Munzingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Munzingen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Freiburg
Wappen
Munzingen
Freiburg im Breisgau
Stadtkreis Freiburg im Breisgau (FR)
Baden-Württemberg, Deutschland
Lage im Stadtkreis Freiburg
Basisdaten
Stadtteil mit Ortsverwaltung von Freiburg
Stadtteilnummer: 65 (Bezirk: 650)
Geografische Lage: 47° 58′ 7″ N, 7° 41′ 59″ OKoordinaten: 47° 58′ 7″ N, 7° 41′ 59″ O
Höhe: 213 m ü. NN
Fläche: 6,77 km²
Einwohner: 2.787 (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte: 395 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79112
Vorwahl: 07664
Adresse der
Verwaltung:
Ortsverwaltung Munzingen
Romanstraße 3
79112 Freiburg-Munzingen
Internetauftritt: Freiburg-Munzingen
Politik
Ortsvorsteher: Rolf Hasenfratz
Dialekt: Alemannisch
Hauptvariante: Niederalemannisch
Regionalvariante: Oberrheinalemannisch
Lokalvariante: südl. Kaiserstühlerisch

Munzingen ist ein ländlich geprägtes Dorf und seit dem 1. Juli 1973 ein Stadtteil von Freiburg im Breisgau[1] mit eigener Ortsverwaltung. Wie die anderen Freiburger Tunibergdörfer Waltershofen, Opfingen und Tiengen liegt es am östlichen Rande des Tunibergs und ist die südlichste dieser Ortschaften.

Luftbild Munzingen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Munzingen im Jahre 845. Allerdings weisen Funde aus der Steinzeit auf eine sehr frühe Besiedelung der Gegend hin. Die Endung „-ingen“ im Ortsnamen weist auf eine alemannische Gründung hin. Im Mittelalter gehörte der Ort lange den Herren von Üsenberg, später den Herren von Staufen und dann der Freiburger Familie Snewlin unter habsburgischer Oberhoheit als Teil Vorderösterreichs. Daher wurde in Munzingen auch nicht die Reformation durchgeführt und der Ort blieb katholisch. Seit 1806 ist Munzingen badisch.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist überregional als bedeutendes Wein- und Spargelanbaugebiet bekannt. Auf ca. 150 ha tiefgründigem Lößboden der Lage Kapellenberg werden von den Munzinger Winzern, die zum größten Teil dem Winzerverein Munzingen angehören, zu über 60 % Spätburgunder, 25 % Müller-Thurgau und 10 % Weißer Burgunder angebaut. Weitere Spezialitäten sind Gewürztraminer und Muskateller.

Unterhalb der Erentrudiskapelle wird Rollrasen angebaut.

Neben dem landwirtschaftlichen Sektor sind in Munzingen auch Unternehmen im Bereich Industrie und Handwerk ansässig.

Als ein Unternehmen im Bereich Industrie ist beispielsweise ein Hersteller von Membranpumpen erwähnenswert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Buslinien der Freiburger Verkehrs AG verbinden die Ortschaft mit dem Stadtgebiet von Freiburg. Außerdem verkehrt die Regionalbuslinie Freiburg–Hartheim durch den Ort. Die nahegelegene Autobahn A 5 wird erreicht über die Anschlussstellen Freiburg-Süd (Richtung Tiengen) oder Bad Krozingen (Richtung Hausen an der Möhlin).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weithin in der Gegend sichtbar ist das Wahrzeichen des Tunibergs: Die Erentrudiskapelle, die sich über dem Ort an der Südspitze des Tunibergs erhebt. Sie ist benannt nach Erentrudis von Salzburg und wurde in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts erstmals errichtet. 1750–1752 wurde sie von dem Bildhauer Matthias Faller restauriert und neu ausgestattet. Ein Teil der Ausstattung wurde ins Freiburger Augustinermuseum verbracht.
  • Auf der Munzinger Gemarkung befindet sich weiterhin das Schloss Munzingen, das immer noch von der Gräflichen Familie von Kageneck bewohnt wird. 1672 wurde es von Johann Friedrich Reichsfreiherr von Kageneck im Stil der Renaissance erbaut. Im Jahr 1745 wurde es dann im Stil des Rokoko verändert. Sehenswert ist die reich verzierte Fassade des kleinen Schlosses.
  • Schloss Reinach, ehemaliger Gutshof im Besitz der von Pforr, dann derer Erben, der von Kageneck, heute Hotel und Restaurant.
  • In der Ortsmitte befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Stephan. Der Chor stammt von 1590, das Langhaus von 1648 wurde 1747 vergrößert und barock umgestaltet. Ein Taufstein aus dem 17. Jahrhundert ist beachtenswert.
  • Ebenfalls in der Ortsmitte steht ein „Gigili“ genannter Rundturm, letzter Überrest eines im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Wasserschlosses.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Blick von der Erentrudiskapelle über Munzingen, im Hintergrund der Schwarzwald

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Xaver Kraus, aus dem Nachlass herausgegeben von Max Wingenroth: Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) (= Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden Bd. 6, 1). Mohr Siebeck, Tübingen/Leipzig 1904, S. 313–315 (Digitalisat).
  • Alfred Graf von Kageneck: Freiburg-Munzingen. Pfarrkirche, Erentrudiskapelle, Schloß (= Kleine Kunstführer 1126). Schnell & Steiner, München/Zürich 1978.
  • Ulrike Rödling (Bearb.): Munzingen. Ein Dorf im Wandel der Zeit, hrsg. von der Stadt Freiburg, Ortsverwaltung Munzingen. Freiburg-Munzingen 1991.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Munzingen (Freiburg im Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 506.