufgebaut. Der Turm der Kallmuther Kirche St. Georg ist im Vorspann der Serie zu sehen.[18]

In der ersten Staffel wurde für Ortsansichten aus der Ferne auch wiederholt auf Scheven, einem Nachbarort von Kallmuth, zurückgegriffen. In der Folge Tödliche Nachbarschaft stolpert Hannes Haas über einen Blumenkasten vor der Schevener Kirche St. Apollinaris und Agatha. In Liedberg fanden zunächst die Szenen im fiktiven Gasthof Aubach im dortigen Alten Brauhaus statt.[19]

Aus Kostengründen verzichtete man ab 2010 auf einen erneuten Dreh in Kallmuth und Liedberg und griff stattdessen für die Außenansichten auf älteres Material zurück. Alle weiteren Dreharbeiten fanden an verschiedenen Orten in der Eifel und außerhalb statt, etwa im Raum Düren, Niederdrees, Oberdrees, Bergheim, Rommerskirchen, Bornheim, Hürth, sowie in Altenberg, Overath und Much (alle drei im Bergischen Land). In Rommerskirchen-Nettesheim wurden in der dortigen Filiale der Volksbank die Szenen um die Hengascher Eifelbank gedreht. Der Gasthof Aubach ist als Gasthof Röttgen in Neunkirchen-Seelscheid zu finden.

Das Gebäude, das von der zweiten Staffel an als Polizeistation Hengasch dient, ist die alte Schule in Bornheim-Hemmerich. Die Polizeistation in Bad Münstereifel ist in Wirklichkeit das St. Michael-Gymnasium in Bad Münstereifel. Ein Innenhof in Bad Münstereifel-Iversheim diente als Drehort für den Laden mit der dekorativen Gartenkeramik in der Folge Terror in Hengasch. Der Laden der Frau Runkelbach, der in der Folge Saftladen zu sehen ist, befindet sich in Nettersheim-Tondorf.

Für die dritte Staffel fanden Dreharbeiten in Dormagen, Gummersbach, Bergisch Gladbach, Leichlingen und in Mayschoß, rund 35 Kilometer südwestlich von Bonn am Rande des Ahrgebirges statt. Dort wurde in dem Vier-Sterne-Hotel Lochmühle gedreht.[20]

Im Bornheimer Ortsteil Walberberg war bereits die Serie Stromberg gedreht worden. Auch für Mord mit Aussicht wurde auf das dortige dörfliche Flair zurückgegriffen. Die Dreharbeiten um die Radarkontrolle in der Folge Henghasch wurden vor dem Dikopshof mit der Heilig-Kreuz-Kapelle zwischen Walberberg und Keldenich gedreht. Für die Folge Fingerübungen diente die Kitzburg in Walberberg als Kulisse.

Der Nettersheimer Hof in Nettersheim wurde als Drehort für Szenen in den Folgen Und ewig singt das Blaukehlchen sowie Der Schandbaum genutzt. In der Serie wurde er zum Zwiebelfelder Hof umfirmiert. In der Folge Blaukehlchen spielte eine weitere Szene in Blankenheim-Rohr, als Dietmar Schäffers Jugendliebe mit einem Bus das fiktive Hengasch verlässt. Die Szenen um die Gärtnerei Schönfelder wurden in der Blechhofsiedlung in Dormagen gedreht.[21]

Die Johanneskapelle in Lindlar-Voßbruch diente als Drehort für die Marienkapelle im fiktiven Nachbarort Dümpelbach in der Folge Marienfeuer. Das Bordell Waldhaus Amore in der gleichnamigen Episode ist in Wirklichkeit der Swingerclub Die Eule in Ratingen-Hösel. Das Radioteleskop, um das sich die Folge Sonne, Mord und Sterne dreht, ist das Radioteleskop Effelsberg in Bad Münstereifel.

Das Archiv von Hengasch in der Folge Der letzte Vorhang ist in Wirklichkeit das Stadtarchiv von Rheinbach, besonders zu erkennen an der historischen Stadtkarte von Rheinbach im Hintergrund der Szene im Büro von Dr. Kredder. Das Forsthaus, das Hannes Haas anmietet, ist das Heckhaus im gleichnamigen Ortsteil von Much. Es diente bereits mehrfach als Drehort.

