Moschendorf (Burgenland)

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Moschendorf
Wappen von Moschendorf
Moschendorf (Burgenland) (Österreich)
Moschendorf (Burgenland)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 13,17 km²
Koordinaten: 47° 3′ N, 16° 29′ OKoordinaten: 47° 3′ 23″ N, 16° 28′ 40″ O
Einwohner: 406 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 31 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7540
Vorwahl: 03324
Gemeindekennziffer: 1 04 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Moschendorf 95
7540 Moschendorf
Website: www.moschendorf.at/
Politik
Bürgermeister: Werner Laky (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(11 Mitglieder)
7
4
Von 11 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Moschendorf im Bezirk Güssing
Bildein Bocksdorf Burgauberg-Neudauberg Eberau Gerersdorf-Sulz Großmürbisch Güssing Güttenbach Hackerberg Heiligenbrunn Heugraben Inzenhof Kleinmürbisch Kukmirn Moschendorf Neuberg im Burgenland Neustift bei Güssing Olbendorf Ollersdorf im Burgenland Rauchwart Rohr im Burgenland Sankt Michael im Burgenland Stegersbach Stinatz Strem Tobaj Tschanigraben Wörterberg BurgenlandLage der Gemeinde Moschendorf (Burgenland) im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Moschendorf ist eine Gemeinde im Bezirk Güssing im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Nagysároslak und der kroatische Šerešlaka.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im unteren Pinkatal im Südburgenland, direkt an der Staatsgrenze Österreich/Ungarn. Moschendorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Nachbargemeinden:

Auf Grund der Grenzverhandlungen zwischen Österreich und Ungarn 1922/1923 wurde der nördliche Nachbarort an der Pinka, Postrum/Szentpéterfa, an Ungarn rückgegliedert. Da der südliche Nachbarort, Pinkamindszent, ebenfalls zu Ungarn gehört, grenzt das Gemeindegebiet im Norden, Osten und Süden an Ungarn, nur im Westen an das Inland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte im 13. Jahrhundert. 1482 wurde der Ort Sároslak (sáros = Sumpf; lak = Wohnstätte) genannt, 1564 schien er als Németsároslak (német = deutsch) auf. Aus dem Jahr 1600 stammt der älteste vorhandene Beleg zum deutschen Namen Moschendorf (mos, mhdt. = Moos).

Verheerungen durch Kriege entstanden 1532 und 1605; 1636 und 1836 zerstörten Brände den Ort. 1713 wurden Kirche und Pfarrschule errichtet. 1773 entstand die heutige Pfarrkirche, der Ort hatte damals 764 Einwohner. 1882 wurde die Freiwillige Feuerwehr Moschendorf gegründet. Im Jahr 1900 wurden 1.215 Einwohner gezählt.

Der Ort gehörte, wie das gesamte Deutsch-Westungarn bis 1921 zu Ungarn. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nagysároslak (nagy = groß) verwendet werden. Deutsch-Westungarn wurde nach dem Ersten Weltkrieg in den Verträgen der Siegermächte von St. Germain (mit Österreich) 1919 und Trianon (mit Ungarn) 1920 Österreich zugesprochen. Die Österreicher nannten es Burgenland und konnten es 1921 in Besitz nehmen (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Die Not der Bevölkerung war um 1900 so groß, dass viele Menschen in die USA auswanderten. Vor allem Personen, die keinen Besitz hatten (Holden) und zumeist als Tagelöhner ihr Geld verdienten, brachen Richtung Amerika auf. Die Verdienstmöglichkeiten in den USA waren so gut, dass auch viele Arbeitsemigranten dabei waren. Sie schickten das Geld nach Hause zu ihrer Familie, die ein Haus oder Wirtschaftsgebäude bauten oder auch ihren Grundbesitz damit vermehrten. Die mit diesem Geld erbauten Häuser stachen bei einem Spaziergang durch das Dorf besonders heraus, da sie prunkvoller und größer als die anderen Häuser waren. Das in den USA erarbeitete Geld wurde auch dazu verwendet, den Geschwistern ihren Erbteil auszuzahlen. Zu dieser Zeit wuchsen viele Kinder bei den Großeltern auf, denn die Eltern verdienten Geld in Amerika. Viele von den Arbeitsemigranten kamen wieder in ihre Heimat zurück, obwohl sie es in Amerika besser hatten als hier. 1930 bis 1938 wanderten auf Grund der Wirtschaftskrise viele Moschendorfer in die USA aus. Es leben mehr Moschendorfer in Amerika als hier heißt es in einer ausgehängten Dorfchronik. 1939 wurden nur mehr 715 Einwohner gezählt.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs war die Gegend um Moschendorf im Frühjahr 1945 zwei Wochen Kampfgebiet, als die Rote Armee, von Ungarn kommend, westwärts vordrang.

1970 wurde der Ort in die Großgemeinde Strem eingegliedert. 1980 zählte der Ort 450 Einwohner. 1996 wurde Moschendorf wieder selbständige Gemeinde.[1]

Gemeinderatswahl
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,97 %
(+2,85 %p)
34,03 %
(-2,85 %p)
2007

2012


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mandatsverteilung (11 Sitze) in der Gemeindevertretung ist: SPÖ 4, ÖVP 7, FPÖ 0, Grüne 0 und andere Listen 0 Mandate

Bürgermeister
  • bis 2012 Peter Schlaffer (ÖVP)
  • seit 2012 Werner Laky (ÖVP)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In dem von Grün und Gold gespaltenen Schild ein farbverwechseltes Haus; das Haus wird überhöht von einem grünen Rebstock mit zwei Trauben (vorne) und einem einwärts steigenden Ochsen (hinten).“

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Moschendorf
Kellerstöckl im Weinmuseum

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Moschendorf (Burgenland)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Behm (1929–2005), Landwirt, Bürgermeister von Moschendorf, Abgeordneter im Burgenländischen Landtag
  • Verena Dunst (* 1958), österreichische Politikerin (SPÖ), Landesrätin der Burgenländischen Landesregierung, lebt in Moschendorf und ist hier aufgewachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fast alle Daten des Abschnitts Geschichte aus der erwähnten Dorfchronik, Abb. in Hans-Jörg Vogler, Johann Scheibner: Eine kulinarische Entdeckungsreise durch das Burgenland, Umschau, Neustadt an der Weinstraße 2005, ISBN 3-86528-315-2, S. 162
  2. http://weinbaumuseum.at/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moschendorf, Burgenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien