Music for the Masses

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Music for the Masses
Studioalbum von Depeche Mode
Veröffentlichung 28. September 1987
Label Mute Records
Genre Synthie Pop
Anzahl der Titel 10 (LP), 14 (CD)
Laufzeit 42:34 (LP), 62:50 (CD)

Besetzung

Produktion Depeche Mode, David Bascombe
Studio Guilliame Tell, Paris und Konk, London
Chronologie
Black Celebration
(1986)
Music for the Masses Violator
(1990)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Music for the Masses
  DE 2 ??.??.1987 (? Wo.)
  AT 16 01.11.1987 (8 Wo.) [1]
  CH 4 11.10.1987 (8 Wo.) [2]
  UK 10 10.10.1987 (4 Wo.) [3]
  US 35 24.10.1987 (59 Wo.) [4]
Singles
Strangelove
  DE 2 11.05.1987 (15 Wo.) [5]
  AT 29 15.07.1987 (2 Wo.) [1]
  CH 3 10.05.1987 (13 Wo.) [2]
  UK 16 09.05.1987 (5 Wo.) [3]
  US 76 25.07.1987 (6 Wo.) [6]
  US 50 10.09.1988 (15 Wo.) [6]
Never Let Me Down Again
  DE 2 07.09.1987 (14 Wo.) [5]
  AT 29 01.11.1987 (4 Wo.) [1]
  CH 7 06.09.1987 (13 Wo.) [2]
  UK 22 05.09.1987 (4 Wo.) [3]
  US 63 26.12.1987 (10 Wo.) [6]
Behind the Wheel
  DE 6 18.01.1988 (17 Wo.) [5]
  CH 6 24.01.1988 (7 Wo.) [2]
  UK 21 09.01.1988 (5 Wo.) [3]
  US 61 07.05.1988 (11 Wo.) [6]
Little 15
  DE 16 06.06.1988 (14 Wo.) [5]
  AT 25 15.08.1988 (2 Wo.) [1]
  CH 18 12.06.1988 (8 Wo.) [2]
  UK 60 28.05.1988 (2 Wo.) [3]
[5]

[1] [2] [3] [6]

[4]

Music for the Masses ist das sechste Studioalbum der britischen Synthie-Pop-Band Depeche Mode. Es wurde in den Studios Guillaume Tell (Paris) und Konk (London) produziert.

Sowohl das Album als auch die ersten beiden Singles Strangelove und Never Let Me Down Again erreichten Platz 2 der deutschen Charts. Auf der anschließenden Tour For the Masses spielte Depeche Mode als eine der ersten Elektronik-Bands in Stadien. Besondere Bekanntheit erlangte das 101. und letzte Konzert vor über 60.000 Zuschauern[7] im Rose Bowl Stadium, Pasadena, USA. Der Dokumentarfilmer D. A. Pennebaker begleitete die Band und drehte den Film 101, der 1989 auf Video erschien und Ausschnitte des Konzerts sowie Interviews mit Fans und der Band zeigt. Der Mitschnitt des Konzerts selbst wurde ebenfalls auf LP, CD und später zusammen mit dem Film auf DVD veröffentlicht (ebenfalls als 101).

Stil[Bearbeiten]

Nach dem sehr düsteren und melancholischen Black Celebration schlug Depeche Mode mit Music for the Masses eine etwas optimistischere Richtung ein, ohne dabei den dunklen Grundton zu verlieren, der die Band auszeichnet. Das Wort masses ermöglicht zwei Interpretationen des Titels. Es bedeutet zum einen Massen (im Sinne von Menschenmassen), was auf die eben etwas kommerziellere Ausrichtung des Albums anspielt. Zum anderen bedeutet mass auch Messe (im religiösen Sinn), wodurch der Bezug zum Vorgänger hergestellt wird (Black Celebration bedeutet schwarzes Fest oder schwarze Messe).

Titelliste[Bearbeiten]

  1. Never Let Me Down Again – 4:47
  2. The Things You Said – 3:55
  3. Strangelove – 4:56
  4. Sacred – 4:43
  5. Little 15 – 4:14
  6. Behind the Wheel – 5:17
  7. I Want You Now – 3:44
  8. To Have and to Hold – 2:51
  9. Nothing – 4:13
  10. Pimpf – 3:54
  11. Agent Orange – 5:05 *
  12. Never Let Me Down Again (Aggro Mix) – 4:54 *
  13. To Have and to Hold (Spanish Taster) – 2:36 *
  14. Pleasure, Little Treasure (Glitter Mix) – 5:38 *

Die mit * gekennzeichneten Titel sind nur als Bonustracks auf der CD-Version enthalten.

Alle Songs wurden von Martin Gore geschrieben, der außerdem The Things You Said und I Want You Now singt. Die restlichen Songs werden von Dave Gahan gesungen, Pimpf und Agent Orange sind Instrumentalstücke. Am Ende von Pimpf befindet sich das kurze Instrumental Interlude #1: Mission Impossible.

Single-Auskopplungen[Bearbeiten]

  • Strangelove – 13. April 1987
  • Never Let Me Down Again – 24. August 1987
  • Behind the Wheel – 28. Dezember 1987
  • Little 15 – 16. Mai 1988

Die Band empfand die Single-Version von Strangelove als zu poppig für das Album und überarbeitete sie noch einmal. Der Song wurde in der Albumversion am 23. August 1988 noch einmal in den USA als Single veröffentlicht und war mit Chartplatz 50 erfolgreicher als die erste Veröffentlichung.

