Movimento das Forças Armadas

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Die Movimento das Forças Armadas (MFA, portugiesisch für Bewegung der Streitkräfte) war eine linksgerichtete Bewegung innerhalb der portugiesischen Streitkräfte, die für die Nelkenrevolution vom 25. April 1974 verantwortlich war.

Gründung und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MFA entstand Anfang der 1970er-Jahre in Portugal zunächst als Movimento dos Capitães (Bewegung der Hauptleute) und war ein Zusammenschluss von 200 bis 300 jungen Offizieren, die den Kolonialkrieges in den afrikanischen Überseeprovinzen Angola, Mosambik, Guinea-Bissau, Kap Verde und São Tomé und Príncipe gegen die Befreiungsbewegungen ablehnten.

Ziele der MFA waren die sofortige Beendigung des Kolonialkriegs, den Rückzug aus Afrika, freie Wahlen in Portugal und die Abschaffung der Geheimpolizei PIDE/DGS.

Zu den führenden Personen der MFA gehörten Francisco da Costa Gomes, Vasco Lourenço, Vasco Gonçalves, Ernesto Melo Antunes und als „strategischer Kopf“ Otelo Saraiva de Carvalho.

Nelkenrevolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MFA plante seit Ende 1973 den Umsturz des Estado Novo, der 47 Jahre alten Diktatur Portugals. Nach einem gescheiterten Versuch im März 1974 erfolgte in den Morgenstunden des 25. April schließlich der Umsturz, der unter dem Namen „Nelkenrevolution“ bekannt geworden ist. Innerhalb weniger Stunden wurde ganz Lissabon von MFA-treuen Truppen unter der Führung des Hauptmanns Salgueiro Maia besetzt. Noch am Abend erklärte sich der Diktator Marcelo Caetano zur Abdankung und zur Übergabe der Macht an den gemäßigten General António de Spínola bereit, der nicht zur MFA gehörte. Zwecks einer friedlichen Machtübergabe wurde dies von der MFA-Führung aber akzeptiert.

Folgezeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Folge des 25. April 1974 mobilisierte die MFA die Armee und verkündete die drei großen „D“: Demokratisierung, Dekolonialisierung und Entwicklung (portugiesisch desenvolvimento). Soldaten und Studenten, darunter viele aus Deutschland und Frankreich, zogen aufs Land, um brachliegende Güter zu verteilen und der zum großen Teil nicht alphabetisierten Bevölkerung Lesen und Schreiben beizubringen. Ein Jahr nach der Nelkenrevolution galt Portugal als Land, das sich auf dem Wege zum „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ befände. Dieser „Dritte Weg“ begeisterte viele der westeuropäischen Linken, die dem Sowjetsystem misstrauten. Die Kommunisten regierten mit, die NATO ließ portugiesische Militärs nicht mehr an der Nuklearen Planungsgruppe teilnehmen. Doch weder die ultralinken Revolutionäre noch die moskautreuen Kommunisten gewannen die Abstimmung zur Verfassunggebenden Versammlung am 25. April 1975 sowie die Parlamentswahl am 25. April 1976, sondern die sozialdemokratisch orientierten Sozialisten von Mário Soares, einem Freund Willy Brandts. Der Einfluss der MFA und der Militärs auf die Politik hörte nach der Abschaffung des Revolutionsrates 1982 ganz auf.

Der Begriff Movimento das Forças Armadas wird in Portugal im alltäglichen Sprachgebrauch oft synonym zu Capitães de Abril ("Hauptmänner des April") und auch zu Movimento dos Capitães verwendet. Der Spielfilm Nelken für die Freiheit von Maria de Medeiros etwa, der die Ereignisse der Nelkenrevolution anschaulich darstellt, hieß im portugiesischen Original "Capitães de Abril".