Morphosys

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MorphoSys AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006632003
Gründung 1992
Sitz Martinsried, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 365 (Dezember 2015)[1]
Umsatz 106,2 Mio. (2015)[1]
Branche Biotechnologie
Website www.morphosys.de
Stand: 31. Dezember 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Die MorphoSys AG ist ein deutsches Biotechnologieunternehmen. Die börsengehandelte und im TecDAX notierte Gesellschaft hat ihren Sitz in Martinsried bei München. Morphosys gehört laut Eigenangabe zu den weltweit führenden Biotechnologieunternehmen im Bereich der vollständig humanen Antikörper. Auf Basis seiner Technologien entwickelt Morphosys Antikörper sowohl für Therapie als auch für Forschung und Diagnostik.

Geschäftsfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Technologie von Morphosys ist eine Antikörper-Bibliothek namens HuCAL®, die von Wissenschaftlern zur Herstellung von menschlichen Antikörpern genutzt wird. Diese Sammlung umfasst mehr als zehn Milliarden verschiedene humane Antikörper in Form einer Phagen-Display-Bank. Die Morphosys AG stellt mehreren Partnerunternehmen gegen Lizenzgebühren die HuCAL®-Bibliothek entweder für die Entwicklung therapeutischer Wirkstoffe auf Basis monoklonaler Antikörper oder zu Forschungszwecken zur Verfügung.

Die Morphosys AG erhält bei den der Medikamentenentwicklung dienenden Partnerschaften zudem Meilensteinzahlungen bei der Erreichung bestimmter Entwicklungsziele (beispielsweise Lieferung eines Antikörpers gegen ein vorgegebenes Zielmolekül, Beginn der klinischen Prüfung mit einem HuCAL®-Antikörper, Zulassung als Medikament). Diese Meilensteinzahlungen summieren sich je Wirkstoff-Projekt auf insgesamt rund 10 Mio. USD. Je weiter fortgeschritten ein Projekt in der Entwicklung ist, desto höher fallen die einzelnen Zahlungen üblicherweise aus. An den Umsätzen mit fertig entwickelten Medikamenten aus den Projekten wird die Morphosys AG ebenfalls beteiligt.

Zu den Partnerunternehmen der Morphosys AG gehören mittlerweile 11 der 20 größten internationalen Pharmakonzerne:

Im Januar 2005 übernahm die Morphosys AG die britische Biogenesis-Gruppe für 5,25 Mio. GBP (etwa 6,3 Mio. EUR). Im Januar 2006 übernahm Morphosys die britische Serotec-Gruppe für 20 Mio. GBP (etwa 24 Mio. EUR). Mit der Verschmelzung der beiden Marken zu AbD Serotec stieg die Morphosys AG damit nach eigenen Angaben zum größten Anbieter von Antikörpern für die Forschung in Europa auf. Im Dezember 2012 übernahm die kalifornische Biotechnologiefirma Bio-Rad Laboratories die Forschungs- und Diagnostik-Sparte AbD Serotec gegen Zahlung von 48 Mio. EUR plus einer Lizenzzahlung für den Einsatz der HuCAL®-Technologie. [2] Im Oktober 2010 übernahm die Morphosys AG die in Puchheim ansässige private Sloning Biotechnologie GmbH für 19 Mio. EUR. Im Mai 2015 übernahm Morphosys das niederländische Unternehmen Lanthio Pharma BV. Lanthio war das erste Unternehmen, an welchem sich Morphosys zuvor mit Eigenkapital beteiligt hatte. Im Rahmen einer Serie-A-Finanzierungsrunde hatte Morphosys 2012 rund 20 % von Lanthio erworben.[3]

Die Morphosys AG arbeitet seit Ende 2004 profitabel, was im Biotech-Sektor nicht selbstverständlich ist. Derzeit ist noch kein Medikament auf Basis der HuCAL®-Technologie zur Marktreife entwickelt worden.

Klinische Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eigens entwickelte Antikörper MOR103 GM-CSF gegen rheumatoide Arthritis durchläuft momentan eine Klinische Studie der Phase Ib/IIa. Die am weitesten fortgeschrittenen Partnerprogramme stammen von Centocor mit CNTO888 und Novartis mit BHQ880 und befinden sich momentan jeweils in einer klinischen Testphase II. Insgesamt werden aktuell sechs eigene Medikamente und über 65 von Partnerunternehmen auf Basis der HuCAL®-Technologie entwickelt.[4]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Morphosys AG wurde 1992 gegründet. Zu den Gründern des Unternehmens gehören der Initiator Christian Schneider, der das Unternehmenskonzept und die Technologieplattform konzipierte, der heutige Vorstandsvorsitzende Simon E. Moroney und Andreas Plückthun als wissenschaftlicher Berater. Die Firma ist zugleich ein Spin-Off aus dem Max-Planck-Institut für Biochemie.[5]

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2012 betrug 64,9 Mio. Euro, der Reingewinn lag bei 1,9 Mio. Euro.[6] 2013 erwirtschaftete das Morphosys einen Umsatz in Höhe von 77,96 Millionen Euro, der Konzernjahresüberschuss betrug 13,32 Millionen Euro.[7] 2014 erwirtschaftete das Morphosys einen Umsatz in Höhe von 63,97 Millionen Euro, der Konzernjahresverlust betrug 3,01 Millionen Euro.[8] 2015 erwirtschaftete das Morphosys-Konzern einen Umsatz in Höhe von 106,2 Millionen Euro, der Konzernjahresgewinn betrug 17,2 Millionen Euro.[1]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simon Moroney (Vorsitzender)
  • Jens Holstein (Finanzen)
  • Arndt Schottelius (Entwicklung)
  • Marlies Sproll (Forschung)

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Dezember 2014[9]

  • Novartis Pharma AG 6 %
  • Celgene Netherlands II BV 3 %
  • Vorstand und Aufsichtsrat 2 %
  • Streubesitz 92 %

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c MorphoSys AG: Geschäftsbericht 2015. Abgerufen am 8. April 2016 (PDF).
  2. Bio-Rad übernimmt AbD Serotec. Abgerufen am 10. Januar 2013.
  3. BIOCOM AG: Transkript: Morphosys kauft Lanthio. Abgerufen am 28. September 2015.
  4. Antikörper-Pipeline: Überblick. Abgerufen am 20. Mai 2010.
  5. Siehe Liste der Ausgründungen bei Max-Planck-Innovation GmbH unter http://www.max-planck-innovation.de/de/technologietransfer/ausgruendungen/
  6. MorphoSys AG: Konzernabschluss 2012. Abgerufen am 5. März 2013 (PDF; 2,4 MB).
  7. MorphoSys AG: Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 14. Mai 2014 (PDF).
  8. MorphoSys AG: Geschäftsbericht 2014. Abgerufen am 30. Dezember 2015 (PDF).
  9. morphosys.de - Aktionärsstruktur Dezember 2014. Abgerufen am 28. März 2015.