Morin (Farbstoff)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strukturformel
Struktur von Morin
Allgemeines
Name Morin
Andere Namen
  • 2′,3,4′,5,7-Pentahydroxyflavon
  • Aurantica
  • Calico-Gelb
  • Osage Orange
Summenformel C15H10O7
Kurzbeschreibung

gelbes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 480-16-0 (Morin)
  • 654055-01-3 (Morin·Hydrat)
PubChem 5281670
Wikidata Q418224
Eigenschaften
Molare Masse 302,24 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,799 g·cm3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

285–290 °C (Zersetzung, Morin)[3]

Löslichkeit
  • sehr schwer in Wasser (0,25 g·l−1 bei 20 °C, Morin)[2]
  • mäßig in Methanol (50 g·l−1, Morin)[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
09 – Umweltgefährlich
H- und P-Sätze H: 411
P: keine P-Sätze [2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Morin oder 2′,3,4′,5,7-Pentahydroxyflavon ist neben Maclurin (2,3′,4,4′,6-Pentahydroxybenzophenon) im Gelbholz des Färbermaulbeerbaums (Morus tinctoria) enthalten[4], dessen Extrakt für die Wollfärberei und den Baumwolldruck von Bedeutung ist. Die Färbungen sind gelb. Morin kristallisiert mit ein oder zwei Molekülen Wasser als Morin-Hydrat. Morin dient als ein Reagenz auf Aluminium, das in neutraler und essigsaurer alkoholischer Lösung grün fluoresziert. Beryllium ergibt dagegen in alkalischer Lösung die gleiche Fluoreszenz, so dass sich beide Metalle nebeneinander nachweisen lassen.[4] Auch Gallium, Indium, Scandium, Titan und Zinn können mit Morin nachgewiesen werden.[4] Morin wurde auch für die Entwicklungsfärbung von Baumwolle, Leder, Seide und Wolle verwendet.[4] Hierfür wurde die zu färbende Ware zunächst mit Metallsalzen vorbehandelt; wobei durch Reaktion des Morins mit den Metallionen verschiedene Färbungen erzielbar waren. So ergibt Morin mit Eisensalzen olivgrüne Färbungen, mit Kupfersalzen braungelbe, mit Blei- und Zinnsalzen gelbe Farblacke.[4]



Aluminium-Morinfarblack

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Karrer: Lehrbuch der organischen Chemie, 10. Auflage 1948, Georg Thieme Verlag Stuttgart, S. 589

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Datenblatt Morin hydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 11. April 2011 (PDF).
  2. a b c d Eintrag zu Morin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. Januar 2018 (JavaScript erforderlich).
  3. The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006; S. 1082, ISBN 978-0-911910-00-1.
  4. a b c d e Eintrag zu Morin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 3. Mai 2019.