Musculus buccinator

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Musculus buccinator
Buccinator.jpg
Ursprung
Ober- und Unterkiefer (Processus alveolaris)
Ansatz
Mundwinkel
Funktion
Anpressen der Backen
Innervation
Nervus facialis (Hirnnerv VII)

Der Musculus buccinator (lat.: Backenmuskel oder Trompetermuskel, veraltet auch Musculus buccinatorius) ist ein Skelettmuskel, der im Wesentlichen die Wange (Backe) formt. Im Gegensatz zu den anderen mimischen Muskeln besitzt der M. buccinator eine eigene Muskelfaszie. Mit den oberen Schlundkopfschnürern ist er über die Raphe pterygomandibularis verbunden.

Bei Tieren unterscheidet man eine Pars buccalis (Backenteil) und eine tiefer gelegene Pars molaris (Mahlzahnteil).

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Musculus buccinator drückt die Backen gegen die Zahnreihen. Er transportiert Nahrung aus dem seitlichen Mundhöhlenvorhof zurück in die eigentliche Mundhöhle. Außerdem wird er bei Tätigkeiten wie Pusten oder Pfeifen aktiviert. Als mimischer Muskel unterstützt der M. buccinator zusätzlich den Ausdruck des Lachens bzw. Weinens.

Bezeichnung als Trompetermuskel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Trompetermuskel geht zurück auf die historischen Abbildungen der trompetenspielenden Barockengel, welche stets mit aufgeblasenen Wangen dargestellt sind. Entgegen der eigentlichen Tonerzeugung veranschaulicht es das einfache Luft hineinpusten, was auch der Funktion des Muskels entspricht. Zum eigentlichen Trompetenspiel verwenden nur sehr wenige Spieler, wie. u. a. Dizzy Gillespie diesen Muskel intensiv. Die wichtigsten Muskeln zum Trompetenspielen[1] sind der Mundringmuskel der Unterlippenherabzieher, der Mundwinkelherabzieher und Mundwinkelheber sowie der Jochbeinmuskel.

Buccinator muscle animation small.gif
Musculus buccinator (rot)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Bertsch: Zur Tonerzeugung auf der Trompete. Dissertation, Univ. f. Musik Wien, Wien 2002