Motta di San Lorenzo

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Motta di San Lorenzo
Gewässer Lagune von Venedig
Geographische Lage 45° 30′ 11,7″ N, 12° 27′ 41,6″ OKoordinaten: 45° 30′ 11,7″ N, 12° 27′ 41,6″ O
Motta di San Lorenzo (Lagune von Venedig)
Motta di San Lorenzo
Fläche 0,432 4 ha
Einwohner (unbewohnt)

Bei der Motta di San Lorenzo handelt es sich um eine kleine Insel in der nördlichen Lagune von Venedig. Sie hat eine Fläche von 4.324 m² oder etwas mehr als 0,43 ha[1] und liegt gegenüber von Santa Cristina, unweit von der ähnlich großen Insel Motta dei Cunicci nördlich von Torcello. Motta könnte man mit Hügelchen oder Erhebung übersetzen. Es liegt unweit des Canale di S. Felice. Seine Besiedlung reicht wahrscheinlich bis in das 1. oder 2. Jahrhundert zurück, von 1185 bis 1439 bestand ein Kloster. Seither ist die Insel unbewohnt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesichert ist, dass die Insel, zusammen mit Santa Cristina, San Andrea und San Felice, Teil der spätantik-frühmittelalterlichen Stadt Ammiana war. Das Hochwasser von 1966 zerstörte viele der an der Wasseroberfläche erkennbaren Überreste. Die Motta di San Lorenzo ist der letzte Rest der Insel Caltrazio und wurde erst sehr viel später nach der Kirche San Lorenzo benannt.

Archäologische Untersuchungen in den 1980er Jahren förderten Spuren einer römischen Villa aus dem 3. Jahrhundert zu Tage, ebenso wie einer byzantinischen Befestigungsanlage, die bis dahin nur aus Quellenangaben bekannt war. Die quadratische Anlage bestand aus zwei Türmen, die durch eine über sechzig Meter lange Mauer verbunden waren. Kaiser Konstantin VII. (913–959) bezeichnete sie als kastron. Allerdings scheint die Datierung unsicher zu sein, nachdem Nachgrabungen zwanzig Jahre später neue Hinweise erbrachten. Überreste von Begräbnissen finden sich ab dem 6. Jahrhundert.

1185 entstand ein Kloster für Benediktinerinnen im Nordwesten der Insel, wenn eine Kapelle auch schon früher greifbar ist. Von dem Kloster San Lorenzo fand man nur noch Überreste der Fundamente. Die Errichtung mehrerer Klöster um 1200 war, so wird vermutet, ein Versuch, die Entvölkerung der nördlichen Lagune zu bremsen. Auch die Motta di San Lorenzo war wahrscheinlich vor Errichtung des Klosters unbewohnt. Solche Versuche der Wiederbelebung finden sich auch auf anderen Inseln.[2] Darüber hinaus fanden die Orden dort genügend Platz und vorbereitete Bodenstrukturen, um dort ein Leben gewährleisten zu können. Dabei wurden sicherlich Gärten angelegt und neben dem eigentlichen Kloster entstanden Wirtschaftsgebäude. 1439 verließen die Nonnen das Inselchen. Seither ist die Insel weitgehend unbewohnt.

Nebenbei ergaben die Grabungen, dass die Insel zwischen den Grabungen um 1985 und denen um 2007 erheblich geschrumpft war, ein Vorgang, der offenbar schon länger anhält.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. Fersuoch, E. Canal, S. Spector, G. Zambon: Indagini archeologiche a San Lorenzo di Ammiana (Venezia), in: Archeologia Veneta 12 (1989) 71–96.
  • F. Baudo: Stato degli studi, linee di ricerca e prospettive future per l’archeologia dell’edilizia religiosa altomedievale nella laguna di Venezia, Diss., Venedig 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Venice Islands (Memento vom 24. März 2009 im Internet Archive), archive.org, 24. März 2009.
  2. Archeologia medievale 34 (2007) S. 195.