Munch-Museum Oslo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eingang zum Munch-Museum

Das Munch-Museum (norwegisch Munch-museet) in Oslo, Norwegen, ist ein Kunstmuseum, das die nachgelassenen Werke Edvard Munchs enthält, die der weltberühmte Maler und Graphiker 1940 der Stadt Oslo vermachte. Das Museum wurde am 29. Mai 1963[1] eröffnet, rund hundert Jahre nach der Geburt des Künstlers.

Das Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäudeansicht

Das Gebäude in der Tøyengata 53 im Stadtteil Tøyen, Ostoslo, wurde von den Architekten Gunnar Fougnerud und Einar Myklebust entworfen. Der Letztgenannte war Anfang der 1990er Jahre auch der Architekt einer bedeutenden Ausweitung und Sanierung. Das neue Museum wurde 1994 zu Munchs 50. Todestag eingeweiht. Während das ursprüngliche Museum aus Einnahmen der Osloer Kinos finanziert wurde, konnten Mittel für die letzte Bauphase durch einen Vertrag mit dem japanischen Unternehmen Idemitsu Kōsan bereitgestellt werden.

Das Museum umfasst heute unter anderem Ausstellungsräume, Foto- und Konservierungsateliers, Büros, eine Bibliothek und Magazine. Zentral im Museum befindet sich ein Vortragssaal, der auch für Ausstellungen, Konzerte, Theater und Filmvorführungen benutzt wird. Im neuen Eingangsbereich gibt es einen Museumsshop und ein Café. Die Sicherheitsmaßnahmen, besonders um Munchs Gemälde „Der Schrei“, sind wegen früherer Diebstähle verschärft worden.

Das Museum ist in einem baulich schlechten Zustand; ein Neubau im Stadtzentrum Oslos ist beschlossen.[2][3]

Die Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oslo 2006, zwei Jahre nach dem letzten Diebstahl und den schweren Beschädigungen. Strenge Sicherheit für das Bild „Der Schrei“ im Munch-Museum.

Edvard Munchs Vermächtnis an die Stadt Oslo umfasste etwa 1.100 Gemälde, 15.500 graphische Blätter von 700 Motiven, 4.700 Zeichnungen, sowie sechs Skulpturen. Dazu kamen fast 500 Druckplatten, 2.240 Bücher, Notizbücher, Dokumente, Fotografien, Werkzeug, Requisiten und Möbel. Dem Museum wurde Munchs umfassende Briefsammlung, zusammen mit einer erheblichen Anzahl Originalwerke, die vor allem aus den 1880er Jahren stammen, später von seiner Schwester Ingrid Munch überlassen.

Dieses und andere Schenkungen haben neben Tauschgeschäften dazu beigetragen, dass sich gut über die Hälfte der Gemälde Munchs, sämtliche seiner graphischen Motive und alle existierenden Druckplatten im Besitz des Museums befinden. Damit bietet das Munch Museum Oslo international sehr gute Voraussetzungen für Sonderausstellungen und weltweite Ausstellungstätigkeit.

Mit der Bibliothek und den Magazinen stellt das Munch-Museum Oslo auch für Wissenschaftler und Studenten wichtige Informationsquellen bereit.

Von 1993 bis 2001 leitete der Munch-Forscher Arne Eggum das Museum.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paintings by Edvard Munch in the Munchmuseet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kunstmagazin art, Ausgabe 2/2001, Seite 12–25: Ein Realist der Gefühle, abgefragt am 28. Mai 2011
  2. Das neue Museum am Hafen soll 2020 eröffnet werden. Meldung auf nzz.ch, 29. Mai 2013, abgerufen am 25. Dezember 2015
  3. Meldung, tu.no, 28. Mai 2013, abgerufen am 29. Mai 2013 (norw., mit Visualisierung)

Koordinaten: 59° 55′ 0″ N, 10° 46′ 27″ O