Für die vierte Staffel wurde 2021 in Kürten-Olpe, Kürten-Delling und Fliesteden gedreht.[22] Die Szenen um den Gutshof in der Folge Kartoffelking wurden in Rommerskirchen im Gut Barbarastein aufgenommen, wo auch schon in früheren Staffeln gedreht wurde.[23]

Inhaltliche Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wird von vielen Running Gags getragen. In den Staffeln 1–3 sind besonders oft vertreten:

  • Die Rentnerin Frau Ziegler schlurft im Schneckentempo auf ihrer Gehhilfe gestützt durchs Dorf.
  • Dietmar Schäffer sagt häufig: „Mann, Mann, Mann, hier ist vielleicht wieder was los heute!“ – meist kurz nach Dienstbeginn, wenn das Telefon klingelt.
  • Dietmar Schäffers Unselbstständigkeit: Seine Frau legt ihm beispielsweise die Kleidung bereit und schmiert ihm Butterbrote für die Arbeit.
  • Dietmar Schäffer und Bärbel Schmied sprechen den pensionierten Vorgänger von Sophie Haas immer noch mit „Chef“ an.
  • Bärbel Schmied hängt an manche ihrer Ausführungen die Worte „… find’ ich“ an.
  • Der Gynäkologe und Notfallarzt Dr. Bechermann stellt selbst bei offensichtlichen Mordfällen immer wieder die Diagnose „Herzinfarkt“. In seltenen Fällen scheint er mit dieser Diagnose zunächst Recht zu haben.
  • Dietmars Ehefrau Heike ist, trotz verhängter Informationssperre, meist bestens über den Fall unterrichtet.
  • Ex-„Chef“ Hans Zielonka mischt sich regelmäßig in die Arbeit der Polizei ein. So installiert er Geschwindigkeits­kontrollanlagen in seinem eigenen Vorgarten und ermittelt selbst mit.
  • Zielonkas Meinung zum Täter lautet öfter mal „bestimmt jemand von außerhalb“.

In der Serie kommen ein paar Cameo-Auftritte vor:

  • Bjarne Mädel spielte zuvor auch in der Serie Stromberg an der Seite von Christoph Maria Herbst. In Folge 3 (Fingerübungen) hat Herbst einen Cameo-Auftritt als Arzt: Mädel rennt in einem Krankenhaus die Treppe hinunter, trifft auf den Arzt, rennt kurz weiter, und beide sehen einander einige Sekunden lang verdutzt an, bevor Mädel weiterläuft.
  • In Folge 38 ist die Band Fraktus aus dem gleichnamigen Film Teil der Handlung, verkörpert von den damaligen Darstellern Jacques Palminger, Rocko Schamoni und Heinz Strunk. Die Regie dieser Folge hatte ebenfalls Lars Jessen – wie schon beim damaligen Film.

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Hauptdarsteller
Schauspieler Rolle Bemerkungen Folgen Jahre
Michael Hanemann Hans Zielonka Kriminalhauptkommissar a. D., Vorgänger auf Sophies Posten, Bürgermeisterkandidat 1–40, 42– 2008–
Petra Kleinert Heike Schäffer Hausfrau, Ehefrau von Dietmar Schäffer (Kosename ‚Muschi‘), seit der 4. Staffel Witwe 1– 2008–
Katharina Wackernagel Marie Gabler Kriminalhauptkommissarin 40– 2022–
Sebastian Schwarz Heino Fuß Polizeioberkommissar 40– 2022–
Eva Bühnen Jennifer Dickel Kommissaranwärterin 40– 2022–
Ehemalige Hauptdarsteller
Schauspieler Rolle Bemerkungen Folgen Jahre
Caroline Peters Sophie Haas Kriminalhauptkommissarin (Staffel 3); vorher Kriminaloberkommissarin 1–39 2008–2014
Bjarne Mädel Dietmar Schäffer † Polizeioberkommissar (Staffel 3); vorher Polizeiobermeister (Kosename ‚Bär‘), kommt bei einem Einsatz ums Leben 1–39 2008–2014
Meike Droste Bärbel Schmied Polizeikommissarin (Staffel 3), vorher Polizeimeisterin, quittiert den Dienst 1–39 2008–2014
Hans Peter Hallwachs Dr. Hannes Haas Arzt (Orthopäde) i. R., Sophies Vater 1–37 2008–2014
Johann von Bülow Jan Schulte Bürgermeister von Hengasch; vorher: Bürgermeisterkandidat;

Lebensgefährte von Sophie Haas (in Staffel 3)

27–39 2014
Aktuelle Nebendarsteller
Schauspieler Rolle Bemerkungen Folgen Jahre
Patrick Heyn Dr. Arndt Bechermann Gynäkologe und Notfallarzt von Hengasch 2, 7, 10–11, 14, 16, 19–20, 22, 26, 28, 30–33, 35–36, 40–42 2008–
Friederike Frerichs Frau Runkelbach Lebensmittelhändlerin in Hengasch 8–40, 42–43, 45 2010–
Julia Schmitt Lydia Aubach Wirtin im Gasthof „Aubach“ 14–40, 42–43, 45 2012–
Therese Dürrenberger Frau Ziegler Rentnerin aus Hengasch 40–43, 45 2022–
Johannes Rotter Blasius Puttermann Pfarrer 40, 42–43, 45 2022–
Felix Vörtler Arthur Brandt Feuerwehrchef 1, 16, 24, 32, 40, 42–43, 45 2008–2013,

