Moritz von der Pfalz

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Prinz Moritz von der Pfalz, Gemälde von Gerrit van Honthorst, 1621

Moritz von der Pfalz (* 6. Januar 1621 in Küstrin; † vermutlich zwischen dem 13. und 16. September 1652 auf See[1]) war ein pfälzischer Prinz aus der Linie Pfalz-Simmern.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moritz war das fünfte Kind und der vierte Sohn Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz (1596–1632) aus dessen Ehe mit Elisabeth Stuart (1596–1662), Tochter des Königs Jakob I. von England.

Im Englischen Bürgerkrieg übertrug ihm sein Bruder Ruprecht, dem er, treu ergeben, auf allen seinen Feldzügen zu Land und zu Wasser begleitete, ein Truppenkommando. Er stand in englischen, dann in schwedischen und schließlich wieder in englischen Seediensten.

Moritz kämpfte unter anderem in den Schlachten von Edgehill (23. Oktober 1642) und Marston Moor (2. Juli 1644). In ersterer wurde er verwundet, in letzterer verlustreichen Schlacht kam er mit seinem Bruder Ruprecht unverletzt davon. Nach der Hinrichtung seines Onkels König Karl I. übernahm er als Vizeadmiral[2] mit seinem Bruder eine kleine Flotte, die den Handel Englands mit dem Kontinent stören sollte. Die Flotte wurde 1651 durch Admiral Blake vernichtet. Danach gingen die Brüder zur offenen Piraterie über.

Im Spätherbst 1652 sank Moritz' Schiff in einer Sturmnacht bei den Westindischen Inseln. Der Prinz blieb verschollen. Der Legende nach soll er mit riesigen Schätzen aus Peru und Mexiko in Richtung eines französischen Hafens unterwegs gewesen, kurz vorher aber in die Hände von Seeräubern gefallen, nach Algier verschleppt und im Inneren Afrikas verschwunden sein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sonja Steiner-Welz: Mannheim. Tausend Fragen und Antworten. Reinhard Welz Vermittler Verlag, Mannheim 2001, ISBN 3-936041-56-3, S. 29 ff.
  • Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber (Hrsg.): Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, Bd. 49. Verlag J. F. Gleditsch, Leipzig 1849, S. 410 f. (Digitalisat)
  • Wilhelm Nöldeke: Sophie, Kurfürstin von Hannover. Hahn, Hannover 1864, S. 7 (Sonderdruck aus dem Programm der Stadttöchterschule, 1864).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu Moritz von der Pfalz auf der Website thepeerage.com, gesehen am 4. Oktober 2015 (englisch)
  2. Peter Wolf (Hrsg.): Der Winterkönig, Friedrich von der Pfalz. Bayern und Europa im Zeitalter des Dreissigjährigen Krieges. Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1810-2, S. 211 (zugl. Katalog der gleichnamigen Landesausstellung im Haus der Bayerischen Geschichte 2003).