Musculus adductor magnus

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Musculus adductor magnus
Gray433.png
Adduktorengruppe, der Musculus adductor magnus ist im unteren Drittel sichtbar
Ursprung
Schambein (Ramus inferior ossis pubis) und Sitzbein (Ramus ossis ischii, Tuber ischiadicum)
Ansatz
Oberschenkelknochen (Labium med. der Linea aspera, Epicondylus medialis (Tuberculum adductorium) )
Funktion
Adduktion des Oberschenkels
Innervation
Nervus obturatorius, Nervus tibialis
Spinale Segmente
L3, L4

Der Musculus adductor magnus (lat. für „großer Adduktor“) ist der größte der Adduktoren des Oberschenkels. Zwischen seinen Ansätzen an der Linea aspera und dem Tuberculum adductorium bildet sich das Hiatus adductorius (von lat. hiatus „Öffnung“) oder auch Hiatus tendineus. Durch diese Öffnung gelangen die Arteria femoralis und die Vena femoralis über den Adduktorenkanal in die Kniebeuge.

Der aus dem Ramus ischiopubicus entspringende Teil heißt pubofemoral Anteil oder Musculus adductor minimus, der aus dem Tuber ischiadicum entspringende Teil ist der ischiocondylare oder ischiocrurale Anteil. Der Ramus ischiopubicus ist ein zusammengesetzter Teil[1] des Ramus inferior ossis pubis (unterer Schambeinast) und des Ramus inferior ossis ischii (unterer Sitzbeinast).

Bei den Huftieren ist er der einzige der drei Musculi adductores und wird daher einfach als Musculus adductor bezeichnet. Bei Schlachttieren ist der Muskel Teil der Oberschale.

Durch seine anteriore Fläche ist der Muskel mit dem Musculus pectineus, dem Musculus adductor brevis, dem Musculus adductor longus, der Arteria femoralis und Vena femoralis, der Arteria profunda femoris und Vena profunda femoris mit ihren Äste, und mit den posterior Zweige der Arteria Obturatoria, Vena Obturatoria und Nervus obturatorius in Verbindung.

Funktion[Bearbeiten]

Der Musculus adductor magnus beugt und adduziert (Adduktion: Heranziehen zur Körpermitte) den Oberschenkel im Hüftgelenk. Der dorsale Anteil des Musculus adductor magnus streckt den Oberschenkel im Hüftgelenk, da dieser Teil dem Sitzbeinhöcker entspringt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Zilles, Gerd Rehkämper:Funktionelle Neuroanatomie. Springer Verlag Berlin Heidelberg, Berlin Heidelberg 1993, ISBN 978-3-540-54690-0.
  • Roman Fischer:Beiträge zur Lehre über die Hernia obturatoria. J. Kaiser'sche Buchhandlung, Luzern 1856.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ramus ischiopubicus, IMAIOS Medizinische Website für Gesundheitsberufler