Multitronic

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Variatorscheiben und Laschenkette eines CVT-Getriebes

Multitronic ist die Bezeichnung des PKW-Herstellers Audi für ein stufenloses vollautomatisches Getriebe, das nach dem Prinzip der Variomatic/CVT (Continuously Variable Transmission) aufgebaut ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Multitronic-Getriebe von Audi stellte den ersten Versuch dar, Getriebe mit stufenloser kontinuierlicher Übersetzung in höherpreisigen PKW einzuführen. Im Maschinenbau finden derartige Getriebe bereits in Industriemaschinen Anwendung.[1] In Straßenfahrzeugen wurden Variomatic-Getriebe wurde zuvor nur in Zweirädern und weit schwächeren PKW (z. B. Ford Fiesta, Fiat Punto und DAF 30) eingebaut. Die von Audi mit der LuK Gruppe gemeinsam entwickelte Multitronic wurde erstmals 1999 im Audi A6 C5 (Typ 4B) angewendet. Das maximal übertragbare Drehmoment wurde im Laufe der Jahre von 300 Nm (2002) auf 400 Nm (2006) gesteigert, allerdings 2007 auf 380 Nm reduziert. Im Modelljahr 2009 wurde im Audi A4 2.7 TDI eine Variante für 400 Nm eingebaut.

Das Getriebe wurde auch im Seat Exeo in Kombination mit dem 2.0-TFSI-Motor mit 147 kW und dem 2.0-TDI mit 105 kW eingesetzt.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Multitronic besteht aus dem Variator mit den konischen Variatorscheiben und der Wiegegelenk-Laschenkette, der Steuerung und einer Lamellenkupplung. Im Variator läuft zwischen zwei konischen Variatorscheiben die breite Laschenkette. Durch gegenläufige Änderung des Abstandes der Variatorscheiben wandert die Laschenkette auf der einen Achse nach innen und auf der anderen Achse nach außen zu unterschiedlichen Radien. So ergibt sich eine stufenlose Änderung des Übersetzungsverhältnisses. Die Steuerung verarbeitet eine Vielzahl von Signalen und Messgrößen, vergleicht diese mit den Sollwerten und verändert dementsprechend das Übersetzungsverhältnis. Die separate Lamellenkupplung ist für die Verbindung zwischen Motor und Getriebe zuständig und wird hauptsächlich für das Anfahren benötigt. Sie ist doppelt ausgeführt (Anfahren vorwärts, Anfahren rückwärts).

Durch die stufenlose Übersetzung und die Verwendung einer adaptiven Kennfeldsteuerung wird weitgehend der wirtschaftliche Drehzahlbereich mit dem höchsten Drehmoment genutzt. Somit ermöglicht die Multitronic besseres Beschleunigen als herkömmliche Schaltgetriebe, und durch die Steuerung des Übersetzungsverhältnisses nahe am Bestpunkt einen niedrigen Kraftstoffverbrauch. Die Spreizung von etwa 6:1 liegt über den Werten der meisten CVT-Getriebe (ca. 4:1 bis 5:1).

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Multitronic wird 1968 in Raumschiff Enterprise für einen komplexen Computer verwendet.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Jacobs (Hrsg.): Maschinengestaltung Band II. Verlag Mainz, Aachen 2016, ISBN 978-3-86130-749-5, S. 241–243.
  2. Starship Enterprise - Transporter Room Wesley