Munich Re

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Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft
Aktiengesellschaft in München
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0008430026
Gründung 19. April 1880
Sitz München, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 43.554 (2015)[1]
Umsatz 50,4 Mrd. EUR (Bruttoprämien, 2015)[1]
Branche Rückversicherungen,
Versicherungen,
Vermögensverwaltung
Website www.munichre.com

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München (kurz Münchener Rück bzw. Munich Re) mit Sitz in München ist eine der weltweit führenden Rückversicherungsgesellschaften. Zur Gesellschaft gehört die Ergo Group, die das Erstversicherungsgeschäft betreibt.

Die Aktien der Gesellschaft (WKN 843002) sind an allen deutschen Wertpapierbörsen und im elektronischen Xetra-Handel notiert. Es handelt sich um nennwertlose Namensaktien. Die Munich Re ist unter anderem Bestandteil des DAX an der Frankfurter Wertpapierbörse und des Dow Jones Euro Stoxx 50.

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt 31,0 Mrd. Euro, der Konzernjahresumsatz (gebuchte Bruttobeiträge) betrug 50,4 Mrd. Euro bei einem Konzernüberschuss von 3,122 Mrd. Euro (alle Zahlen für das Geschäftsjahr 2015).[1] Von den knapp 45.000 Mitarbeitern des Konzerns arbeiten etwa 12.000 in der Rückversicherung. Ein Großteil entfällt auf die Erstversicherungstochter Ergo (ca. 28.000 Mitarbeiter) sowie den Vermögensverwalter MEAG (ca. 1.000 Mitarbeiter).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgebäude mit Schmuckhof in der Königinstraße

1880 gründete Carl von Thieme, seit 1870 bayerischer Generalagent der Versicherungsgesellschaft Thuringia, bei der sein Vater als Direktor fungierte, mit Hilfe des Industriellen und Finanziers Theodor von Cramer-Klett und von dessen Vertrauten, vor allem Wilhelm von Finck (Teilhaber des Bankhauses Merck Finck & Co) und Hermann Pemsel (seit 1872 Generalbevollmächtigter von Cramer-Klett), sowie der Darmstädter Bank für Handel und Industrie die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft.[2] 1890 folgte die Gründung der Allianz-Versicherungs-Aktiengesellschaft. Carl von Thieme leitete die Gesellschaft bis 1921, Wilhelm von Finck war bis 1924 Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Berühmt wurde die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft durch das San-Francisco-Erdbeben von 1906, da sie damals die einzige Versicherung war, die nach der Regulierung aller Schäden noch zahlungsfähig war.[3]

Während der Zeit des Nationalsozialismus war das Unternehmen eines von wenigen Konzernen, das keine Zwangsarbeiter einsetzte, sich nicht an jüdischem Kapital bereicherte, sich keine ausländischen Konkurrenten in den besetzten Gebieten einverleibte und somit allgemein nicht von der Kriegswirtschaft profitierte.[4]

In den 1970er Jahren baute Gerhard Berz den Bereich Elementargefahren auf, der später in GeoRisikoForschung umbenannt wurde und den Ruf eines weltweit führenden Instituts auf dem Gebiet der Georisiko-Forschung in der Versicherungswirtschaft erlangte. Die Abteilung wird seit 2005 von Peter Höppe geleitet.

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft ist auch Gesellschafter an der Extremus Versicherung, einem deutschen Spezialversicherer für Großschäden durch Terrorismus.

Generaldirektoren / Vorstandsvorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Name
1880–1922 Carl von Thieme
1922–1938 Wilhelm Kißkalt
1938–1945 Kurt Schmitt
1945–1950 Eberhard Reininghaus
1950–1969 Alois Alzheimer
1969–1993 Horst Jannott
1993–2004 Hans-Jürgen Schinzler
seit 2004 Nikolaus von Bomhard

Konzernüberblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walking Man vor dem Geschäftsgebäude in der Münchner Leopoldstraße

Die Munich Re-Gruppe betreibt neben Rückversicherung auch das Erstversicherungsgeschäft durch die ERGO-Gruppe und seit 1999 das Asset Management durch die MEAG (MUNICH ERGO AssetManagement GmbH). Im Jahr 2015 lagen die gebuchten Bruttobeiträge der ERGO-Gruppe bei ca. 16,5 Mrd. Euro.

Rückversicherung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Munich Re hat rund 4.000 Kunden (Versicherungen) weltweit. Sie übernimmt Teile des Risikos dieser Versicherungen und berät diese umfassend im Versicherungsgeschäft. Neben ihrem Stammsitz in München unterhält die Munich Re mehr als 50 Außenstellen. Rückversichert werden u.a. Lebens-, Kranken-, Haftpflicht-, Unfall-, Kraftfahrt-, Transport/Luftfahrt/Raumfahrt-, Feuer- und technische Versicherungen. Im Jahr 2015 lagen die gebuchten Bruttobeiträge für die Sparte Rückversicherung bei ca. 28,2 Mrd. Euro.

