Mundwinkelrhagade

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Cheilitis angularis

Bei Mundwinkelrhagaden – die auch als Cheilitis angularis, Angulus infectiosus (oris), Faulecke, Spatzenecke oder Perlèche bezeichnet werden – handelt es sich um eine schmerzhafte, häufig schlecht heilende entzündliche Veränderung der Mundwinkel, die durch Einrisse (Fissuren) und oberflächliche Gewebedefekte (Erosionen) charakterisiert ist und mit Ulzerationen oder Krustenbildung einhergehen kann.

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Ursachen für Mundwinkelrhagaden können (in Kombination) auftreten:

  • Anatomische Besonderheiten wie
    • Zugwirkungen auf die Mundwinkel bei entsprechenden Mundbewegungen
    • starke Faltenbildung im Mundwinkelbereich, wobei sich am Boden der Falten eine sog. feuchte Kammer bilden kann
  • Belastungen der Haut durch Feuchtigkeit (Speichelfluss), Trockenheit
  • Infektionen durch Kokken, Candida albicans oder Herpes-simplex-Viren, Treponemen (als Verursacher der Syphilis (T.pallidum)), HIV
  • Stoffwechselstörung (Diabetes mellitus)
  • Mangelerkrankungen: Eisenmangel (siehe auch Plummer-Vinson-Syndrom)
  • eine vermehrte Zufuhr von Vitamin A (Retinol)
  • Allergien, Neurodermitis oder andere Ekzeme, z. B. seborrhoisches Ekzem
  • Leberzirrhose
  • Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom
  • Eine Cheilitis angularis kann bei Verlust aller Seitenzähne auftreten, die nicht ersetzt wurden. Die daraus folgende Bisssenkung hat zur Folge, dass die relative Breite/Höhe nicht mehr gegeben ist und ein Lippenschluss in größerer Breite (Auflage) entsteht. Durch Anhebung des Bisses wird der Lippenschluss wieder so gehoben, dass die „feuchten“ Mundwinkel abtrocknen und ausheilen. Ebenso tritt die Erkrankung auf, wenn fehlerhafter Zahnersatz eingesetzt wurde, bei dem der Biss abgesenkt wurde.

Eine weitere mögliche Ursache ist ein Mangel an bestimmten B-Vitaminen. Riboflavin (Vitamin B2), Pyrixodin (Vitamin B6), Biotin (Vitamin B7) und Cobalamin (Vitamin B12).[1]

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die entzündlichen Veränderungen in den Mundwinkeln äußern sich durch Rötung, Schuppung und Einrisse. Meist gehen diese mit Spannungsgefühl und Berührungsschmerz, seltener auch mit einem Fremdkörpergefühl einher.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursächlich steht die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung im Vordergrund. Mundwinkelrhagaden können sehr hartnäckig sein. Besonders beim Vorliegen von Grunderkrankungen, wie einem Diabetes mellitus oder einem atopischen Ekzem, heilt die Entzündung schlecht ab und kehrt häufig immer wieder. Auch bei einer allgemeinen Immunschwäche oder durch eine Erregerquelle im Körper ist durch immer wiederkehrende Infektionen mit einem verlängerten Krankheitsverlauf zu rechnen. Lippenlecken sollte dabei unbedingt vermieden werden, eine zusätzlich verschriebene Paste kann überflüssige Flüssigkeit aufsaugen und so ein keimfeindliches trockenes Klima schaffen. Eine weitere übermäßige Befeuchtung und Austrocknung verhindern Fettsalben, denen antibiotische, antivirale oder antimykotische Zusätze beigemengt werden können.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Hengge, Thomas Ruzicka (Hrsg.): Lehrbuch der Dermatologie und Venerologie. Ihr roter Faden durch Studium nach der neuen ÄAppO. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8047-2178-4.
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