Multinationales Kommando Operative Führung

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Multinationales Kommando Operative Führung
— MN KdoOpFü/MN JHQ Ulm —
Internal crest
Internes Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. Jul. 2013
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Organisationsbereich Bundeswehr Logo Streitkraeftebasis with lettering.svg Streitkräftebasis
Unterstellte
Truppenteile

UstgBtl KdoOpFüEingrKr.svg Unterstützungsverband MN KdoOpFü

Unterstellung BMVg.svg Inspekteur der Streitkräftebasis
Stationierungsort Ulm
Marsch König-Karl-Marsch
Führung
Befehlshaber Flag of Germany.svg Generalleutnant Richard Roßmanith
Stellvertreter Befehlshaber Flag of Hungary.svg Generalmajor Sándor Fucsku
Chef des Stabes Flag of Germany.svg Generalmajor Klaus Habersetzer

Das Multinationale Kommando Operative Führung/Multinational Joint Headquarters Ulm (MN KdoOpFü/MN JHQ Ulm) ist seit dem Jahre 2013 eine Dienststelle der Streitkräftebasis der Bundeswehr mit Sitz in Ulm. Es stellt Personal und Material zur Planung und Führung multinationaler Einsätze der Land-, Luft- und Seestreitkräfte der Europäischen Union und der NATO in einem Spektrum von humanitären und friedenssichernden Operationen bis hin zu Kampfeinsätzen. Das Kommando ist in der Wilhelmsburg-Kaserne untergebracht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Multinationale Kommando Operative Führung ging im Juli 2013 aus dem Kommando Operative Führung Eingreifkräfte hervor.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur weltweiten Krisenintervention kann die EU im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) auf Streitkräfte ihrer Mitgliedsländer mit einer Stärke von bis zu 60.000 Soldaten zurückgreifen. Deutschland hat sich dabei zu einem Beitrag von bis zu 18.000 Soldaten und zur Führung dieser Kräfte verpflichtet.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ulmer Kommando stellt die Bundeswehr Personal und Material für ein Hauptquartier bereit, das im Bedarfsfall innerhalb kürzester Zeit militärische Operationen führen kann. Für Einsätze im Rahmen der GSVP, zum Beispiel bei einer Aktivierung einer EU Battlegroup, kann das Kommando dabei sowohl auf militärstrategischer Ebene als Operation Headquarters (OHQ), als auch auf operativer Ebene als Force Headquarters (FHQ) eingesetzt werden.

Einsatz als Operation Headquarters (OHQ)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein OHQ untersteht für den Einsatz direkt dem entsprechenden politischen Führungsgremium der EU, dem Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK). Die Aufgabe als OHQ besteht primär darin, die Vorgaben der Politik in militärische Weisungen und Aufträge umzusetzen. Eine Vorgabe kann zum Beispiel die Sicherung einer Wahl in einem Staat sein. Das OHQ übersetzt diese politische Forderung in ein militärisches Gesamtkonzept und identifiziert die dazu notwendigen Kräfte. So wurde zum Beispiel die EU-Mission im Kongo (EUFOR RD Congo) vom durch Deutschland gestellten OHQ in Potsdam aus geführt.

In einem Einsatz greift es auf die ortsfeste Infrastruktur in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Potsdam zurück. Dort sind notwendige Einrichtungen wie etwa eine Operationszentrale mit Satellitenverbindungen zur weltweiten Kommunikation vorhanden. Neben dem Personal des Ulmer Kommandos werden Verstärkungskräfte anderer EU-Staaten hinzugezogen. Die Personalstärke des OHQ ist von Art und Umfang der Mission abhängig.

Einsatz als Force Headquarters (FHQ)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Force Headquarters (FHQ) des KdoOpFüEingrKr in Modulbauweise aus Zelten während einer Übung

Die Aufgabe als Force Headquarters (FHQ) auf operativer Ebene bedeutet, dass die strategischen, militärpolitischen Vorgaben in konkrete Befehle und Planungen für die ausführenden Streitkräfte umgesetzt werden. Das FHQ führt im äußersten Fall Truppen bis zu einer Gesamtstärke von 60.000 Mann. Diese werden je nach Art des Einsatzes modular zusammengestellt und können Land-, Luft-, Seestreitkräfte sowie Spezialkräfte umfassen.

Das FHQ verlegt in das Einsatzland beziehungsweise in dessen Nähe, um von dort die Kräfte zu führen. Für den Gefechtsstand werden luftverlastbare Zelte vorgehalten.

Das Kommando bindet bei seinen Übungen bereits frühzeitig auch Polizeikräfte sowie Mitarbeiter staatlicher wie nicht-staatlicher Organisationen mit ein.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das MN KdoOpFü untersteht dem Inspekteur der Streitkräftebasis, im Einsatz direkt den Führungsebenen der EU bzw. NATO sowie für rein deutsche Angelegenheiten dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Geführt wird das MN KdoOpFü von einem Befehlshaber im Dienstgrad Generalleutnant. Er wird unterstützt durch einen Stab mit rund 450 Dienstposten, von denen 170 für multinationale Soldaten offen stehen. Im Dezember 2016 gehörten Angehörige aller Teilstreitkräfte aus 13 Nationen dem Kommando an.[2] Für den Einsatz und bei Übungen werden modular multinationale Truppenteile unterstellt. Arbeitssprache ist Englisch. Dauerhaft untersteht dem MN KdoOpFü ein Unterstützungsverband mit rund 340 Soldaten.

Befehlshaber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
1 Generalleutnant Richard Roßmanith 2. Juli 2013 -

Patenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch weitere Fähigkeitskommandos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streitkräftebasis (SKB)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cyber- und Informationsraum (CIR)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 01. Juli 2013 – Multinationales Kommando Operative Führung in Dienst gestellt. Neuausrichtungsticker. Presse- und Informationszentrum Streitkräftebasis, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  2. 2. Interview von Rudolf K. Schiwon mit Generalleutnant Richard Roßmanith. In "CPM forum - Das Magazin für Wehrtechnik und Logistik", Ausgabe Dezember 2016.

Koordinaten: 48° 25′ 0,9″ N, 9° 59′ 0,3″ O