Erstversicherung: ERGO-Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ERGO Group ist der Hauptanbieter von Erstversicherungen der Munich Re und bietet alle Formen der Lebens- und Krankenversicherung sowie die meisten Formen der Schadens- und Unfallversicherungen an. Die ERGO ist außerhalb Deutschlands weltweit in mehr als 30 Ländern vertreten und betreut rund 35 Mio. Kunden. Zur ERGO-Gruppe gehören unter anderem die Versicherungs-Tochtergesellschaften D.A.S., DKV und Europäische Reiseversicherung AG.

Mit gebuchten Bruttobeiträgen von 16,5 Mrd. Euro im Jahr 2015 (16,7 Mrd. Euro 2014) ist ERGO nach der Allianz AG die zweitgrößte Erstversicherungsgruppe in Deutschland. [1]

Asset Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 wurde die MEAG – MUNICH ERGO AssetManagement GmbH gegründet. Ihr Geschäftszweck ist die Verwaltung und Steigerung der Kapitalanlagen von Munich Re und ERGO sowie Dritter. Die weltweiten Kapitalanlagen von Munich Re in Höhe von 255 Mrd. € werden von der MEAG betreut, die ihre Kompetenz auch privaten und institutionellen Anlegern außerhalb der Gruppe anbietet.

Besitzverhältnisse (Stand 12/2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streubesitz ist fast 100 %. Die Zahl der in dem Aktienregister eingetragenen Aktionäre beträgt knapp 200.000 (Februar 2016). [5]

Die Aktionärsstruktur setzt sich wie folgt zusammen:

  • Institutionelle Anleger (74,7 %)
    • Banken (1,0 %)
    • Versicherungen (0,1 %)
  • Private Anleger (16,3 %)
  • Investmentgesellschaften (7,9 %)

Die Aktionäre befinden sich hauptsächlich in Deutschland (37,2 %) und Nordamerika (26,1 %), gefolgt von Europa (23,2 %), Großbritannien (12,9 %) und anderen Ländern (0,6 %).

Am 5. August 2011 überschritt die Chinesische Volksbank die Meldeschwelle von 3 Prozent der Aktienanteile. Sie hielt zu dieser Zeit zirka 5,45 Mio Stimmrechte.[6] Im März 2014 zog sich die Bank jedoch wieder zurück.[7]

Geschäftszahlen für den Konzern (nach IFRS)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Kennzahlen Munich Re[1]
Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Gebuchte Bruttobeiträge (Mrd. Euro) 38,2 37,4 37,3 37,8 41,4 45,5 49,6 52,0 51,1 48,8 50,4
Operatives Ergebnis (Mio. Euro) 4.156 5.877 5.573 3.834 4.721 3.978 1.180 5.350 4.409 4.027 4.819
Ertragsteuern (Mio. Euro) 1.014 1.648 801 1.372 1.264 692 552 -878 -108 312 -476
Konzernergebnis (Mio. Euro) 2.751 3.519 3.923 1.579 2.564 2.430 712 3.211 3.342 3.171 3.122
Kapitalanlagen (Mrd. Euro) 177,2 176,9 176,2 174,9 182,2 193,1 201,7 213,8 209,5 218,9 215,1
Versicherungstechnische Rückstellungen (Mrd. Euro) 154,0 153,9 152,4 157,2 163,9 171,1 181,2 186,1 187,7 198,4 198,5
Eigenkapital (Mrd. Euro) 24,3 26,3 25,3 21,1 22,3 23,0 23,3 27,4 26,2 30,3 31,0
Eigenkapitalrendite (%) 12,5 14,1 15,3 7,0 11,8 10,4 3,3 12,6 12,5 11,3 10,0
Mitarbeiter am 31. Dezember (Anzahl) 37.953 37.210 38.634 44.209 47.249 46.915 47.206 45.437 44.665 43.316 43.554

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Munich Re – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Munich Re: Konzerngeschäftsbericht 2015. Abgerufen am 31. März 2015.
  2. Ergänzende Informationen zur Gründungsgeschichte bei Spree, R.: Two Chapters on early history of the Munich Reinsurance Company: The Foundation/ The San Francisco Earthquake. Department of Economics, University of Munich, Munich Discussion Paper No. 2010-11 (online at http://epub.ub.uni-muenchen.de/11336/); Kluge, H.: Gründer und Erben. Die Geschichte der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft 1880-2007. München 2009 (unveröff. MS).
  3. Details bei Spree: Two Chapters.
  4. Aussage der neu veröffentlichten Chronik des Konzerns nach Sichtung der Akten durch unabhängige Historiker in: Münchner Merkur Nr. 247, Dienstag, 27. Oktober 2015, Seite 5
  5. http://www.munichre.com/de/ir/shares/shareholder-profile/regional-breakdown/index.html
  6. Chinas Notenbank hält mehr als 3% an Munich Re. DerBörsianer, 11. August 2011, abgerufen am 5. Juni 2013.
  7. Mitteilungen über Stimmrechtsquoten 2014. Abgerufen am 11. März 2015.
  8. Rezension.

Koordinaten: 48° 9′ 22″ N, 11° 35′ 18″ O