Museum des 20. Jahrhunderts Berlin

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Blick auf die Neue Nationalgalerie und die Matthäuskirche sowie im Vordergrund die Freifläche, auf der das Museum des 20. Jahrhunderts entstehen soll

Das Museum des 20. Jahrhunderts ist ein geplantes Museumsbauwerk der Staatlichen Museen zu Berlin am Kulturforum im Berliner Ortsteil Tiergarten, das ursprünglich im Jahr 2021 eröffnet werden sollte.[1] Zurzeit rechnet man mit einer Eröffnung nicht vor Mitte der 2020erVorlage:Zukunft/In 5 Jahren Jahre.[2] Es soll unter anderem die Sammlung des 20. Jahrhunderts der Berliner Nationalgalerie beherbergen und wird mit der Neuen Nationalgalerie unterirdisch verbunden sein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu bebauende Freifläche mit Blick auf die Potsdamer Straße und die Staatsbibliothek

Da die Sammlung zur Kunst des 20. Jahrhunderts seit Jahrzehnten nur zu Teilen gezeigt werden kann, beschloss der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im November 2014, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Betrag von 200 Millionen Euro für einen Museumsneubau am Kulturforum zur Verfügung zu stellen. Als Bauplatz ist die Freifläche an der Potsdamer Straße, zwischen Philharmonie, Neuer Nationalgalerie und Matthäuskirche, vorgesehen. Hier plante Hans Scharoun in den 1960er Jahren ein Gästehaus des Senats, das jedoch nicht umgesetzt wurde. Stattdessen wurde die angrenzende Potsdamer Straße mehrspurig ausgebaut und der Bauplatz blieb leer.

Für das Bauprojekt lobte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz im September 2015 einen Ideenwettbewerb aus, an dem sich 460 Architekturbüros beteiligten.[3] Zehn Preisträger qualifizierten sich dabei für die Teilnahme am darauffolgenden Realisierungswettbewerb, der im April 2016 begann. Nach einer Vorauswahl nahmen daran 42 internationale Bürogemeinschaften aus Architekten und Landschaftsplanern teil, darunter David Chipperfield und Zaha Hadid Architects.[4][5]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den ersten Platz der Bauausschreibung errang der Entwurf der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron.[6]

Während die Innenanmutung und deren Verkehrsflächen allseits als besonders gelungen gelobt werden, ist die Fachwelt uneinig darüber, ob der Entwurf der äußerst schwierigen städtebaulichen Situation zwischen Neuer Nationalgalerie, Philharmonie und Matthäuskirche gerecht werden können wird.[7]

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Sammlung der Kunst des 20. Jahrhunderts aus dem Bestand der Berliner Nationalgalerie sollen zukünftig Werke vor allem des deutschen Expressionismus, des Kubismus, Surrealismus und der Farbfeldmalerei, aber auch der DDR-Kunst und der Video- und Filmkunst gezeigt werden.

Ergänzt wird diese Ausstellung durch die 2002 erfolgte Schenkung durch Egidio Marzona, die Werke unter anderem der Konzeptkunst, der Minimal Art und der Land Art enthält. Weitere Ausstellungsteile des Hauses sollen zum einen für die Sammlung Marx, mit Werken unter anderem von Joseph Beuys, Anselm Kiefer und Andy Warhol, sowie für die Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch reserviert werden. Letztere enthält vor allem Werke des europäischen Surrealismus und des amerikanischen abstrakten Expressionismus.[8] Die Eheleute Pietzsch hatten ihre Sammlung 2010 dem Land Berlin geschenkt unter den Bedingungen, dass das Land die Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Dauerleihgabe überlässt und die Stiftung Teile der Sammlung dauerhaft präsentiert. Durch den Beschluss zum Bau des Museums des 20. Jahrhunderts sahen Ulla und Heiner Pietzsch ihre Forderungen erfüllt und vollzogen die Schenkung endgültig im November 2016.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herzog & de Meuron bauen Museum der Moderne in Berlin. (Memento vom 28. Oktober 2016 im Internet Archive) In: shz.de, 27. Oktober 2016
  2. http://www.tagesspiegel.de/kultur/bauarbeiten-in-berlin-kulturforum-wird-fertig-im-jahr-2032/20594802.html
  3. BauNetz Media GmbH: Demut statt Krone – Ideenwettbewerb am Kulturforum entschieden. In: BauNetz. 15. Februar 2016 (baunetz.de [abgerufen am 7. Juli 2017]).
  4. Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Der Zeitplan: www.nationalgalerie20.de. Abgerufen am 7. Juli 2017.
  5. Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Der Realisierungswettbewerb: www.nationalgalerie20.de. Abgerufen am 7. Juli 2017.
  6. Eine Wellblechhütte, die innen glänzt. In: Deutschlandradio Kultur, 27. Oktober 2016
  7. Der größte Aldi von Berlin. In: Deutschlandradio Kultur, 27. Oktober 2016
  8. Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Die Sammlungen in der Neuen Nationalgalerie – Museum des 20. Jahrhunderts: www.nationalgalerie20.de. Abgerufen am 7. Juli 2017.
  9. Sammlung Pietzsch - Freunde der Nationalgalerie. Abgerufen am 7. Juli 2017 (englisch).

Koordinaten: 52° 30′ 29,1″ N, 13° 22′ 6,6″ O