Mosnang

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Mosnang
Wappen von Mosnang
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Toggenburgw
BFS-Nr.: 3394i1f3f4
Postleitzahl: 9607 (Mosnang)

9613 (Mühlrüti)
9614 (Libingen)
9612 (Dreien)

Koordinaten: 720965 / 246918Koordinaten: 47° 21′ 43″ N, 9° 2′ 24″ O; CH1903: 720965 / 246918
Höhe: 735 m ü. M.
Fläche: 50,46 km²
Einwohner: 2884 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 57 Einw. pro km²
Website: www.mosnang.ch
Dorfplatz Mosnang mit Lindenbaum, Restaurant «Bären» und alter «Krone» (von links nach rechts)

Dorfplatz Mosnang mit Lindenbaum, Restaurant «Bären» und alter «Krone» (von links nach rechts)

Karte
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Mosnang (lokal Moslig genannt) ist eine politische Gemeinde des Kantons St. Gallen in der Schweiz. Sie befindet sich im Wahlkreis Toggenburg ausserhalb von Hauptverkehrsachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mosnang liegt nordöstlich der Hulftegg, über welche eine 1867 eröffnete Passstrasse ins Tösstal im Kanton Zürich führt.

Zur Gemeinde Mosnang gehören die Dörfer Mosnang, Mühlrüti, Libingen sowie die Weiler Dreien und Wiesen.[2] Im Südwesten von Mühlrüti entspringt die Murg, einer der grössten Nebenflüsse der Thur. Die Nachbargemeinden sind Kirchberg, Fischingen TG, Fischenthal ZH, Eschenbach, Wattwil, Bütschwil-Ganterschwil und Lütisburg.

Durch Mühlrüti verläuft der 87 Kilometer lange Toggenburger Höhenweg. Er führt in fünf Etappen von Wildhaus über Arvenbüel und Chrüzegg (oberhalb Atzmännig) nach Wil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mosnang wurde 854 erstmals als Masinang erwähnt. 1217 wird erstmals ein Leutpriester, 1275 eine Pfarrei erwähnt. Turm und Teile der Pfarrkirche St. Georg und Theodul stammen aus der Zeit um 1200.

Grenzen des in drei Teile aufge­gliederten, zur Herrschaft Tannegg gehörenden alten Gerichts Mosnang. Das ausserhalb dieser Grenzen liegende Gebiet Mosnangs mit den Dörfern Mühlrüti und Libingen gehörte zum fürstäbtischen Niedergericht Bazenheid.

Als Teil des Amtes Tannegg unterstand das Dorf Mosnang niedergerichtlich dem Bischof von Konstanz, ab 1693 dem Kloster Fischingen, das ab 1697 auch die Kollatur besass. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei den Grafen von Toggenburg, nach 1468 bei der Fürstabtei St. Gallen. Während der ersten grossen Pest im Toggenburg 1564 bis 1569 starben 80 % der Bevölkerung. Nach der Einführung der Reformation 1528 kehrte Mosnang ab 1531 fast vollständig zum alten Glauben zurück.

1751 löste sich Libingen, 1764 auch Mühlrüti von der Pfarrei Mosnang. 1803 wurden die vormals zum Bazenheider Gericht gehörenden Dörfer Libingen und Mühlrüti mit Mosnang zu einer Orts- sowie zu einer politischen Gemeinde vereinigt. Im Rahmen der sanktgallischen Verfassungskämpfe war Mosnang von 1831 bis 1861 Versammlungsort der Alttoggenburger Bezirksgemeinde. 1886 zerstörte ein Brand Teile des Mosnanger Dorfkerns.

Trotz der starken Industrialisierung des Toggenburgs im 19. Jahrhundert blieb Mosnang ein Bauerndorf. 1985 wurde eine Oberstufenschule eröffnet, zuvor besuchten die Sekundarschüler den Unterricht in Bütschwil. Aus der 1871 gegründete Zwangsarbeitsanstalt ging 1987 die kantonale Strafanstalt Bitzi hervor, die heute als Massnahmenzentrum Bitzi betrieben wird Die Ausläufer des Tössstockgebiets sowie des Quellgebiets der Murg sind seit 1996 im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung registriert.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 3005
1900 2670
1950 2638
1980 2280
2000 2894
2010 2881
Verteilung auf Dörfer und Weiler
Stand 31. Dezember 2018[3]
Dorf Mosnang 1113
Höfe um Mosnang   641
Dreien-Wiesen   422
Mühlrüti   392
Libingen   293
Total 2861
Blick auf das Dorf Mosnang vom Evasberg
Mosnanger Kirchturm

Von den insgesamt 2681 Einwohnern im Jahr 2018 waren 1251 Ortbürger und hatten 112 eine ausländische Staatsbürgerschaft. 2179 waren römisch-katholisch und 356 reformiert.[3]

Mit 2920 Einwohnern im Jahr 2007 erreichte Mosnang fast wieder die Bevölkerungszahl von 1860 mit 3077 Einwohnern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Mosnang ist vor allem bekannt durch seine Pfarrkirche St. Georg und Theodul mit dem Kirchturm. Dieser wurde ursprünglich als Wachturm gebaut und genutzt und später zum Kirchturm umgebaut. Mosnang besitzt ausserdem einen kleinen Skilift, der vor allem von Einheimischen genutzt wird. An diesem Skilift hat Maria Walliser, eine ehemalige Schweizer Skirennfahrerin, gelernt, auf den «Brettern» zu stehen.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mosnang liegt an der Staatsstrasse BütschwilMühlrütiHulfteggSteg. Die vom Bahnhof Bütschwil an der Toggenburgerbahn ausgehende Postautolinie 765 verzweigt sich in Mosnang nach Dreien–Mühlrüti und Libingen.

Sport und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einem Skilift hat die Gemeinde zwei international erfolgreiche Vereine: den Seilziehclub Mosnang[4] und den Radball spielenden RMV Mosnang (Rad- und Motor Fahrer Verein Mosnang).[5]

Im Jahr 2017 bauten in Mosnang 300 Freiwillige den mit 120 Meter Durchmesser weltweit grössten Adventskranz.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Georg Müller (* 1822 in Mosnang; † 1849 in Wien), Architekt
  • Josef Hagmann (* 1871 in Mosnang; † 1926 in Innsbruck), katholischer Geistlicher, Abt von St. Georgenberg-Fiecht
  • Joseph Meile (* 1891 in Mosnang; † 1957 in St. Gallen), katholischer Bischof von St. Gallen
  • Ernst Pfiffner (* 1922 in Mosnang; † 2011), Komponist, Organist und Kantor
  • Maria Walliser (* 1963 in Mosnang), Skirennfahrerin
  • Ivo Rüthemann (* 1976 in Mosnang), Eishockeyspieler
  • Selina Büchel (* 1991 in Mosnang), Leichtathletin

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mosnang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. a b Hans Büchler: Mosnang. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  3. a b Bevölkerung. Auf der Webseite der Gemeinde Mosnang
  4. Seilziehclub Mosnang, herzlich willkommen. In: tugofwar-mosnang.ch. Abgerufen am 26. Oktober 2012.
  5. RMV Mosnang - Schweizermeistertitel des RMV Mosnang. In: rmv-mosnang.ch. Abgerufen am 26. Oktober 2012.
  6. Hannah Göldi: Der grösste Adventskranz der Welt steht in Mosnang. In: St. Galler Tagblatt (online), 1. Dezember 2017