msgGillardon

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msgGillardon AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 31. Mai 1920
Sitz Bretten, Deutschland
Leitung
  • Peter Dietrich
  • Frank Schlottmann
  • Johannes Willkomm[1]
Mitarbeiterzahl 419[2]
Umsatz 71,11 Mio. EUR[2]
Branche IT-Dienstleistung
Website www.msg-gillardon.de
Stand: 31. Dezember 2017

Die msgGillardon AG ist ein Software- und Beratungsunternehmen im Geschäftsfeld Banken und Finanzdienstleistungen mit Hauptsitz in Bretten. Das Unternehmen in seiner heutigen Form entstand aus dem Zusammenschluss der GILLARDON AG financial software und des Geschäftsbereichs Finanzdienstleistungen der msg systems ag.[3] Die msgGillardon AG ist ein selbstständiges Tochterunternehmen der Unternehmensgruppe msg und beschäftigt etwa 450 Mitarbeiter (Stand 2017) an acht Standorten in Deutschland und einem in Rumänien.[1] Der Umsatz im Geschäftsjahr 2016 betrug 56,0 Mio. Euro, wobei 8,9 % auf das europäische Ausland entfielen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen ist das Unternehmen aus dem 1920 von Wilhelm Gillardon (1879–1971)[5] im badischen Bretten gegründeten „Gillardon-Fachverlag für Zinstabellen am Bankarbeitsplatz“.[6] Dieses Geschäftsfeld wurde bis in die 1970er-Jahre erfolgreich ausgebaut und die Gillardon-Zinstabellen entwickelten sich in Deutschland zu einem Standard bei der Zinsermittlung.[7][8] Bereits im Jahre 1978 erkannte Heinrich Gillardon, Enkel des Firmengründers, die Zeichen der Zeit und stieg mit der Entwicklung von Finanzprogrammen für Taschencomputer ins Software-Geschäft ein – Gillardon war der erste Anbieter von Effektivzins- und Renditeprogrammen auf programmierbaren Taschenrechnern.[9]

Seit den 1980er-Jahren war Gillardon in Form zahlreicher finanzmathematische Veröffentlichungen – insbesondere von Christian Sievi – maßgeblich beteiligt an der der Diskussion und Entwicklung der Marktzins- und Barwertmethode sowie an Methoden zur Integration aller Risiken.[9] Seit Anfang der 1990er-Jahre hat sich das Unternehmen zum Anbieter für Bankensoftware, finanzmathematische Seminaren und Produktconsulting weiterentwickelt. Bekanntestes Produkt ist dabei MARZIPAN, das als Klassiker unter den finanzmathematischen Rechenkernen gelten kann.[10]

Ende 2003 übernahm die msg die Mehrheitsbeteiligung an der GILLARDON AG und fusionierte sie 2008 mit ihrem Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen zur msgGillardon AG.[3]

Produkte und Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

msgGillardon entwickelt Produkte und Individuallösungen im Geschäftsfeld Banken und Finanzdienstleistungen. Die wesentlichen Schwerpunkte sind dabei Gesamtbanksteuerung, Risikomanagement, Aufsichtsrecht und Meldewesen sowie Produktberatung und -kalkulation. Seit 1980 bietet das Unternehmen zudem Seminare an, die sich an Fach- und Führungskräfte von Finanzinstituten richten und insbesondere finanzmathematische Themen beinhalten.[1]

Zu den Kunden von msgGillardon zählen die Sparkassen-Finanzgruppe, Privat- und Geschäftsbanken, Verbände, Rechenzentren sowie Finanzabteilungen von Unternehmen.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d msg-gillardon.de: Über uns. Abgerufen am 7. August 2019.
  2. a b Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 im elektronischen Bundesanzeiger
  3. a b Angela Knipp: msg – mehr als drei Buchstaben. Was die drei Buchstaben im Namen von msgGillardon bedeuten und was dahintersteckt. In: msgGillardon: NEWS 01/2015. S. 38f (online)
  4. Jahresabschluss 2016 bei firminform.de
  5. Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen. Band 24, 1971, Fritz Knapp-Verlag, S. 1113 (online)
  6. msg Unternehmensgruppe: msg Karriere. Arbeiten bei msg in Bretten. Abgerufen am 12. September 2017
  7. MAIN-POST: Respekt und lustige Streiche. So war die Stimmung unter der Sparkassen-Belegschaft vor rund 50 Jahren. 28. Juni 2017
  8. Vgl. Wilhelm Gillardon: Zinstabelle, 3. Aufl. Bretten 1988. ISBN 978-3-921475-39-3 (DNB 880956275)
  9. a b msgGillardon: News 01/2008. Oktober 2008
  10. Ralf Keuper: Marktübersicht (finanzmathematische) Rechenkerne. bankstil.de. Februar 2013