Moshi

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Dieser Artikel behandelt die Stadt im Nordosten von Tansania. Zum tansanischen evangelisch-lutherischen Theologen und Bischof siehe Stefano R. Moshi.

-3.349166666666737.342222222222Koordinaten: 3° 21′ S, 37° 21′ O

Karte: Tansania
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Moshi
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Tansania
Moshi mit Kilimandscharo im Hintergrund
Deutsche Boma in Moschi

Moshi (deutsch Moschi) ist eine Stadt im Nordosten von Tansania am Südhang des Kilimandscharo und unweit der Grenze zu Kenia. Im Jahr 2005 hatte die Stadt laut Schätzungen etwa 156.000 Einwohner.

Moshi ist Hauptstadt der Verwaltungsregion Kilimandscharo.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Viele Menschen in Moshi und Umgebung gehören zum Volk der Dschagga. Moshi ist Universitätsstadt und verfügt über ein gut ausgestattetes Krankenhaus mit mehreren Fachbereichen am Rande der Stadt.

Glockenturm in Old-Moshi (Kidia)

Geschichte[Bearbeiten]

Moshi war Sitz, die Boma, des Dschaggahäuptlings Mandara, im Alter auch Rindi genannt, der ab 1860 durch die Kontrolle des Karawanenweges südlich des Kilimandscharo zu Macht und Einfluss gelangte. Als die Deutschen in den 1880er Jahren ihren Einfluss von der ostafrikanischen Küste ins Inland ausdehnten, zog Mandara sie auf seine Seite, um sie gegen die anderen Dschaggaherrscher auszuspielen. So wurde das nahe Moschi gelegene Stationshaus der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft Ende der 1880er Jahre zum ersten deutschen Standort am Kilimandscharo. Moschi selbst war 1889 "ein Komplex von Kegelhütten".[1]

Im Februar 1891 wurde von Hermann von Wissmann der Hauptwiderstand gegen die deutsche Herrschaft im Kilimandscharo-Gebiet durch die Erstürmung der nahe Moschi gelegenen Boma Kiboso (Kibosho) des Häuptlings Sinna durch deutsche Kolonialtruppen - und auch von Kriegern aus Moschi von Mandara - gebrochen.

Der Sohn Mandaras, Meli, wandte sich nach dem Tode seines Vaters 1891 gegen die Willkürherrschaft des im gleichen Jahr als Reichskommissar für das Kilimandscharo-Gebiet eingesetzten Carl Peters und vertrieb die Deutschen aus Moschi. 1892 gelang es Meli einen Angriff deutscher Kolonialtruppen auf seine Boma Moschi zurückzuschlagen, aber 1893 erlag er der deutschen Übermacht.[2] Moschi wurde Verwaltungssitz eines Bezirksamtes der deutschen Kolonialverwaltung.

Mit dem Bau der Usambarabahn, die 1911 Moschi erreichte - zu der Zeit hatte Moschi etwa 800 Einwohner -, verlagerte sich der Ort allmählich ca. 6 km bergab ins "neue" Moschi (Neu Moschi), wo der Bahnhof gebaut worden war, während das historische Zentrum als "Old Moshi" heute am nördlichen Stadtrand liegt.

Ende des 19. Jahrhunderts kamen, im Schutze der deutschen Truppen, katholische und lutherische Missionare in die Gegend um Moschi (katholische Missionierung am Osthang, lutherische Missionierung am Westhang des Kilimandscharo), was unter anderem ein Faktor war, der dazu führte, dass das Niveau des Bildungssystems in der Stadt über dem des Landes liegt. Mit den Missionaren kam auch der Arabica-Kaffee in die Gegend, der für die Wirtschaft von großer Bedeutung wurde.

