Moritz (Sachsen-Lauenburg)

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Moritz von Sachsen-Lauenburg (* 1551; † 2. November 1612 in Buxtehude) war ein Herzog von Sachsen-Lauenburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moritz war der vierte überlebende Sohn des Herzogs Franz I. von Sachsen-Lauenburg (1510–1581) aus dessen Ehe mit Sibylle (1515–1592), Tochter des Herzogs Heinrich von Sachsen. Magnus folgte seinem Vater in gemeinschaftlicher Regierung mit seinen beiden älteren Brüdern Franz II. und Magnus II. in Sachsen-Lauenburg. Nach der Inhaftierung seines Bruders Magnus 1588 regierte er mit Franz allein. Der Familie der Lauenburger galt als zerstritten und hoch verschuldet, der Hof als liederlich.[1]

Moritz heiratete am 25. November 1581 Katharina von Spörcken zu Dahlenburg, eine Dienerin der Frau seines Bruders. Sein Bruder Franz schrieb über diese Mesalliance, dass sie “das ganze Haus Sachsen hoch beschmutzet” habe. Moritz, der von seinem Bruder beständig mehr Geld sowie das Land Hadeln und die Klöster Klempow und Osterhof forderte, wandte sich bald seiner Geliebten Gisela „Gysel“ Sachsen zu, die einer unehelichen Verbindung seines Urgroßvaters Johann stammte. Er verstieß seine Ehefrau Katharina schließlich nach kaum einem Jahr Ehe, nachdem Gisela diese öffentlich als des Herzogs Hure bezeichnete und Gassenjungen dazu anhielt, Katharina mit Kot zu bewerfen. Bereits im Escheburger Vertrag vom 31. Mai 1582 hatte Herzog Moritz erklärt, dass er die Ehe mit Katharina bereue und er sich von ihr lossagen möchte. Dies machte seinen Bruder Franz ihm gewogen, der ihm dann außer der im Dresdner Vergleich zugesagten jährlichen Apanage einen Ansitz in Büchen sowie ein weiteres Deputat in Naturalien zubilligte.[2]

Moritz' Mutter Sibylle und Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel beschworen ihn hingegen, wieder zu seiner Frau zurückzukehren. Herzogin Sibylle initiierte gegen Gysel Sachsen und ihren Ehemann Adam Tschammer einen Hexenprozess wegen Kuppelei und der Anwendung von Zaubermitteln bei der Trennung von Moritz' Ehe. Moritz zog sich darauf vom Lauenburger Hof zurück und trat in niederländische Kriegsdienste. Ihm wurden die Hadelner Einkünfte zugebilligt und er starb mit seinem Bruder unversöhnt, unter Hinterlassung enormer Schulden bei seiner Geliebten Gisela Tschammer in Buxtehude, die ihm zwei außereheliche Söhne geboren hatte, Moritz und den späteren Komponisten Julius Ernst Rautenstein.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Menzel: Geschichte der Deutschen bis auf die neuesten Tage, Cotta, 1843, S. 713
  2. Archivbände, Jahresband 1898
  3. Christopher von Warnstedt, Die von Rautenkrantz, von Rautenstein und von Sachsen, außereheliche Seitenlinien der Herzöge von Sachsen-Lauenburg, in: Lauenburgische Heimat (1979), S. 1-15, Ascania, Ernst-Ludwig Gerber, Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, 1813, S. 803
Vorgänger Amt Nachfolger
Franz I. Herzog von Sachsen-Lauenburg
1581–1612
Franz II.