Murali Perumal

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Murali Perumal (* 28. Februar 1978 in Bonn) ist ein deutscher Schauspieler indischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Murali Perumal wuchs in Bonn auf, wo er 1997 sein Abitur machte. Von 1998 bis 2002 studierte er am Max Reinhardt Seminar in Wien Schauspiel. Noch während seines Studiums bekam seine erste Fernsehrolle in der ORF-Serie Dolce Vita & Co, wo er einen Zeitungsverkäufer spielte. Danach folgte eine Rolle im Kinofilm Anatomie 2. Nach Beendigung des Studiums gab er sein Theaterdebüt am Theater Magdeburg in dem Stück Heaven und spielte in dem Drei-Mann-Stück Maurer in Frankfurt/Oder, beide unter der Regie von Matthias Brenner. Danach folgten Stücke in Potsdam und unter der Regie von Thomas Ostermeier Rollen an den Münchner Kammerspielen und an der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin.

Zeitgleich drehte Murali Perumal Fernseh- und Kinoproduktionen, u. a. Die Musterknaben 3 mit Oliver Korittke und Jürgen Tarrach und Nachtschicht an der Seite von Armin Rohde und Ulrike Krumbiegel. Er trat außerdem in Tatort-Folgen auf, u. a. als Bösewicht im Hamburger Tatort an der Seite von Mehmet Kurtuluş.

Von 2007 bis 2011 war Murali Perumal Ensemblemitglied am Schauspiel Köln unter der Leitung von Karin Beier, das in diesen Jahren zweimal zum deutschsprachigen „Theater des Jahres“ gekürt wurde.[1] Mit dem Stück Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen, Regie Karin Beier, das 2010 zur „Inszenierung des Jahres“ gewählt wurde, trat Murali Perumal in der Rolle des Horst beim Theatertreffen in Berlin auf.[2]

In diesen Jahren entstanden weitere Film- und Fernsehproduktionen. U. a. wirkte Murali Perumal in dem Kinofilm Eden is West unter der Regie von Oscar-Preisträger Konstantin Costa-Gavras mit. Auch die Rolle des philosophierenden Taxifahrers in dem ORF-Zweiteiler Aufschneider mit Josef Hader in der Hauptrolle spielte er in diesen Jahren. Außerdem entstanden Filme mit Bastian Pastewka, Annette Frier, Matthias Brandt, Christiane Hörbiger, Alexandra Neldel, Christian Tramitz und Ottfried Fischer. Insgesamt drehte er über 54 Filme in fünf Ländern.

Zuletzt spielte Murali Perumal in der Hollywoodproduktion Big Game mit Samuel L. Jackson in der Hauptrolle einen Pentagonanalysten an der Seite von Jim Broadbent, Ted Levine, Felicity Huffman und Victor Garber[3] und übernahm die Rolle des Driss am Theaterforum K3 (2001) Komödienhaus in Heilbronn in der Bühnenfassung des Kinoerfolgs Ziemlich beste Freunde[4][5] und die Rolle des Politredakteurs Brand in dem Stück Carambolage am Theater Nestroyhof Hamakom/Salon 5 in Wien.[6]

Murali Perumal engagiert sich aktiv für die Gleichberechtigung von Schauspielern mit Migrationshintergrund. In einem offenen Brief an die Süddeutsche Zeitung kritisiert der deutsch-indische Schauspieler z.B. die Besetzungspolitik an deutschsprachigen Theatern.[7] Er ist Mitglied der Vereinigung Das Göthe Protokoll, die sich bis 2013 für die Vielfalt und Integration von Minderheiten in Deutschland einsetzt.[8]

Murali Perumal lebt in München.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theater des Jahres 2010: Doppelsieg für Schauspiel Köln. Spiegel Online (Kultur), 26. August 2010.
  2. Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen. Eintrag im Programm des Theatertreffens 2010. Internetseite der Berliner Festspiele (Archiv)
  3. Big Game production details, Internet Movie Database (englisch)
  4. Premiere am 10. Mai 2014, 20 Uhr, Komödienhaus – Ziemlich beste Freunde. Veranstaltungshinweis vom städt. Theater Heilbronn (theater-heilbronn.de)
  5. Ziemlich beste Freunde: Die Komödie nach dem gleichnamigen Film von Éric Toledano und Olivier Nakache hatte in Heilbronn Premiere – Schnelle Dialoge gegen das Mitleid. in: Fränkische Nachrichten, 12. Mai 2014.
  6. Familienaufstellung mit Göttin und Teufel - Theaterkritik - www.mottingers-meinung.at - Die Online-Kulturzeitschrift
  7. Debatte über (Post-)Migranten an deutschen Theatern – Ein offener Brief des Schauspielers Murali Perumal an die Süddeutsche Zeitung - www.nachtkritik.de
  8. Kulturelle Diversität im Theater (Memento vom 9. Januar 2015 im Internet Archive), Radiobeitrag Bayerischer Rundfunk, 31. Januar 2014