Morgen ist alles besser
| Film | |
| Titel | Morgen ist alles besser |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1948 |
| Länge | 97 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Arthur Maria Rabenalt |
| Drehbuch | F. D. Andam Werner P. Zibaso |
| Produktion | Peter Wehrand |
| Musik | Werner Bochmann |
| Kamera | Kurt Schulz |
| Schnitt | Walter Boos |
| Besetzung | |
| |
Morgen ist alles besser[1] ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahre 1948 von Arthur Maria Rabenalt. Die Hauptrolle einer Primanerin spielte die aus dem amerikanischen Exil heimgekehrte Ellen Schwanneke, die während der Drehzeit bereits über 40 Jahre alt war. An ihrer Seite wirkten Jakob Tiedtke, Rudolf Prack, Paul Klinger und Grete Weiser mit. Die Geschichte basierte auf einem Roman von Annemarie Selinko.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christiane Borck, die als Primanerin noch zur Schule geht, will ihren in der frühen Nachkriegszeit Not leidenden und darbenden, kranken, alten Vater unbedingt finanziell unterstützen. Sie möchte ihm gern einen dringend benötigten Kuraufenthalt ermöglichen. Deshalb kommt Christiane auf die Idee, als Sprecherin „Christl Bark“ beim Rundfunk anzufangen. Doch die Sache hat einen Haken: Sie soll ausgerechnet dann auf Sendung gehen, wenn sie eigentlich die Schulbank drücken müsste. Dazu kommt noch, dass zwei ihrer Radiokollegen sich ihretwegen zu entzweien drohen, da beide auf die flotte junge Dame ein Auge geworfen zu haben scheinen.
Doch Christine erweist sich als wahre Meisterin im Lösen sämtlicher Probleme, die sich dank ihres Engagements schließlich in Luft auflösen: Die beiden Kollegen, der Rundfunk-Regisseur Axel Robert und der Sportberichterstatter Thomas Schott, versöhnen sich wieder, der Vater kann schließlich seine Kur antreten und anschließend, als Kapitän im Ruhestand, auf die Kommandobrücke eines Rheindampfers zurückkehren, und sogar die quirlige, verwitwete Tante Florentine Kneefke erfährt ein spätes Glück: Sie wird verkuppelt und angelt sich den heiratslustigen Sepp Sedlmeyer, einen einstigen Schwergewichtsmeister im Boxen, samt Gasthof. Christiane selbst aber hat den Mann fürs Leben gefunden und heiratet.
Produktionsnotizen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Morgen ist alles besser war die erste Produktion der Berliner Filmfirma Berolina-Filmproduktion GmbH der Produzenten Kurt Ulrich und Kurt Schulz, die bereits eine langjährige Berufserfahrung vorweisen konnten.[2]
Morgen ist alles besser – der Optimismus verbreitende Titel sollte als Programm verstanden werden – entstand in Wildbad Kreuth, das dortige Kurhaus wurde zum Filmatelier umgewandelt.[3] Die Premiere war am 21. Dezember 1948 in Hamburg. Die Berliner Erstaufführung fand im Westen am 1. Februar 1949 statt, die im Osten der Stadt am 14. Dezember 1949.
Ernst H. Albrecht gestaltete die Filmbauten, Berolina-Besitzer Kurt Ulrich war Produktionsleiter.
Hauptdarstellerin Ellen Schwanneke beendete mit diesem, ihrem ersten und einzigen Nachkriegsfilm ihre Kinokarriere. Danach war sie nur noch in einigen Fernsehfilmen und am Theater zu sehen gewesen. Filmeditor Walter Boos wiederum, gerade 20 Jahre alt, gab hier seinen Einstand beim Film.
Diese Produktion war ein so genannter Austauschfilm Westdeutschland/Mitteldeutschland.
