Mostly Other People Do the Killing

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Mostly Other People Do the Killing
Mostly Other People Do the Killing, Moers Festival 2009
Mostly Other People Do the Killing, Moers Festival 2009
Allgemeine Informationen
Genre(s) Creative Jazz
Gründung 2003
Website www.hotcuprecords.com/
Gründungsmitglieder
Jon Irabagon
Peter Evans
Bass
Moppa Elliott
Schlagzeug
Kevin Shea
Peter Evans beim Moers Festival 2009

Mostly Other People Do the Killing ist ein US-amerikanisches Jazzquartett. Der Bandname spielt auf den Physiker Lew Termen, den Erfinder des Theremins an, der in einem Interview äußerte, dass Stalin gar nicht so ein schlechter Kerl gewesen sei, weil ja meist andere Leute das Töten übernommen hätten.[1]

Moppa Elliott, Moers Festival 2009
Jon Irabagon, Moers Festival 2009
Kevin Shea, Moers Festival 2009

Die New Yorker Band Mostly Other People Do the Killing (MOPDtK) entstand im Jahr 2003, als der Bassist Moppa Elliott und der Trompeter Peter Evans, beide Ende der 1990er Jahre Studenten am Oberlin College, nach ihrem Wechsel nach New York auf den Saxophonisten Jon Irabagon und den Schlagzeuger Kevin Shea trafen.[2] Das Quartett führt Kompositionen von Elliott auf, alle nach Orten seines Heimatstaates Pennsylvania benannt. In längeren Suiten mischen sich die Original-Kompositionen und Jazzstandards mit theatralischen Einlagen, die mit ihren parodistischen Anleihen auf Willem Breuker und Lester Bowie verweisen.[3] Entsprechend gilt das Quartett „als furioses musikalisches Himmelfahrtskommando“ (so Andreas Felber), „das die Jazzgeschichte von Count Basie bis Weather Report in funkensprühend trashiger Energie verwurstet und dabei keine Gefangenen macht.“[4]

Auch Klassiker des Jazz interpretieren Mostly Other People Do the Killing neu. Die nach dem Debütalbum entstandenen Produktionen Shamokin!!! und This Is Our Moosic parodieren nicht nur mit ihrer Cover-Art klassische Jazzalben A Night in Tunisia (1960) von Art Blakey und This Is Our Music (1960) von Ornette Coleman;[5] das Album Forty Fort greift das Layout des Impulse!-Albums Out of the Afternoon (1962) von Roy Haynes mit Rahsaan Roland Kirk auf,[6] und das Live-Doppelalbum The Coimbra Concert nimmt mit dem Coverfoto Bezug auf Keith Jarretts Köln Concert.[7]

Die Band veröffentlichte bislang vier Studio-Alben auf Elliotts Label Hot Cup Records[8] und sein Live-Album bei Clean Feed Records.

Elliott betrachtet die Bezugnahme auf die musikalische Vergangenheit als „Transkription“ der Albumcover in Form einer Neuinterpretation „ikonischer Bilder“:

“It is interesting to think about what an ‘iconic image’ is, and our music lends itself to not the creation of iconic images, but the re-interpretation and re-creation of them.”[3]

2009 gewann Mostly Other People Do the Killing den Kritikerpoll des Downbeat in der Kategorie Rising Star Ensemble.[9] Im Rahmen einer Europatournee präsentierte sich das Quartett 2009 auf dem Moers Festival und dem Enjoy Jazz Festival. 2011 trat es beim Newport Jazz Festival auf.[10] Im Oktober 2012 gastierte das Anzugträger-Quartett beim Jazzfestival Frankfurt.[1] Das siebte Album der Band Blue ist eine notentextgetreue 1:1-Kopie (keine Neuinterpretation) des Miles Davis Klassikers Kind of Blue von 1959.[11][12]

Diskografische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mostly Other People Do the Killing (2004)
  • Shamokin!!! (2006)
  • This Is Our Moosic (2008)
  • Forty Fort (2009)
  • The Coimbra Concert (Clean Feed, 2011)
  • Slippery Rock (Hot Cup Records 2012)[13]
  • Red Hot (Hot Cup Records, 2013)
  • Blue (2014)
  • Paint (Hot Cup, 2017)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mostly Other People Do the Killing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vier exzentrische New Yorker Anzugträger, die ihre Musik gern mit dem Begriff „terrorist bebop“ schmücken, HR2 zum Konzert am 26. Oktober 2012
  2. Dessen Vorgänger Vincent Sperrazza war noch bei den Proben Mitglied des Quartetts, verließ jedoch vor dem ersten Auftritt am 25. November 2003 die Band.
  3. a b Patrick Jarenwattanano: Album Art, Mostly By Other People bei NPR-Jazz
  4. A. Felber Die Bebop-Terroristen, Der Standard, 17. Februar 2012
  5. Michael G. Nastos, Besprechung des Albums This Is Our Moosic bei Allmusic (englisch). Abgerufen am 23. Februar 2012.
  6. Besprechung des Albums Forty Fourth bei Allmusic (englisch). Abgerufen am 23. Februar 2012.
  7. Clean Feed Records
  8. Hot Cup
  9. Downbeat 57th Annual Critics Poll
  10. Newport Jazz 2011: Mostly Other People Do The Killing, Live In Concert
  11. Besprechung des Albums Blue (2014) in JazzTimes
  12. Stefan Hentz: Eine andere Art Blau (2015) in Die Zeit
  13. Bebop-Terrorismus als Jazz-Frischzellenkur (Besprechung)