Motorsportjahr 1904

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

◄◄1900190119021903Motorsportjahr 1904 | 1905
Weitere Sportereignisse

John B. Warden auf Mercedes 95 PS am Gordon-Bennett-Cup (17. Juni 1904). Hier ein Photo bei der Durchfahrt der Füllerstraße in Oberursel (Taunus).

Das Motorsportjahr 1904 brachte mit den ersten Rennen in Deutschland und den USA eine Internationalisierung des Motorsports. Gleichzeitig war es das erste Jahr ohne Stadt-zu-Stadt-Rennen, die nach dem Rennen Paris-Madrid 1903 verboten worden waren.

Rennergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gordon-Bennett-Cup – Homburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Léon Théry Richard-Brasier 5:50.01,4 h
2 BelgienBelgien Camille Jenatzy Mercedes + 11.28,0 min
3 BelgienBelgien Pierre de Caters Mercedes + 57.08,8 min
Leon Thery gewinnt das Gordon-Bennett-Rennen 1904
Wilhelm II. gratuliert Autofabrikant Charles Henry Brasier

Durch den Sieg von Camille Jenatzy auf Mercedes beim Gordon-Bennett-Cup 1903 war Deutschland als Austragungsort dieses Rennens vorgegeben.

Als Strecke diente am 17. Juni 1904 der 128 km lange Rundkurs bei Homburg durch den Taunus, der viermal durchfahren werden musste. In Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. traten 18 Autos aus sieben Nationen an; der Sieg ging an den Franzosen Léon Théry.

Ardennen-Rennen – Bastogne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten George Heath Panhard & Levassor 5:30.49,0 h
2 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Georges Teste Panhard & Levassor + 55,0 s
3 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Albert Clément Clément-Bayard + 3.54,2 min

Am 25. Juli 1904 fand das Ardennen-Rennen bei Bastogne in Belgien zum dritten Mal statt. Nach einem harten Kampf mit seinem Teamkollegen Teste gewann der US-Amerikaner George Heath.

Vanderbilt Cup – Long Island[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten George Heath Panhard & Levassor 5:26.45,0 h
2 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Albert Clément Clément-Bayard + 1.28,0 min
keine weiteren Fahrer im Ziel

Auf Einladung des amerikanischen Industriellen William Kissam Vanderbilt II (1878–1944) versammelte sich die Motorsport-Elite Europas am 8. Oktober 1904 zu einem der ersten Rennen in den USA, dem Vanderbilt Cup.

Die 46 Kilometer lange Strecke lag auf Long Island. Die durch den Sieg des Lokalmatadors George Heath begeisterte Menge stürmte die Strecke, so dass das Rennen nach der Ankunft des Zweiten abgebrochen werden musste.

Gedenktafel an das Rennen unweit des Kastell Saalburg
Werbeplakat für den Gordon-Bennett-Cup 1904
Wilhelm II. steht für die Saalburg, James Gordon Bennett präsentiert die Trophäe des Rennens

Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gordon-Bennett-Cup – Homburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Austragung des Rennens in Deutschland hatten sich einige Gemeinden beworben. Ausschlag für die Entscheidung, das Rennen im Taunus durchzuführen, gab wohl die Empfehlung Kaiser Wilhelm II, der das Landgrafenschloss in Bad Homburg gerne als Sommerresidenz nutzte. Es war auch Kaiser Wilhelm, der kurze Zeit vorher das wiedererrichtete Römerkastell Saalburg eröffnet hatte, das nun Start und Zielpunkt des Rennens wurde. Neben dem Kaiserpaar wurden allein in Bad Homburg 3113 internationale Besucher gezählt. Rund um den Rennkurs säumte eine Million Besucher die Straßen.

Der Deutsche Automobilclub als Veranstalter hatte umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen. Zwar schieden sechs von 18 Wagen im Rennen aus. Unfälle wurden jedoch vermieden, obwohl die Strecke als anspruchsvoll galt: Höhenlagen von 105 bis 550 Meter, Steigungen von 12 bis 15 % auf Straßen, die heutigen Rennstrecken nicht wirklich entsprachen.

Ökonomisch war das Rennen kein Erfolg. Die Einnahmen von 140.000 Mark deckten gerade einmal die Hälfte der Kosten. Ein Großteil des Defizites war auf den Bau der Kaisertribüne an der Saalburg zurückzuführen. Für 95.000 Mark errichtete der Bad Homburger Architekt Louis Jacobi eine große Tribüne mit Kaiserloge für 2500 Personen.

Louis Inghilbert beim Mont Ventoux-Motorradrennen 1904

Weitere Rennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Demand/Simsa: Kühne Männer tolle Wagen, Die Gordon Bennet-Rennen 1900–1905, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-613-01099-2
  • Alfred Biallas: Das Gordon-Bennet-Rennen 1904. In: Ingrid Berg: Heimat Hochtaunus. Frankfurt 1988, ISBN 3-7829-0375-7, Seite 470–473
  • Rudolf Krönke: Das Gordon-Bennett-Rennen im Taunus 1904, Sutton Verlag, Erfurt 2003, ISBN 3-89702-645-7