Mulsum (Wurster Nordseeküste)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Mulsum (Land Wursten))
Wechseln zu: Navigation, Suche

53.6666666666678.553Koordinaten: 53° 40′ 0″ N, 8° 33′ 0″ O

Mulsum
Wappen von Mulsum
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 8,43 km²
Einwohner: 543 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahl: 04742

Mulsum ist eine Ortschaft der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste im Land Wursten im Landkreis Cuxhaven. Mulsum liegt zwischen den Ortschaften Dorum und Wremen. Neben dem Hauptort gehören auch die Orte Lewing und Wierde zur Ortschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

In frühgeschichtlicher Zeit existierte nahe Mulsum die Feddersen Wierde, ein Wurtendorf in der Seemarsch. Die ursprünglich auf einer Insel gelegene sächsische Siedlung war vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 5. Jahrhundert bewohnt. Die Wurten der einzelnen Höfe wuchsen im Laufe der Zeit zu einer vier Hektar großen und vier Meter hohen Dorfwurt zusammen. Diese wurde von 1954 bis 1963 in einer großangelegten archäologische Grabung durch das „Niedersächsische Landesinstitut für Marschen- und Wurtenforschung“ in Wilhelmshaven (das heutige Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung) komplett freigelegt.

1524 fand auf dem Mulsumer Kirchhof der St.-Marien-Kirche eine Schlacht von Wurster Kriegsknechten und Truppen des Bremer Erzbischofs statt, die mit einer verheerenden Niederlage der Wurster endete und zur nachfolgenden Plünderung des gesamten Landes Wursten führte.

Die Gemeinde Mulsum bildete zum 1. Januar 2015 zusammen mit den Gemeinden Cappel, Dorum, Midlum, Misselwarden, Nordholz, Padingbüttel und Wremen die neue Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven.[1]

Politik[Bearbeiten]

Im letzten Gemeinderat vor der Auflösung der Gemeinde stellte die CDU 1 Ratsmitglied, die SPD 4 Ratsmitglieder, die Unabhängige Wählergemeinschaft Mulsum 3 Ratsmitglieder. Außerdem gab es 1 parteiloses Ratsmitglied. Letzter Bürgermeister war Udo Skeraitis (SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Im Wappen von Mulsum wird auf rotem Grund eine silberne Kirche mit drei goldenen Glocken, goldenem Tor und goldenem Wetterhahn abgebildet, heraldisch rechts daneben eine silberne Barte mit goldenem Stiel. Heraldisch links findet sich die Jahreszahl 1524. Dies erinnert an die Schlacht von Wurster Kriegsknechten und Truppen des Bremer Erzbischofs 1524.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Marien-Kirche in Mulsum

In der Liste der Baudenkmale in Wurster Nordseeküste, Abschnitt Mulsum, stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Die aus dem Jahre 1250 stammende Kirche in Mulsum ist ein massiver Felssteinbau. Der Friedhof, der die Kirche umgibt, war einst Schlachtfeld im Wurster Freiheitskampf gegen den Bremer Erzbischof Christoph, der im Jahre 1524 stattfand. Die Kirche wurde Maria, der Mutter Jesu, geweiht. Der Name genoss in der Marsch besondere Verehrung und wurde mit Mare (Meer) in Verbindung gebracht. Besonders zu erwähnen ist der gotische Marien-Flügel-Altar von etwa 1430 sowie die Madonna auf der Mondsichel aus der Zeit um 1500.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Ortschaft führt die Eisenbahnlinie CuxhavenBremerhaven.

Literatur[Bearbeiten]

  • Willy Klenck: Das Dorfbuch von Mulsum im Lande Wursten, Kreis Wesermünde in Niedersachsen, Frankfurt a.M. 1959
  • Werner Haarnagel: Die Grabung Feddersen Wierde: Methode, Hausbau, Siedlungs- und Wirtschaftsformen sowie Sozialstruktur. 2. Feddersen Wierde / Hrsg.: Haarnagel, W. Wiesbaden 1979.

Sagen und Legenden[Bearbeiten]

  • Wolff von der Wolfsburg
  • Die Hellseherin von Barlingshausen
  • Ein unheimliches Haus
  • Einer Mutter Liebe[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Landkreis Cuxhaven vom 8. November 2012, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.) Nr. 26/12, ausgegeben in Hannover am 16. November 2012
  2. Quelle: „Hake Betken siene Duven“. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von den Männer vom Morgenstern

Weblinks[Bearbeiten]