Museum der Stadt Lünen

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Museum der Stadt Lünen
Stadtmuseum Luenen IMGP9822 wp.jpg
Museum der Stadt Lünen
Daten
Ort Lünen
Betreiber Stadt Lünen
Leitung Katja Stromberg
Website Museen in Lünen
ISIL DE-MUS-089716

Das Museum der Stadt Lünen, seit 1966 bestehend, befindet sich im Gesindehaus des Schlosses Schwansbell in Lünen (Kreis Unna, Nordrhein-Westfalen). Es gehört zur Route der Industriekultur – Sole, Dampf und Kohle.

Seit 1983 sind die Bestände des Museums der Stadt Lünen in dem früheren Wirtschaftsgebäude von Schloss Schwansbell ausgestellt. Auf mehr als 500 Quadratmetern werden dem Besucher zusammengetragene Sammlungen vorgestellt. Fünf Wohnräume aus der Zeit zwischen 1840 und 1930, eine Gusseisensammlung, die Spielzeug- und Puppensammlung, eine Keramikabteilung sowie bäuerliches und handwerkliches Arbeitsgerät bilden die Schwerpunkte.

Es wird seit 2018 von Katja Stromberg geleitet.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnen von 1840 bis 1930[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Abteilung Wohnkultur sind zurzeit vier Wohnräume und ein Schlafzimmer ausgestellt. Die älteste Einrichtung entstammt den Jahren 1840/50 und gehörte einst der Familie Waldschmidt, aus deren Besitz sie durch Schenkung an das Museum gelangte. Drei Räume um 1900 stehen nebeneinander: das Wohnzimmer einer Beamtenfamilie aus Lünen und die Wohnküche einer Arbeiterfamilie aus Lünen-Süd. Die Räume sind in ihren Einrichtungen nahezu zeitgleich und ermöglichen damit Vergleiche der Wohnkultur. Das jüngste Zimmer ist ein Herrenzimmer, das im Jahre 1930 von einer Möbelfabrik in Hamm für eine Lüner Familie hergestellt wurde. Zur Ausstattung gehören Erinnerungsstücke aus Deutsch-Ostafrika. Der Besitzer war dort Kolonialbeamter.

Gusseisen und Öfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung „Gusseisen“ erinnert daran, dass in der Stadt Lünen einst vier Eisengießereien existierten, die eine Fülle an gusseisernen Erzeugnissen herstellten. Auffällig ist hier die Ofensammlung, vorwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zimmeröfen, Herde und Werkstattöfen, aber auch Notöfen, wie z. B. Schützengrabenöfen, dokumentieren die Entwicklung des eisernen Ofens. Der Eisenkunstguss, insbesondere der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wird an vielen Beispielen gezeigt, ebenso die Produkte der Eisenhütten für den alltäglichen Gebrauch, z. B. Bügeleisen.

Spielzeug und Puppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die farbige und liebenswürdige Welt des Spielzeugs ergänzt die Abteilung Wohnkultur, denn Puppenstuben und Spielzeug sind verkleinerte Abbilder der Erwachsenenwelt und spiegeln gesellschaftliche Leitbilder und erzieherische Vorstellungen wider – das Spielzeug war „Lern“-Spielzeug. Neben der Faszination, die von altem Spielzeug und Puppen aus Holz, Wachs, Leder, Stoff, Porzellan oder Kunststoff ausgeht, vermittelt die Sammlung Einblick in die soziale Wirklichkeit der Puppenmacher: In der Puppenherstellung war Kinderarbeit bis in das 20. Jahrhundert üblich.

Keramik (Schwerpunkt Töpferei)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung „Keramik“ geht auf ein früher in Lünen blühendes Gewerbe zurück: die Töpferei. Im 19. Jahrhundert gab es hier etwa zehn Betriebe, die ihre Erzeugnisse in einem Umkreis von 50 km vertrieben. Neben Lüner Erzeugnissen werden auch Waren aus anderen westfälischen Töpferorten vorgestellt, dazu Importwaren, die aus dem hessischen, dem niederrheinischen und selbst aus dem niederschlesischen Bunzlauer Töpfergebiet nach Westfalen gebracht wurden. Ein kleines Porzellankabinett, dessen Stücke ein Teil der Schenkung Waldschmidt sind, rundet die Keramikabteilung ab.

Vom Dreschflegel bis zum Butterfass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museumsgebäude, das einst als Stall und Scheune für die Landwirtschaft des Schlosses Schwansbell diente, bietet in seinem Obergeschoss Platz für eine Sammlung landwirtschaftlicher und handwerklicher Geräte. In dem hallenartigen Raum sind Feldgeräte aufgestellt, mit denen in Lünen und Umgebung Bauern ihre Arbeit verrichteten. Gerätschaften aus der ländlichen Küche und Vorrichtungen zum Spinnen und Weben geben einen Einblick in die Arbeit der Frau. Eine Schneiderwerkstatt, eine Backstube, eine Holzschuhmacherei und eine Schusterwerkstatt runden das Bild ab.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Besichtigung des Museums sind auch Gruppenbesuche während der Öffnungszeiten möglich. Das Museum veröffentlicht Informationen aus dem Museum zu Museumsobjekten und zur Lüner Stadtgeschichte. Wechselnde Ausstellungen führt das Museum ebenfalls durch.

Nach Absprache mit der Stadt sind in zwei Räumen des Museums auch standesamtliche Trauungen möglich.

Seit 2018 ist Katja Stromberg die neue Leiterin des Museums. Sie ist Nachfolgerin von Wingolf Lehnemann, der das Museum aufgebaut und über 50 Jahre ehrenamtlich geleitet hat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 36′ 13,1″ N, 7° 32′ 19″ O