Muldenhammer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Muldenhammer
Muldenhammer
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Muldenhammer hervorgehoben
Koordinaten: 50° 26′ N, 12° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 665 m ü. NHN
Fläche: 56,09 km2
Einwohner: 3167 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08262
Vorwahl: 037465
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 245
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klingenthaler Straße 29
08262 Muldenhammer
Webpräsenz: www.muldenhammer-vogtland.de
Bürgermeister: Jürgen Mann (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Muldenhammer im Vogtlandkreis
TschechienBayernThüringenErzgebirgskreisLandkreis ZwickauAdorf/Vogtl.Auerbach/Vogtl.Bad BrambachBad ElsterBergen (Vogtland)BösenbrunnEichigtEllefeldElsterbergFalkenstein/Vogtl.Grünbach (Sachsen)HeinsdorfergrundKlingenthalLengenfeld (Vogtland)Limbach (Vogtland)MarkneukirchenMühlentalMuldenhammerNetzschkauNeuensalzNeumark (Vogtland)Neustadt/Vogtl.Oelsnitz/Vogtl.Pausa-MühltroffPlauenPöhlReichenbach im VogtlandWeischlitzRodewischRosenbach/Vogtl.Schöneck/Vogtl.Steinberg (Vogtland)Triebel/Vogtl.TheumaTirpersdorfTreuenWerdaKarte
Über dieses Bild

Muldenhammer ist der Name einer Gemeinde im sächsischen Vogtlandkreis. Sie entstand am 1. Oktober 2009 durch Fusion der bis dahin selbstständigen Gemeinden Morgenröthe-Rautenkranz, Tannenbergsthal und Hammerbrücke[2] und zählt über 3000 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde Muldenhammer erstreckt sich im Bereich des oberen Verlaufs der Zwickauer Mulde sowie der Kleinen Pyra und Großen Pyra. Weite Flächen der Gemeinde sind von Wald bedeckt, darunter der Auerbacher Wald. Das Relief ist im Westteil des Gemeindegebietes von geringen Erhebungen und flachwelligen Senken geprägt. Im Osten dagegen schneiden die Täler zunehmend tiefer ein, so bei Tannenbergsthal und um Morgenröthe-Rautenkranz. Hier vollzieht sich der Übergang vom Vogtland zum Westerzgebirge.

Das System der Verkehrsstraßen ist im westlichen Gemeindegebiet gut entwickelt. In den vom Gebirge betroffenen Regionen ziehen sich die befestigten Straßen hauptsächlich in den großen Tälern entlang. Eine aktive Eisenbahnverbindung gibt es nur noch in der Nachbargemeinde Muldenberg. Ursprünglich verkehrten hier Züge auf der Bahnstrecke Chemnitz–Adorf. Seit 1975 ist dieser Streckenbereich stillgelegt.

Die Region besitzt ein beachtliches Wasserrückhaltevermögen und ist deshalb für die Trinkwassergewinnung von Bedeutung. Der Untere Floßgraben, der vom Ausgleichsbecken vor der Talsperre Muldenberg abzweigt, überquert das Gemeindegebiet im Westen und ist bis zum ehemaligen Sägewerk Leonhardt in Ortsteil Hammerbrücke noch wasserführend. Es gibt neben den ausgedehnten Waldungen zahlreiche Moorwiesen und einige ehemalige Torfstiche.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muldenhammer hat vier Nachbargemeinden im Vogtlandkreis, zwei im Erzgebirgskreis und drei im tschechischen Karlovarský kraj.

Falkenstein/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Schönheide
(Erzgebirgskreis)
Grünbach Nachbargemeinden Eibenstock
(Erzgebirgskreis)
Klingenthal Bublava, Stříbrná
(Tschechien, Karlovarský kraj)
Přebuz
(Tschechien, Karlovarský kraj)

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Muldenhammer gehören folgende Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pionierferienlager "Hanno Günther" in Gottesberg

Durch Gemeinderatsbeschlüsse in den drei Gemeinden, die bereits seit 1994 den gemeinsamen Verwaltungsverband Waldgebiet Vogtland bildeten, wurde im November 2008 die Bildung einer Einheitsgemeinde legitimiert.[3][4] Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller drei Gemeinden entschied sich im Januar 2009 für den Namen Muldenhammer, um an die frühere Eisenverarbeitung in Hammerwerken zu erinnern. Im Wappenentwurf sind Elemente aller drei Orte enthalten: Hammer und Schlägel repräsentieren Hammerbrücke, Frischhaken und aufgehende Sonne Morgenröthe-Rautenkranz und die Tannen Tannenbergsthal. Als vereinendes Element ist zusätzlich der Wasserlauf der Mulde vorgesehen.[5] Der Vertrag über die Bildung der Einheitsgemeinde wurde am 28. Mai 2009 im Tannenbergsthaler Herrenhaus, das als Sitz der Gemeindeverwaltung vorgesehen ist, unterzeichnet.[6]

Zu DDR-Zeiten unterhielt der VEB Maxhütte Unterwellenborn im Ortsteil Gottesberg das Pionierlager "Hanno Günther" für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 56,2 %
 %
50
40
30
20
10
0
27,0 %
15,4 %
44,7 %
12,9 %
FWM
WV RP

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Muldenhammer (FWM): 6 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • LINKE: 2 Sitze
  • Wählervereinigung "René Pöhland" (WV RP): 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Amtsverweser der Gemeinde wurde der bisherige Bürgermeister von Morgenröthe-Rautenkranz, Konrad Stahl, bestellt. Bei der Wahl zum Bürgermeister konnte sich Jürgen Mann am 21. Februar 2010 mit 50,2 % der Stimmen gegen Stahl (48,2 %) durchsetzen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine durchgehende, einbogige, schwarz gefugte rote Steinbrücke, daraus wachsend zwei in den Außenrand verschwindende grüne Tannen, dazwischen in Silber umgeben von ovalem grünen Rautenkranz gekreuzt ein schwarzer Frischhaken, Hammer und Schlägel über einer aufgehenden roten Sonne mit abwechselnd geraden und geflammten Strahlen, unten drei schwarze Wellen.“

Das Wappen wurde 2009 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orte, die heute die Gemeinde Muldenhammer bilden, haben mit folgenden Gemeinden Partnerschaften geknüpft:[8]

Alle Partnergemeinden außer Harta liegen im Landkreis Freudenstadt von Baden-Württemberg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NSG Muldenwiesen mit dem Lauf der Zwickauer Mulde

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigmund Jähn (1978)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Muldenhammer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  3. Freie Presse, Lokalausgabe Oberes Vogtland vom 28. November 2008: „Kleinstaaterei muss aus den Köpfen raus“
  4. Freie Presse, Lokalausgabe Oberes Vogtland vom 29. November 2008: Knappes Ja für gemeinsamen Weg – Gemeinderat Hammerbrücke für Einheitsgemeinde
  5. Freie Presse, Lokalausgabe Oberes Vogtland vom 9. Januar 2009: Waldgebiet: Muldenhammer als neuer Name
  6. Freie Presse, Lokalausgabe Oberes Vogtland vom 30. Mai 2009: Vertrag für Muldenhammer steht – Einheitsgemeinde im Waldgebiet tritt zum 1. Oktober in Kraft
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  8. Website Gemeinde Muldenhammer – Gemeindepartnerschaften
  9. http://www.deutsche-raumfahrtausstellung.de/
  10. Natur- und Umweltzentrum Vogtland e.V.: Moorlehrpfad. auf www.nuz-vogtland.de
  11. Gemeinde Muldenhammer: Hammerbrücke. auf www.muldenhammer.com