Murbach

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Murbach
Murbach (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Thann-Guebwiller
Kanton Guebwiller
Gemeindeverband Région de Guebwiller
Koordinaten 47° 55′ N, 7° 9′ OKoordinaten: 47° 55′ N, 7° 9′ O
Höhe 396–1420 m
Fläche 6,66 km²
Einwohner 164 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte 25 Einw./km²
Postleitzahl 68530
INSEE-Code
Rathaus (Mairie)

Murbach ist eine französische Gemeinde mit 164 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied in der Communauté de communes de la Région de Guebwiller.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Oberelsass am Fuß des Grand Ballon (Großer Belchen) in den Südvogesen und ist Teil des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges. Die nächste Nachbargemeinde ist Buhl.

Der Ort Murbach mit dem Rest seiner romanischen Klosterkirche ist eine Station der Romanischen Straße des Elsass.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reste der Klosterkirche

Ältere Ortsbezeichnungen sind Muorbach (727), Maurobaccus, Muorbaccus (728), Marbach (729), Maurbach (760), Morbach (761), Můrbach (976), Muerbach (1600) und Mourbach (1680).[1]

Der heilige Pirmin, ein Missionar, gründete 727 eine Benediktinerabtei, dort wo später das Dorf Murbach entstand. Von der ehemaligen Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert steht heute nur noch der Chor mit zwei Nebenchören, zwei Türmen und dem Querschiff. Entsprechend den Neuerungen der Cluniazenserreform in Cluny und Hirsau hat der Chor einen flachen Abschluss und keine Apsis. Das mächtige Langhaus wurde 1738 abgebrochen, um einem barocken Neubau Platz zu machen, der aber nie begonnen wurde. Dem heiligen Pirmin ist eine Statue gewidmet.

Im Jahr 1680 wurde die Ortschaft des Heiligen Römischen Reichs zusammen mit der Fürstabtei Murbach aufgrund von Beschlüssen der Reunionskammern von Breisach und Metz vom Königreich Frankreich annektiert.[2]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Gebweiler im Bezirk Oberelsaß[3] zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg musste das Gebiet, aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt, und der Ort stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner bis 1945
1791[4] 1905 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016 2017
271[3] 191 273 176 130 90 89 116 136 136 153 159

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Murbach, Kreis Gebweiler, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Murbach (meyersgaz.org).
  • Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 117–124 (Google Books).
  • Theodor Franz Xaver Hunkler: Geschichte der Stadt Colmar und der umliegenden Gegend, Colmar 1838, S. 455–457 (Google Books).
  • Johann Friedrich Aufschlager: Das Elsass: Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente. Band 2, Straßburg 1825, S. 124, Ziffer 8 (Google Books).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band II: Ober-Elsass, Friedrich Bull, Straßburg 1881, S. 471–481 (Google Books).
  • Die alten Territorien des Elsaß nach dem Stand vom 1. Januar 1648. Mit Ortsverzeichnis und zwei Kartenbeilagen. Statistische Mittheilungen über Elsaß-Lothringen, Heft 27. Herausgegeben vom Statistischen Bureau für Elsaß-Lothringen. Verlag M. DuMont-Schauberg, Straßburg 1896, S. 53–57 (Google Books).
  • André Gatrio: Die Abtei Murbach in Elsaß, Le Roux & Co., Straßburg i. Els. 1895.
  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 518–522.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Murbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band II: Ober-Elsass, Friedrich Bull, Straßburg 1881, S. 471–481 (Google Books).
  2. Maximilian du Prel: Die Deutsche Verwaltung in Elsass-Lothringen 1870-1879. Denkschrift mit Benutzung amtlicher Quellen. Karl J. Trübner, Straßburg 1879, S. 6–7 (Google Books).
  3. a b Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Gebweiler
  4. Die Angaben zu 1791, 1905 und 2016 stammen aus: Philippe Legin: Die Abtei Murbach. Übersetzt von Eve Gissinger. Savoir Decouvrir, St. Ouen o. J., S. 24.