Mosbach (Spalt)

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Mosbach
Stadt Spalt
Koordinaten: 49° 11′ 15″ N, 10° 58′ 10″ O
Höhe: 386 m ü. NHN
Einwohner: 82 (1. Aug. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91174
Vorwahl: 09172
Mosbach, Dorfensemble
Mosbach, Dorfensemble

Mosbach ist ein Ortsteil der Stadt Spalt im Landkreis Roth in Mittelfranken.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf fließt der Mosbach, der einen kleinen Weiher westlich der Ortschaft speist. Ca. 0,5 km südöstlich befindet sich der Hörlberg (448 m ü. NHN) im Waldgebiet Löwenhof, eine Erhebung des Spalter Hügellandes. Im Norden grenzen die Flurgebiete Im Bühl und Dornet an, ca. 0,5 km westlich liegen die Waldgebiete Bei den Sieben Brunnen und Lug.

Die Kreisstraße RH 6 führt nach Güsseldorf (2 km westlich) bzw. nach Hauslach (2,2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wasserzell zur Staatsstraße 2223 (2 km südwestlich), eine weitere führt zur Hügelmühle ebenfalls zur St 2223 (1,8 km südlich), eine weitere nach Obersteinbach ob Gmünd zur Kreisstraße RH 9 (3,5 km nordwestlich).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1294 als „Mospach“ erstmals urkundlich erwähnt,[3] als der Eichstätter Bischof Reinboto von Meilenhart mit dem Regensburger Bischof Heinrich II. von Rotteneck u. a. dieses Dorf tauschte. Zuvor hatte die Burggrafschaft Nürnberg diese Orte vom Regensburger Bischof zu Lehen bekommen.[4]

Im Salbuch für das Hochstift Eichstätt, das 1407 aufgestellt wurde, gab es in Mosbach 15 Anwesen, von denen 13 eichstättisch waren.[3] 1412 erwarb das Kloster Heilsbronn ein Gütlein, 1437 noch einen Hof und einen Weiher.[5] 1671 gab es im Ort 14 Anwesen, von denen 11 dem Kastenamt Spalt, 2 dem Spitalamt Hl. Geist der Reichsstadt Nürnberg und 1 Anwesen dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstanden.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Moosbach 15 Anwesen. Das Hochgericht übte das eichstättische Pflegamt Wernfels-Spalt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Spalt inne. Grundherren waren das Kastenamt Spalt (4 Ganzhöfe, 1 Ganzhof mit Gastwirtschaft, 3 Dreiviertelhöfe, 1 Halbhof, 1 Halbhof mit Gastwirtschaft, 1 Gütlein, 1 Gütlein mit Schmiede), das Spitalamt Heiliger Geist der Reichsstadt Nürnberg (1 Ganzhof, 1 Köblergut) und das Klosterverwalteramt Heilsbronn (1 Halbhof). Neben den Anwesen gab es kommunale Gebäude (Schmiede, Hirtenhaus).[7] 1801 hatte sich an diesen Verhältnissen nichts geändert. Haupterwerbsquelle war der Hopfenanbau.[8]

1802 kam das Pflegamt Wernfels-Spalt und damit auch Moosbach zum Herzogtum Bayern, 1803 durch den Hauptlandesvergleich kurzzeitig zum Königreich Preußen, 1806 schließlich zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Mosbach gebildet, zu dem Engelhof, Güsseldorf, Hügelmühle und Massendorf gehörten. 1811 wurde die Ruralgemeinde Moosbach gebildet, die mit Ausnahme der Hügelmühle deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Die Hügelmühle kam zum Steuerdistrikt und zur Ruralgemeinde Großweingarten. Die Ruralgemeinde Moosbach unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld (1858 in Landgericht Roth umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1920–1932: Finanzamt Spalt, ab 1932: Finanzamt Schwabach). Ab 1862 wurde Moosbach vom Bezirksamt Schwabach (1938 in Landkreis Schwabach umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Roth und kam ab 1880 zum Amtsgericht Roth.[9] 1903 wurde der Ort in Mosbach umbenannt.[10] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 11,113 km².[11]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Mosbach am 1. Mai 1978 nach Spalt eingemeindet.[12]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfensemble
  • Diverse Bauernhäuser und dazugehöriger Scheunen
  • Katholische Dorfkapelle
  • Bildstöcke
  • Flurkreuz, Wegkreuz

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Mosbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 272 309 306 316 320 326 302 330 352 366 345 310 305 277 301 324 290 281 281 358 373 347 297 282
Häuser[13] 49 47 46 57 56 51 53 52
Quelle [14] [15] [10] [10] [16] [10] [17] [10] [10] [18] [10] [10] [19] [10] [10] [10] [20] [10] [10] [10] [21] [10] [11] [22]

Ort Mosbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002015
Einwohner 123 149 162 153 181 146 141 188 156 135 102 82
Häuser[13] 22 21 26 26 23 24 24 25
Quelle [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [11] [22] [23] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist auch nach der Reformation überwiegend römisch-katholisch geblieben. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Emmeram (Spalt) gepfarrt, die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession nach St. Georg (Georgensgmünd).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mosbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohnerzahlen auf der Website grossweingarten.de
  2. Mosbach im BayernAtlas
  3. a b F. Eigler, S. 96.
  4. W. Ulsamer (Hrsg.), S. 391.
  5. G. Muck, Bd. 2, S. 470.
  6. F. Eigler, S. 101.
  7. F. Eigler, S. 406f.
  8. J. K. Bundschuh, Bd. 3, 653f.
  9. F. Eigler, S. 477 f.
  10. a b c d e f g h i j k l m n o Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 184, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  11. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 825 (Digitalisat).
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
  13. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 61 (Digitalisat). Für die Gemeinde Mosbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Engelhof (S. 22), Güsseldorf (S. 33) und Massendorf (S. 57).
  15. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 217 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 306 Einwohner.
  16. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1090, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1256–1257, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Im Original: 6 Wohngebäude.
  18. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1191 (Digitalisat).
  19. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1264 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1302 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 180 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 349 (Digitalisat).