Motte Aldeberg

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Motte Aldeberg
Die Motte Alde Berg

Die Motte Alde Berg

Alternativname(n): Alde Berg
Entstehungszeit: Hochmittelalter
Burgentyp: Motte mit vorgelagertem Vor- und Wirtschaftshof, Zweiteilige Abschnittsmotte
Erhaltungszustand: Burgstall, Überwachsen, Erosionsschäden
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Wegberg-Arsbeck
Geographische Lage 51° 8′ 47,6″ N, 6° 11′ 45,4″ OKoordinaten: 51° 8′ 47,6″ N, 6° 11′ 45,4″ O
Motte Aldeberg (Nordrhein-Westfalen)
Motte Aldeberg
Zeitliche Einordnung der Burganlage

Die Motte Aldeberg, auch Alde Berg genannt ist als hochmittelalterliche Burganlage ein archäologisches Denkmal im Helpensteiner Bachtal zwischen den Wegberger Ortsteilen Arsbeck und Dalheim-Rödgen im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen und eine bedeutende Anlage des Burgentyps Motte (Turmhügelburg) zwischen Maas und Rhein.

Die Burg war ritterlicher Lehenssitz. Entgegen überlieferten, nie belegten Ansichten – die alle auf den Heimatforscher und Ortschronisten Franz Mayer zurückgehen – sprechen alle Befunde für die Anlage der Burg im ausgehenden 12. Jahrhundert. Der Erbauer der Motte, ein Dienstmann und Ritter "miles de orsbeke", Lehnsmann und – nach Sicht der urkundlichen Zeugnisse möglicher Koalitionär der Streitpartei des Kölner Erzbischofs in der berühmt gewordenen Ritterschlacht von Schlacht von Worringen, nutzte eine ins Feuchtgebiet ragende Landzunge und "modellierte" daraus den noch heute eindrucksvollen Turmhügel mit 50 x 50 m messender Vorburg und den umgebenden Wällen und Trockengräben (stets über Flutungsniveau).

Zeit"schiene" mit belegbaren Befunden zur Motte AldeBerg

Unmittelbar nach der für die erwähnte Koalition verlorenen Schlacht verließ Ritter Stephanus die Burg. Das bedeutende Rittergut, dem besondere Rechte oblagen (untere Gerichtsbarkeit für "orsbek" und "in gen raytgen" – d. h. die Dörfer Arsbeck und Rödgen – Steuerbefreiung, Pferdehaltung im Meinwegwald), wurde bis zu seiner Aufgabe im ausgehenden 14. und frühen 15. Jahrhundert von Halbwinnern oder Halfen verwaltet, die Rechte dauerten fort, was noch im 18. Jahrhundert zu kuriosen Rechtssituationen führte.

Nach ihrer Aufgabe wurden Wildheit und Verlassenheit der "alten Burg" in den folgenden Jahrhunderten Nährboden für Spukgeschichten.

("Werwolf", Heinzelmännchen) – Bemerkenswert schließlich das Entstehen eines Fürbitte-Kultes (mit Bindezauber-Brauchtum). Im 19. Jahrhundert wurde daraufhin vom örtlichen Pfarrer der Bau einer Kapelle veranlasst, der in den 1970er-Jahren abgebrochen wurde.

Das Bodendenkmal der Burganlage und das umgebende Naturgebiet (als FFH- und Wildnisgebiet ausgewiesen) mit ebenfalls denkmalgeschützten Resten einer romantisierenden Villenarchitektur (frühes 20. Jahrhundert) bilden heute ein sensibles Ensemble.

Ein viel angekündigtes, umfassendes Schutz- und Erschließungskonzept steht noch aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Illustriertes Schaubild mit Rekonstruktionsdarstellung, Funderläuterung, Dokumenten - 50x70cm
  • "Dalheim für Roermonder"in "De Luis in de Pels"/Roermond 2007, ISBN 978-90-812749-1-3 (eine 20seitige Zusammenfassung des gegenwärtigen Wissensstandes zur Motte AldeBerg)
  • "Was ist eine Motte" A3 großes Faltblatt für Schülerführungen, über Motten im Allgemeinen und die Motte Aldeberg im Besonderen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]