Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte
Detmold - Russlanddeutsches Museum.jpg
Daten
Ort Detmold
Art Museum für Kulturgeschichte
Eröffnung 16. März 1996[1]
Besucheranzahl (jährlich) ca. 5500
Leitung Kornelius Ens
Website www.russlanddeutsche.de
ISIL DE-MUS-964810

Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold ist das erste und bisher einzige[2] Museum der Russlanddeutschen und Russlandmennoniten in Deutschland zur Dokumentation und Präsentation ihrer Geschichte und Kultur im internationalen Kontext von Migration und Integration. Langjährige Leiterin war Katharina Neufeld.[3] Amtierender Museumsdirektor ist der Historiker Kornelius Ens.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Ausstellungen zur Geschichte der Russlanddeutschen, initiiert und durchgeführt von Privatpersonen wie Otto Hertel, Jakob Wedel[4] oder Katharina Neufeld[5] in Kooperation mit dem Christlichen Schulverein Lippe und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, führten Mitte der 1990er Jahre zur Einrichtung einer dauerhaften Aufbewahrungsstätte der Ausstellungsmaterialien und der von Jakob Wedel zur Verfügung gestellten Kunstwerke. Mit einer Dauerausstellung und verschiedenen Sonderausstellungen gewährte das "Museum zur Geschichte der Deutschen in/aus Russland" seit dieser Zeit Einblicke in die Vergangenheit der deutschen Minderheit in Russland bzw. in der Sowjetunion und in ihren Nachfolgestaaten. Von Anfang an präsentierte das russlanddeutsche Museum das häusliche Milieu, das religiöse Leben und die wirtschaftlichen Leistungen der Russlanddeutschen in ihrer bewegten Migrationsgeschichte - in einem kleinen Gebäude auf dem Gelände der August-Hermann-Francke-Schule in Detmold. Das wachsende Archiv mit Exponaten sowie eine umfangreiche Bibliothek und Fotosammlung bietet Wissenschaftlern, Familienforschern und anderen Interessierten die Möglichkeit, sich mit der Geschichte, Kultur und Integration der Russlanddeutschen bzw. der Spätaussiedler anschaulicher als bisher auseinanderzusetzen. Mit der Gründung des Trägervereins Verein für russlanddeutsche Kultur und Volkskunde e. V. im Februar 2002 kam es zur Umbenennung des Museums in Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte.

Veranstaltungen, Ausstellungen, Exponate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben zahlreichen eigenen Dauer-, Wander- und Sonderausstellungen kommt es auch immer häufiger zu Kooperationen mit anderen Museen und Einrichtungen zur Pflege der Geschichte und Kultur in Deutschland, wie auch das Jahresthema 2009 im Freilichtmuseum Detmold zeigt: Angekommen. Russlanddeutsches Leben. Seit der Gründung des russlanddeutschen Museums spielen vor allem auch die Kunstwerke von Jakob Wedel, die als Dauerleihgabe vor Ort oder auf Wanderausstellungen zu sehen sind, eine bedeutende Rolle in der Veranschaulichung russlanddeutscher Geschichte. Neben den Plastiken und Kunstwerken von Wedel sind im Museum Bibeln, Dachpfannen, Truhen, Tischdecken, Wanduhren, Geldscheine und andere Exponate von historischer Bedeutung zu erkunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Am Anfang stand eine Vision. Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, abgerufen am 24. Juli 2012.
  2. Museumsinitiative in OWL. Museumsinitiative in OWL e.V., abgerufen am 27. Dezember 2009.
  3. Museumsbroschüre. Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 13. Juli 2011, abgerufen am 24. Juli 2012 (PDF; 10,7 MB).
  4. Jakob Wedel. Verein für russlanddeutsche Kultur und Volkskunde e. V., abgerufen am 27. Dezember 2009.
  5. Katharina Neufeld, 56, Museumsleiterin aus Detmold. In: Neuland 02/2008 - Ostwestfalen-Lippe. brand eins Wissen GmbH & Co. KG, Februar 2008, abgerufen am 17. Februar 2012.

Koordinaten: 51° 56′ 58″ N, 8° 52′ 45″ O