Mottbruchhalde

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Die Mottbruchhalde, gesehen vom Schacht 2 der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen

Die Mottbruchhalde ist eine Bergehalde in Gladbeck-Brauck und liegt an der Route des Emscher Park Radweges.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1989 wurde die Mottbruchhalde mit dem Abraum der Zeche Moltke III/IV aufgeschüttet. Die Halde hat eine Grundfläche von 54 ha und bis zur Einstellung des Bergbaus wurden hier nur 8 von ursprünglich vorgesehenen 30 Millionen Tonnen Abraum aufgeschüttet.

Da die Deutsche Steinkohle eine Betriebsgenehmigung bis zum Jahre 2004 besaß, stellte sich die Frage, wie mit diesem Landschaftsbauwerk in Nutzung umzugehen sei. Nach einem Konzept des Amsterdamer Landschaftsarchitekten Lodewijk Baljon und des Frankfurter Künstlers Thomas Schmitz wurde die Mottbruchhalde zur „Halde im Wandel“[1] und sollte in verschiedenen Schüttphasen zu einer Art Vulkanlandschaft anwachsen.

Im Laufe der nächsten Jahre wurden weitere Ideen gesammelt[2]: Teilschüttung eines großen „G“ als Initiale für die Stadt, Aufstellung eines 30 m hohen Kunstwerkes Engel der Kulturen[3], Aufstellung eines Windrades in Form eines Bergmannes, Aufstellung von Windenergieanlagen. Ein Vorschlag vom Landschaftsarchitekten Stephan Müller brachte eine Kombination der ursprünglichen Vulkan-Idee mit einem alternativen Engel-der-Kulturen-Symbol, er beinhaltete eine rot beleuchtete Wasserfontäne und Beete von roten Rosen als „Lavafluss“ zusammen mit einem See, dessen Ufer die religiösen Symbolen aufweisen sollte.[4] Keine der Ideen wurde bisher beschlossen oder umgesetzt (Stand Anfang 2021).

Seit Anfang 2021 befindet sie sich die Halde Mottbruch im Besitz des Regionalverbandes Ruhr[5].

Der nördliche Fuß der Halde grenzt an das Naturschutzgebiet Natroper Feld, ein aufgrund von Bergsenkungen entstandenes Feuchtgebiet.

Windenergieanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Planungen für die Errichtung von Windenergieanlagen auf der Halde haben 2011 begonnen. Die Genehmigung für den Bau und Betrieb einer Anlage wurde schließlich am 11. Februar 2019 nach Bundes-Immissionsschutzgesetz erteilt.[6] Die Anlage vom Typ Enercon E-138 wurde 2021 auf der Halde errichtet. Sie hat eine Nennleistung von 3,5 MW, eine Nabenhöhe von 131 m und wird betrieben von der Gladbeck-Wind GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von STEAG und RWE. Beide investieren insgesamt fünf Mio. Euro in das Projekt.[7] Netzbetreiber ist die ELE Verteilnetz.

Gegen die Genehmigung der Windenergieanlage hat die Stadt Gladbeck Klage erhoben.[8] Verwaltungsrechtliche Eilverfahren haben den Bau nicht gestoppt.[9][10] Über die Rechtmäßigkeit der Genehmigung ist noch nicht abschließend entschieden worden.[11]

Als Landmarke ist die Anlage weithin sichtbar und vergleichbar mit der Windkraftanlage Freimann in München.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lodewijk Baljon: Mijnsteenberg Mottbruch Gladbeck. Abgerufen am 22. Januar 2021 (niederländisch).
  2. Dr. Sebastian Hellmann: Die Haldenwelt in Gladbeck – "Braucker Alpen", Abschnitt Mottbruchhalde. In: halden.ruhr. Dezember 2020, abgerufen am 22. Januar 2021.
  3. „Engel der Kulturen“ kommt nicht auf die Mottbruchhalde in Gladbeck. In: waz.de. 9. Juli 2010, abgerufen am 9. November 2018.
  4. Fontäne aus dem Engel-See. In: derwesten.de. 15. Juli 2011, abgerufen am 22. Januar 2021.
  5. RVR: Grüne Infrastruktur der Metropole Ruhr wird weiter ausgebaut - Acht Halden der Rag jetzt im Besitz des RVR. Abgerufen am 22. Januar 2021.
  6. Kreis Recklinghausen: Genehmigung der Windenergieanlage auf der Mottbruchhalde in Gladbeck - Stellungnahme des Kreises Recklinghausen. 15. Februar 2019, abgerufen am 22. Januar 2021.
  7. STEAG: Das Projekt "Mottbruchhalde". Abgerufen am 9. September 2021.
  8. Stadt Gladbeck: Informationen zum geplanten Windrad auf der Mottbruchhalde. Abgerufen am 9. September 2021.
  9. VG Gelsenkirchen, Beschluss vom 22. Februar 2021, 8 L 1615/20
  10. OVG Nordrhein-Westfalen, Anerkenntnisurteil vom 2. Juli 2021, 7 B 286/21
  11. VG Gelsenkirchen, anhängig, 8 K 1199/19

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Berke: Über alle Berge. Der definitive Haldenführer Ruhrgebiet. Klartext Verlag, Essen 2009, ISBN 978-3-8375-0170-4, S. 118ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mottbruchhalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 32′ 44″ N, 6° 59′ 36″ O