2022–

Michael Wittenborn Paul Schönfelder Gärtner 17, 32, 40 2011–2013,

2022–

Cem-Ali Gültekin Mehmet Özdenizmen Imbissverkäufer 40–42, 45 2022–
Bennik Gehring Otmar „Otti“ Heino Fuß’ Sohn 40–43 2022–
Kai Schumann Gisbert Cremer Schweinebauer 42– 2022–
Heike Trinker Monique Willems Busfahrerin 40–42 2022–
Ehemalige Nebendarsteller
Schauspieler Rolle Bemerkungen Folgen Jahre
Max Gertsch Andreas Zielonka Sohn von Hans Zielonka, Kriminalkommissar aus Koblenz (Rheinland-Pfalz), mehrmals Anwärter auf Sophies Posten 4–6
13–26
2008,
2010–2012
Kulla Jossifidis Frau Ziegler Rentnerin aus Hengasch 1–38 2008–2014
Arnd Klawitter Dr. Jochen Kauth Tierarzt, Lebensgefährte und zeitweiliger Verlobter von Sophie Haas 3–39 2008–2014
Karina Krawczyk Danuta Kosliki polnische Pflegerin und zeitweilige Lebensgefährtin von Dr. Hannes Haas 15–27 2012–2014
Carmen-Maja Antoni Irmtraud Schäffer Mutter von Dietmar Schäffer 29–39 2014

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur Zitate Dieser Abschnitt besteht nur aus einer listenhaften Sammlung von Zitaten aus Kritiken. Stattdessen sollte eine zusammenfassende Darstellung der Rezeption des Werkes als Fließtext erfolgen, wozu auch markante Zitate gehören können.

„Umso bemerkenswerter, wie es die Akteure trotzdem geschafft haben, ‚Mord mit Aussicht‘ zu einer originellen kleinen Schrulle im durchformatierten TV-Alltag zu machen. […] Den ARD-Verantwortlichen allerdings möchte man zurufen: weniger Angst vor Ecken und Kanten – und mehr Mut zur Eifel, bitte!“

Peter Luley: Spiegel Online, 7. Januar 2008[24]

„Bemerkenswert ist folgendes: […] der ARD gelingt es, aus dem Thema Langeweile äußerst unterhaltsame 45 Minuten zu produzieren, was nur zum Teil daran liegt, dass der Schauspieler Bjarne Mädel aus seiner anderen Serie Stromberg ein bisschen peinliche Stille mitgebracht hat. Und das ist die Überraschung: Nach den ambitionierten, aber dennoch öden Familienkrimiversuchen […] ist Mord mit Aussicht tatsächlich sehr kurzweilig. […] eine inspirierte, originelle, witzige und schön gespielte Serie […] Hoffentlich kommt sie noch öfter.“

Michael Reufsteck: Fernsehlexikon.de, 7. Januar 2008[25]

„Im Eifelort Hengasch zu ermitteln ist keine Freude. Dabei zuzuschauen, wie Kommissarin Sophie Haas ihr Schicksal im schwärzesten Winkel von Nordrhein-Westfalen meistert, schon. Die ARD-Serie ‚Mord mit Aussicht‘ zelebriert eine Komik der Zeitlupe.“

Patrick Bahners: FAZ.net, 18. Mai 2010[26]

„Lokalkolorit, schillernde Figurenkonstellationen und großartiger Slapstick machen ‚Mord mit Aussicht‘ zu einer der besten deutschen Serien. Etwas Vergleichbares haben weder HBO noch die BBC zu bieten, und ‚Stromberg‘ ist dagegen grobmaschig. Doch kann man auch nicht übersehen, dass die neue Staffel gelegentlich schwächelt. Vor allem die alte Detailfreude, die jede Einstellung zum Wimmelbild machte, fehlt immer häufiger.“

