Murshidabad (Distrikt)

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Distrikt Murshidabad
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Westbengalen
Verwaltungssitz: Murshidabad
Fläche: 5.324 km²
Einwohner: 5.863.717 (Zensus 2001)
Bevölkerungsdichte: 1101 Ew./km²
Website: murshidabad.gov.in

Murshidabad (bengalisch: মুর্শিদাবাদ জেলা, Murśidābād jelā) ist ein Distrikt im indischen Bundesstaat Westbengalen. Er erstreckt sich über eine Fläche von 5324 km² und hat 5,863 Millionen Einwohner (Zensus 2001). Die Distriktshauptstadt ist Baharampur.

Geografie[Bearbeiten]

Murshidabad grenzt an die westbengalischen Distrikte Nadia, Bardhaman, Birbhum und Malda, sowie den Bundesstaat Jharkhand. Der Ganges bildet die gemeinsame Grenze mit Bangladesch. Politisch ist der Distrikt in 17 Taluks unterteilt.

Der Distrikt besteht aus zwei von Fluss Bhagirathi geteilten Regionen, die Hochebene Rarh im Westen und das fruchtbare zum Gangesdelta gehörige Bagri im Osten. Der westliche Teil des Distrikts ist durch den Anbau von Maulbeeren und der östliche Teil vom Reis-, Jute-, Mango- und Getreideanbau geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1197 wurde das Gebiet Teil des Königreichs Gaur, im 18. Jahrhundert übernahm es auf die Britische Ostindien-Kompanie. Historisch bedeutsam ist die Stadt Murshidabad, die einstmals Hauptstadt von Bengalen war. Die machteinflussentscheidende Schlacht bei Plassey, dem kleinen Ort Palashi, fand in diesem Gebiet statt.

Bei der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 erhielt Indien abweichend von der sonstigen Teilungsideologie den mehrheitlich muslimischen Bezirk Murshidabad, da hier ein wichtiger Zufluss des Ganges zum Fluss Hugli besteht, der für die Schiffbarkeit des Flusses und damit indirekt für den Hafen von Kolkata wichtig ist. Als Ausgleich wurde der damalige Distrikt Khulna, obwohl er eine Hindu-Mehrheit hatte, zu Ost-Pakistan (heute Bangladesch) geschlagen.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Melitta Waligora: Die Grenze zwischen Indien und Bangladesh als Konfliktzone. Südasien-Chronik - South Asia Chronicle 2/2012, S. 235-270; Südasien-Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin ISBN: 978-3-86004-286-1 (pdf)