In Moshi wurde im März 1979 die Uganda National Liberation Front (UNLF) (englisch für: Nationale Befreiungsfront Ugandas) von ugandischen Exilanten gegründet. Es war eine politische Gruppe, die in Opposition zu Idi Amins Terrorherrschaft stand, mit dem Ziel, diese zu beenden. Das Treffen wurde als Moshi-Konferenz bezeichnet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Kaffee, Yams und Bananen gehören zu den am häufigsten angebauten Nutzpflanzen, dabei sind die beiden letzteren vor allem für den Eigenbedarf (Subsistenzwirtschaft), während der Kaffee exportiert wird. Durch die Nähe zum Kilimandscharo ist der Tourismus in Moshi bedeutsam, wenn auch nicht so stark wie im etwa eine Autostunde entfernten Arusha, wo die meisten Safari-Touren in die Serengeti und zum Ngorongoro-Krater beginnen. Moshi und Arusha werden durch den Kilimandscharo International Airport bedient. In Moshi sind zahlreiche Unternehmen ansässig, die Personal und Ausrüstung für die ganzjährig mögliche Besteigung des Kilimandscharo anbieten. Seit 2002 wird durch den Kilimanjaro Marathon der Tourismus in Moshi weiter gestärkt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Moshi liegt an der asphaltierten Straße von Daressalaam nach Arusha, der anderen wichtigen Stadt im Nordosten des Landes. Arusha ist ca. 80 km und Holili (Grenzstadt zu Kenia) ca. 40 km entfernt. Moshi ist ein Kopfbahnhof, der den Endpunkt der Usambarabahn bildet. Die Bahnstrecken von Moshi nach Tanga, Daressalaam und Arusha sowie nach Voi und Mombasa in Kenia sind für den Personenverkehr eingestellt. Der Bahnhof ist als Kopfbahnhof angelegt und verfügt über umfassende Gleisanlagen und Werkstätten. In ca. 30 km Entfernung, Richtung Arusha, befindet sich einer der beiden großen internationalen Flughäfen Tansanias: der Kilimanjaro International Airport.

Bildung[Bearbeiten]

In Moshi befinden sich zwei Standorte der Tumaini University sowie die International School Moshi. 2005 wurde die Mwenge University College of Education (MWUCE) gegründet, die dem Hochschulverbund der St. Augustine University of Tanzania (SAUT) angehört.

Klima[Bearbeiten]

Die Stadt Moshi hat ein relativ stabiles Klima, welches vor allem durch die Präsenz des Kilimandscharo bestimmt wird. Dies, als auch die Höhe der Stadt, hält die Temperatur niedriger als bei den umgebenden Städten. Während die Nachttemperaturen relativ konstant über das gesamte Jahr sind, durchschnittlich um 17 Grad Celsius, hat Moshi bemerkenswert hohe Tagestemperaturen während der Monate Dezember bis März wenn die Temperatur auf etwa 25 Grad Celsius steigt und bemerkenswert niedrige Tagestemperaturen in den Monaten Juni bis August, wenn die Temperatur um 20 Grad Celsius liegt.

Klimadaten von Moshi
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 33 33 32 29 26 25 25 26 28 31 31 32 Ø 29,2
Min. Temperatur (°C) 17 17 18 19 18 16 15 15 15 16 17 17 Ø 16,7
Temperatur (°C) 25 25 25 24 22 20 20 20 21 23 24 24 Ø 22,7
Niederschlag (mm) 30 50 110 350 230 30 20 10 10 20 60 50 Σ 970
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Quelle: Weatherbase[3]

Partnerstädte[Bearbeiten]


Panoramabild von Moshi mit Berg Kilimandscharo im Hintergrund

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moshi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Meyer: Zum Gipfel des Kilimandscharo, VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1989, ISBN 3-325-00207-2, Seiten 69, 70
  2. Hans Meyer: Zum Gipfel des Kilimandscharo, VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1989, ISBN 3-325-00207-2, Seiten 19-20
  3. http://www.weatherbase.com/weather/weather.php3?s=9736&refer=&units=metric&cityname=Moshi-Tanzania
  4. Website der Stadt Tübingen