Uwe Ebbinghaus: FAZ.net, 9. September 2014[27]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Film sets of Mord mit Aussicht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julius von Harpen: Schmunzelkrimi. In: Lexikon der Filmbegriffe. Abgerufen am 7. Oktober 2020.
  2. Thorsten Wirtz: „Mord mit Aussicht“ auf dem Quotenthron. In: wochenspiegellive.de. 17. Dezember 2014, abgerufen am 7. Oktober 2020.
  3. Glenn Riedmeier: "Mord mit Aussicht" wird mit neuer Besetzung fortgesetzt. In: wunschliste.de. 27. Januar 2021, abgerufen am 27. Januar 2021.
  4. Hans Hoff: Viel Lob, wenig Geld und Pflege. In: Süddeutsche Zeitung. 4. Januar 2014 (sueddeutsche.de [abgerufen am 7. Oktober 2020]).
  5. Alexander Krei: Bjarne Mädel macht Schluss bei „Mord mit Aussicht“. In: DWDL.de. 6. Januar 2014, abgerufen am 7. Januar 2014.
  6. Glenn Riedmeier: „Mord mit Aussicht“ wird mit neuer Besetzung fortgesetzt. In: Wunschliste.de. 27. Januar 2021, abgerufen am 27. Januar 2021.
  7. Mord mit Aussicht bei crew united, abgerufen am 22. September 2021.
  8. Jochen Müller: Einschaltquoten: Starkes Comeback für „Mord mit Aussicht“. In: Blickpunkt Film, 9. März 2022.
  9. Lena Reuters: Neue Staffel "Mord mit Aussicht": Mehr seicht als subversiv. Abgerufen am 12. März 2022.
  10. Serie „Mord mit Aussicht – Staffel 4“. Bei: tittelbach.tv, 15. Februar 2022.
  11. Markus Ehrenberg: Hier ist wieder was los! In: Der Tagesspiegel, 6. März 2022.
  12. Jochen Voß: Nach zwei Jahren: „Mord mit Aussicht“ geht weiter. In: DWDL.de. 7. April 2010, abgerufen am 25. Juli 2010.
  13. Fabian Riedner: Wie erwartet: „Mord mit Aussicht“ wird fortgesetzt. In: Quotenmeter.de. 1. Oktober 2010, abgerufen am 1. Oktober 2010.
  14. Jan Schlüter: Drehstart für „Mord mit Aussicht“. In: Quotenmeter.de. 1. Juni 2011, abgerufen am 1. Juni 2011.
  15. Drehstart für 3. Staffel der ARD-Krimiserie „Mord mit Aussicht“ mit Caroline Peters. In: daserste.de. Abgerufen am 8. September 2013.
  16. Kolkakomissar Sophie Haas. In: etv.err.ee. Eesti Rahvusringhääling, archiviert vom Original am 25. Oktober 2016; abgerufen am 7. Oktober 2020 (estnisch).
  17. Thomas Gehringer: ARD-Krimi „Mord mit Aussicht“: Pause mit Ausblick. In: Tagesspiegel Online. 16. September 2015, abgerufen am 27. September 2015.
  18. „Mord mit Aussicht“: Eine Reise ins fiktive Hengasch in der Eifel. In: Aachener Zeitung. 5. September 2014, abgerufen am 21. März 2016.
  19. Altbiergulasch für die Komparsen. In: Rheinische Post. 17. September 2007, abgerufen am 9. Oktober 2018.
  20. Maria Monreal: ARD-Crew dreht eine Folge in der Mayschosser Lochmühle. In: Bonner General-Anzeiger. 5. Dezember 2012, abgerufen am 8. September 2013.
  21. „Mord mit Aussicht“ am Blechhof. In: Rheinische Post. 31. August 2013, abgerufen am 29. Januar 2019.
  22. Ulrich Kronenberg: Mord mit Aussicht: Drehorte Staffel 4. 1. Juli 2021, abgerufen am 14. März 2022.
  23. Stefan Schneider: Warum TV-Teams Rommerskirchen lieben. In: Rheinische Post. 28. Dezember 2020, abgerufen am 19. März 2022.
  24. Peter Luley: Krimi-Serie „Mord mit Aussicht“ – Mehr Mut zur Eifel, bitte! In: Spiegel Online. 7. Januar 2008, abgerufen am 25. Juli 2010.
  25. Michael Reufsteck: Öde an die Freude. In: Fernsehlexikon.de. 7. Januar 2008, abgerufen am 18. Oktober 2014.
  26. Patrick Bahners: Im Fernsehen: Mord mit Aussicht – Nee, ne? Mann, Mann! In: FAZ.net. 18. Mai 2010, abgerufen am 25. Juli 2010.
  27. Uwe Ebbinghaus: Neue Staffel „Mord mit Aussicht“: Verfolgungsjagden mit Schafherde. In: FAZ.net. 9. September 2014, abgerufen am 11. September 2014.
  28. Nominierungen des Deutschen Fernsehpreises 2008. In: Der Deutsche Fernsehpreis. 16. August 2008, abgerufen am 28. Dezember 2015.
  29. Filmpreis des Krimifestivals „Tatort Eifel“ 2011. 25. September 2011, abgerufen am 28. Dezember 2015.