Mother Hood

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Mother Hood
Rechtsform gemeinnütziger Verein
Gründung 2015, Essen, Deutschland
Sitz Bonn, Deutschland
Aktionsraum Deutschland
Schwerpunkt Schwangerschaft, Geburt
Methode Gewaltfreiheit, Lobbyismus, Wissenschaft, Aufklärung
Freiwillige ca. 100 Ehrenamtliche
Mitglieder 850 (März 2019)
Website Mother Hood

Mother Hood e.V. ist eine Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und erstem Lebensjahr. Auslöser für die Gründung der Initiative war ein drohender Mangel an freiberuflichen Hebammen ab Sommer 2015, dem sich die Eltern entgegenstellen wollten. Mother Hood ist in ganz Deutschland in zahlreichen Regionalgruppen aktiv. Zudem ist der Verein Mitglied im Netzwerk für Geburtskultur und international vernetzt.

Gründungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2014 verkündete die Nürnberger Versicherung ihren Ausstieg aus der Berufshaftpflichtversicherung von freiberuflichen Hebammen.[1] Zu diesem Zeitpunkt war die Nürnberger Versicherung Teil eines Versicherungsverbundes, welchem ohne die Beteiligung der Nürnberger der Zusammenbruch drohte, da keine andere Versicherung bereit war, den freiwerdenden Teil zu übernehmen. Dies hätte für die freiberuflichen Hebammen zum Sommer 2015 den Effekt eines Berufsverbotes gehabt, da Hebammen als Angehörige der Heilberufe verpflichtet sind, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen.

Die Nachricht vom drohenden Aus für die freiberuflichen Hebammen schlug in den sozialen Medien ein, während die Resonanz in den Printmedien eher verhalten war. Insbesondere Frauen und Mütter mit noch vorhandenem Kinderwunsch reagierten. Noch am selben Tag gründeten einige Eltern die Gruppe Hebammenunterstützung auf Facebook, die zunächst einen Sammelpunkt für den Elternprotest darstellte und innerhalb von 24 Stunden mehr als 60.000 Mitglieder generierte. In den folgenden Monaten wurden aus dieser Gruppe heraus zahlreiche Demonstrationen, Mahnwachen und andere Protestaktionen organisiert.[2] Um als Elterninitiative professionell arbeiten zu können, wurde ein Jahr später von den Aktiven der gemeinnützige Verein Mother Hood gegründet.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch als Elternprotest startete die Elterninitiative 2014 die Aktion „Triff deinen Abgeordneten“, bei der Eltern binnen weniger Monate über 100 Landtags- und Bundestagsabgeordnete über die drohende Unterversorgung bei Hebammen und Kreißsälen informiert haben. Bis heute treffen sich Vereinsaktive regelmäßig mit Politikern und Regierungsvertretern auf Lokal-, Landes- und Bundesebene.[3][4][5]

In Kooperation mit Mother Hood ging 2017 der Film „Die sichere Geburt“ auf Kinotournee und wurde in zahlreichen Städten mit anschließenden Podiumsdiskussionen gezeigt.[6] Im selben Jahr wurde die Schauspielerin Lisa Martinek offizielle Botschafterin von Mother Hood e.V.[7] Besondere mediale Aufmerksamkeit erhielt der Verein im Sommer 2017 durch eine „Reisewarnung“ für Schwangere wegen der Unterversorgung im Bereich Geburtshilfe in einigen Regionen Deutschlands.[8][9] Seitdem werden Vertreterinnen von Mother Hood regelmäßig zu Interviews und Diskussionsrunden in Fernsehen und Rundfunk eingeladen, um über die Probleme in der Geburtshilfe zu berichten, z. B. in Frau TV (WDR)[10], in Defacto (HR)[11], bei Volle Kanne (ZDF)[12] sowie in der Länderzeit (Deutschlandfunk).[13]

Während das drohende Berufsverbot für freiberufliche Hebammen infolge aktiven Protests und politischer Arbeit 2014 durch die Einführung eines Sicherstellungszuschlages erst einmal abgewendet werden konnte,[14] stellte sich die Gesamtsituation der Geburtshilfe und der Schwangerenversorgung weiterhin als schwierig dar. Bereits zur Vereinsgründung im März 2015 bestand ein großer Teil der Arbeit nicht mehr nur aus Demonstrationen und Protest, sondern aus vielfältigen Tätigkeiten. So arbeitet Mother Hood heute im wissenschaftlichen Bereich mit bei der Durchführung von Studien und der Übersetzungen von relevanten Fachtexten. Auf politischer Ebene sitzen Vertreter des Vereins mit an Runden Tischen und in einigen Gremien.[15] Daneben gibt Mother Hood in regelmäßigen Abständen eigene Veröffentlichungen zu aktuellen Themen und zur Aufklärung heraus.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/nurnberger-versicherung-sperrt-hebammen-aus-1.3460443
  2. http://www.kn-online.de/Nachrichten/Politik/Eltern-und-Hebammen-demonstrieren-in-Kiel-fuer-Rettung-des-Berufsstandes
  3. Mother Hood Hessen Versorgungsstudie Mother-Hood. Abgerufen am 26. Februar 2018.
  4. Bremer Eltern kämpfen vor Petitionsausschuss für sichere Geburten Mother-Hood. Abgerufen am 26. Februar 2018.
  5. Fachgespräch mit NRW Gesundheitsministerin Barbara Steffens Mother-Hood. Abgerufen am 26. Februar 2018.
  6. Der Film | Die sichere Geburt. (die-sichere-geburt.de [abgerufen am 26. Februar 2018]).
  7. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 23. Februar 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mother-hood.de
  8. https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/wdr-aktuell/video-reisewarnung-fuer-schwangere-100.html
  9. http://www.deutschlandfunk.de/hebammenmangel-reisewarnung-fuer-schwangere-in-bestimmten.1769.de.html?dram:article_id=390801
  10. Kathrin Schamoni: Jahresrückblick – Wir machen uns stark für Hebammen. 21. Dezember 2017, abgerufen am 26. Februar 2018.
  11. hr-fernsehen: Video "defacto - ganze Sendung" - defacto. (Nicht mehr online verfügbar.) 19. September 2017, archiviert vom Original am 27. Februar 2018; abgerufen am 26. Februar 2018 (deutsch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ardmediathek.de
  12. Geburtshilfe - Missstände in Deutschland. Abgerufen am 26. Februar 2018.
  13. Hebammen- und Kreißsaalmangel - Was tun gegen die Unterversorgung? In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 26. Februar 2018]).
  14. https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/ambulante_leistungen/hebammen/sicherstellungszuschlag/sicherstellungszuschlag.jsp
  15. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 28. Februar 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mother-hood.de
  16. http://www.mother-hood.de/sichere-geburt/publikationen.html