Morosche Karottensuppe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ernst Moro (1904)

Die Morosche Karottensuppe, auch Moro-Suppe genannt, ist eine Karottensuppe, die ausschließlich aus Möhren, Wasser und Salz zubereitet wird. Die erstmals von Ernst Moro Anfang des 20. Jahrhunderts publizierte Suppe wird, ähnlich dem Haferbrei, als Hausmittel bei Durchfallerkrankungen verabreicht.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Morosche Karottensuppe werden lediglich ein halbes Kilo geschälte Karotten in einem Liter Wasser über einen längeren Zeitraum, mindestens 90 Minuten gekocht. Nach dem Abseien werden die Karotten püriert. Anschließend wird die Suppe mit kochendem Wasser wieder auf einen Liter aufgefüllt und es werden 3 g Salz zugesetzt.[1][2]

Bei anderen Varianten der Suppe werden bei der Zubereitung außerdem noch einige Fleischstücke hinzugegeben. Auch das Hinzugeben von Fleischbrühe ist üblich.

Anwendung als Haus- und Heilmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Morosche Karottensuppe findet als natürliches Heilmittel in der Human- und Tiermedizin Anwendung.

Erstmals wurde sie am Anfang des 20. Jahrhunderts publiziert. Dem renommierten österreichischen Kinderarzt Ernst Moro, zu jener Zeit als Oberarzt an der Kinderklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, gelang es 1908 durch die Verabreichung dieser Karottensuppe, die Sterbe- und Komplikationsrate von Kindern mit Durchfallerkrankungen drastisch zu senken. Moro bereitete die Suppe nach alten Hausrezepten zu, womit er vielen Kindern in seinem Wirkungsbereich das Leben rettete.[3][1][4]

Neueren Erkenntnissen nach wirken hier sogenannte saure Oligogalakturonide, die im Darm an Krankheitskeime andocken und somit bei der Heilung helfen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Karottensuppe nach Moro könnte auch EHEC lahmlegen Ärzte Zeitung, 8. Juni 2011.
  2. Y. Thoonsen: Durchfall und Erbrechen bei Hund und Katze. In: alfavet Magazin 6/2018, S. 13.
  3. Rezept und Hintergrundwissen zur Karottensuppe nach Moro auf der Homepage des NDR, abgerufen am 25. Mai 2017
  4. Biografie Ernst Moro´s auf der Homepage der Uniklinik Heidelberg, abgerufen am 25. Mai 2017