Kritiken (chronologisch)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Helmut Müller meinte 1948 in der von ihm herausgegebenen Filmpost, unter der Regie von Arthur Maria Rabenalt sei aus Stoff und Darstellern eine Harmonie entstanden. Bei „ein wenig Schulsorgen, viel Herzensverwirrung und endlichem Glück“ recke sich der „moralische Zeigefinger […] nirgends allzu vordergründig“. „Mag man auch der dramatischen Bewältigung nicht gerade allzu großen Einfallsreichtum nachrühmen können, so vollzieht sich doch alles gefällig und ansprechend.“ Die Dialoge seien „recht natürlich entwickelt“, dennoch hätte Müller als Drehbuchautor eine „Straffung“ vorgenommen.[4]
Paul Hühnerfeld schrieb 1948 anlässlich der Hamburger Premiere in der Zeit, dass der Titel hoffnungsvoll klinge und buchstäblich für den Inhalt stehe. Das Ziel des Regisseurs und des Drehbuchautors sei es gewesen, „eine ‚trümmerfreie‘ und gänzlich unproblematische Story auf der Leinwand vorbeiziehen zu lassen“. Man könne dem ernsten und schweren Leben auch leichte, launige und glückhafte Momente entlocken. „Wie in diesem Film eine brave Tochter ihrem kranken Vater hilft und dabei auch noch zum Rundfunkstar und zur glücklich Verliebten wird, das ist voller Frische, ganz ohne Sentimentalität und dabei noch nicht einmal unglaubwürdig.“ Er wandte noch ein, dass man sich „an manchen Stellen […] originellere Einfälle gewünscht“ hätte, „aber – ‚Morgen ist alles besser‘ – wird uns in diesem Film zum Schluß noch einmal eindringlich versprochen.“[5]
1949 äußerte Die Zeit, dass Grethe Weiser auf der Bühne „besser“ sei als in ihren Lustspielen.[6]
Curt Riess empfand den Film in seiner ersten deutschen Filmgeschichte von 1958 als „rührende Geschichte vom edelherzigen Töchterchen, das Geld für den kurbedürftigen Vater heranschafft, und happyendlich heiratet“. Dies zu verfolgen sei „ein Spaß“.[7]
Das Handbuch der katholischen Filmkritik urteilte 1959: „Anspruchsloser Durchschnittsfilm“. Es werde eine „[r]osarot optimistische Geschichte“ erzählt, in der ein Mädchen beim Rundfunk Geld für den kränkelnden Vater verdient und überdies ihr Glück in einer Ehe findet.[8]
In Band 5 seiner zweiten deutschen Filmgeschichte bezeichnete Curt Riess 1977 den Film (im Vergleich zu 1958 mit mehr Abstand) als „etwas dünnes Lustspiel“, dessen Humor immerhin bisweilen funktioniere.[2]
1980 schrieben Joe Hembus und Christa Bandmann in Klassiker des deutschen Tonfilms 1930–1960, der im Titel verkündete Optimismus habe „zwar jeder realen Grundlage“ entbehrt, sei angesichts der Nachkriegshärten aber „wohl notwendig“ gewesen. Die inhaltliche Problembewältigung geschehe folglich mit Leichtigkeit.[9]
Das Lexikon des Internationalen Films sieht in der Geschichte ebenfalls einen übertriebenen Optimismus und urteilt: „Anspruchsloser, immerhin erträglich gespielter Film mit sämtlichen Merkmalen der frühen deutschen Nachkriegsproduktion.“[10]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ gelegentlich ist auch fälschlicherweise „Morgen wird alles besser“ zu lesen.
- 1 2 Curt Riess: Das gab’s nur einmal. Der deutsche Film nach 1945. mit 43 Schwarzweißabbildungen (= MTV-Band. Band 69). 1. Auflage. Band 5. MTV – Molden-Taschenbuch-Verlag, Wien / München 1977, ISBN 3-217-05069-X, Erster Teil. Aus Alt mach Neu. Die Berolina, S. 13 (Titelverwechslungsgefahr mit Das gibt’s nur einmal vom selben Autor).
- ↑ Curt Riess: Das gibt’s nur einmal, S. 238
- ↑ Helmut Müller: Morgen ist alles besser. In: Helmut Müller (Hrsg.): Filmpost-Archiv. Handbuch für Filmproduktion, Verleih und Kinopraxis. Erster Jahrgang 1948. Verlag Filmpost, Frankfurt am Main / Büdingen (Oberhessen) 1948, A 10 Filmkritik, S. 25/03.
- ↑ Paul Hühnerfeld in Die Zeit Nr. 53/1948 vom 30. Dezember 1948.
- ↑ Hans Borgelt: Grethe Weiser. Herz mit Schnauze. 16.–25. Tausend Auflage. Lothar Blanvalet Verlag, Berlin 1971, ISBN 3-7645-1401-9, S. 166 (Zitat aus der Zeit von 1949).
- ↑ Curt Riess: Das gibt’s nur einmal. Das Buch des deutschen Films nach 1945. Henri Nannen Verlag, Hamburg 1958, S. 78.
- ↑ Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.): 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958 (= Handbuch der katholischen Filmkritik. Band V). Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1959, S. 310 (Filmdienst-Kritik 207).
- ↑ Joe Hembus, Christa Bandmann: Klassiker des deutschen Tonfilms. 1930–1960. Originalausgabe (= Goldmann Magnum. Die weltberühmten Citadel-Filmbücher bei Goldmann. Band 10207). 1. Auflage. Goldmann Verlag, München 1980, ISBN 3-442-10207-3, Fünfhundertzweiundzwanzig weitere deutsche Filme 1930–1960, S. 228.
- ↑ Morgen ist alles besser im Lexikon des internationalen Films, abgerufen am 19. Juni 2019.