Moritz von Bardeleben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum preußischen General der Infanterie siehe Moritz von Bardeleben (General).
Moritz v. Bardeleben

Heinrich Moritz Albert von Bardeleben (* 17. November 1814 in Zerbst; † 8. Januar 1890 in Berlin) war ein deutscher Verwaltungsjurist in Preußen, zuletzt Oberpräsident in der Rheinprovinz.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moritz von Bardeleben war der Sohn des Generals der Infanterie Moritz v. Bardeleben d. Ä. (1777–1868), Gouverneur von Koblenz. Bardelebens Mutter Charlotte Klaproth (1790–1868) war die Tochter des Chemikers Martin Heinrich Klaproth und Schwester von Julius Klaproth.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Koblenz studierte Bardeleben ab 1830/1831 Rechtswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Während seines Studiums wurde er 1831 Mitglied der Burschenschaft Populonia Bonn. Er war auch Corpsstudent.[2] 1836 wurde er in Berlin zum Dr. jur. promoviert.[3] Noch im selben Jahr ging er als Auskultator an das Kammergericht. Er wurde 1838 Gerichtsreferendar und wechselte im selben Jahr als Regierungsreferendar nach Merseburg. Er wurde 1842 Regierungsassessor in Koblenz, ging ans Oberpräsidium der Rheinprovinz und war Mitglied des Provinzial-Schulkollegiums. Im Jahr 1846 wurde er Landrat des Landkreises Bernkastel.

Von Juni bis November 1848 war er als Nachfolger des aufgrund seiner Haltung während der revolutionären Ereignisse entlassenen Julius von Minutoli Polizeipräsident von Berlin, von November 1848 bis Juni 1849 kommissarischer Regierungspräsident im Regierungsbezirk Arnsberg, von März bis Mai 1850 war er kommissarischer Regierungspräsident von Danzig. Im Mai 1850 wurde Bardeleben Geh. Regierungsrat im preußischen Innenministerium, im Juli 1851 Abgeordneter (Gesandter) am Bundestag in Frankfurt am Main. Er war von 1851 bis 1858 ohne dienstliche Beschäftigung und bezog Wartegeld.

1858 wurde er Regierungspräsident von Minden, 1866 von Aachen und war von 1872 bis 1889 Oberpräsident der Rheinprovinz. Von 1854 bis 1861 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, zunächst als fraktionsloser Abgeordneter und später als Angehöriger der Fraktion Mathis. Ab 1872 war Bardeleben auch Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Ab 1884 war er Ehrenpräsident des „Westdeutschen Fluß- und Kanalvereins“. Einer Moselkanalisierung stand er positiv gegenüber.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 1: A–E. Heidelberg 1996, S. 49–50.
  • Jahrbuch des Deutschen Adels, Band 2, 1898, S.19

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Edmund Dann: Klaproth, Martin Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 707–709 (Digitalisat).
  2. Balthasar Herberz: Erinnerungen an die Studienzeit in Aachen. In: 150 Jahre Corps Rhenania Zürich-Aachen-Braunschweig, 1855-2005, Braunschweig 2005, S. 62
  3. Dissertation: De Sententiarum Nullitate / Henr. Maur. Alb. a Bardeleben. Berolini: Nietack, 1836.
Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich Friedrich von Itzenplitz Regierungspräsident des Regierungsbezirks Arnsberg
18481849
Carl von Bodelschwingh