Die Single-Version von Behind the Wheel ist ein Remix von Shep Pettibone. Die zugehörige B-Seite ist Route 66, ein musikalisch mit Behind the Wheel teilweise identisches Cover des gleichnamigen Klassikers von Bobby Troup.

Little 15 wurde nicht – wie im Booklet der Kompilation The Singles 86>98 fälschlich angegeben – nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland veröffentlicht. Die Single enthält als B-Seiten zwei Klavierstücke, die beide von Alan Wilder gespielt wurden. Stjarna – häufig fälschlicherweise als St. Jarna bezeichnet – wurde von Martin Gore geschrieben. Stjärna (ˈɧæˌɳa) ist schwedisch und heißt Stern. Das zweite Stück ist Moonlight Sonata No. 14, die Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven. Wilder sagte auf seiner Website, dass er das Stück eigentlich nur zum Spaß spielte, Martin Gore aber heimlich den Recorder laufen ließ.

Setlist der Music for the Masses Tour 1987–1988[Bearbeiten]

  1. Pimpf (intro)
  2. Behind the Wheel
  3. Strangelove
  4. Sacred
  5. Something to Do
  6. Blasphemous Rumours
  7. Stripped
    • Pipeline – Standard bis März 1988
    • It Doesn’t Matter
    • Never Turn Your Back on Mother Earth – ab April 1988
    • Somebody – ab Mai 1988
    • The Things You Said
  8. Black Celebration
  9. Shake the Disease
  10. Nothing
  11. Pleasure, Little Treasure
  12. People Are People
    • Just can’t get Enough
    • Master and Servant
  13. A Question of Time
  14. Never Let Me Down Again
    • A Question of Lust
  15. Master and Servant
  16. Just Can’t Get Enough – zusätzlicher Song nur in Pasadena
  17. Everything Counts

Der Song Never Turn Your Back on Mother Earth ist ein Cover der Band Sparks und war auf dem später erschienenen ersten Solo-Album von Martin Gore mit dem Titel Counterfeit EP enthalten.

Wiederveröffentlichung[Bearbeiten]

Am 3. April 2006 wurde Music for the Masses als SACD und DVD wiederveröffentlicht. Die Neuauflage enthält neben den vierzehn Albumsongs der ursprünglichen CD-Version in Mehrkanalton sowie der Dokumentation Depeche Mode 1987-88: „Sometimes you do need some new jokes“ auch folgende Bonus-Tracks:

  • Agent Orange
  • Pleasure, Little Treasure
  • Route 66
  • Stjarna
  • Sonata No. 14 in C#m (Moonlight Sonata)

Dies und Das[Bearbeiten]

  • Das Atemgeräusch in I Want You Now stammt von einem Akkordeon, das ohne Note gespielt wurde.
  • Zu Beginn des Songs To Have and to Hold sagt ein Mann auf Russisch „В докладах рассматривается эволюция ядерных арсеналов и социально-психологические проблемы гонки вооружений(„In den Berichten werden die Entwicklung der nuklearen Arsenale und die sozialpsychologischen Probleme des Rüstungswettlaufs betrachtet“). Alan Wilder war sich der Bedeutung nicht bewusst, als er den Song produzierte.
  • Die ursprünglich von Martin Gore geschriebene Version von To Have and to Hold war der Band zu poppig, und Alan Wilder produzierte eine dunklere Version für das Album. Gore setzte aber durch, dass seine Version dennoch aufgenommen wurde. Der Spanish Taster kam schließlich als Bonustrack auf die CD-Version des Albums. Wilder schreibt dazu auf seiner Website: „Ich glaube nicht, dass es ein besseres Beispiel für die musikalischen Unterschiede zwischen Martin und mir gibt.“
  • Das Lied To Have and to Hold ist der erste und bis zum Erscheinen von Ultra 1997 der einzige Albumsong der Band, der niemals live gespielt wurde. (Anmerkung. Stories Of Old wurde auch nie Live gespielt)
  • Im Song Pimpf scheint ein Chor zu singen, tatsächlich sind es aber Synthesizer-Klänge. Pimpf war der niedrigste Dienstgrad innerhalb des Deutschen Jungvolkes, das wiederum Teil der Hitlerjugend war.
  • Agent Orange ist die militärische Bezeichnung eines dioxinhaltigen Herbizids, das die Amerikaner im Vietnamkrieg einsetzten.
  • Seit der Music for the Masses Tour war Never Let Me Down Again immer Bestandteil der Setliste.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e austriancharts.at: Depeche Mode in den österreichischen Charts
  2. a b c d e f hitparade.ch: Depeche Mode in den Schweizer Charts
  3. a b c d e f chartstats.com: Depeche Mode in den britischen Charts
  4. a b billboard.com: Depeche Mode in den US-amerikanischen Billboard 200 Album-Charts
  5. a b c d e musicline.de: Depeche Mode in den deutschen Single-Charts
  6. a b c d e billboard.com: Depeche Mode in den US-amerikanischen Billboard Hot 100 Single-Charts
  7. Bandmanager Jonathan Kessler sagt im Film 101: „Paid attendance was 60.453“ – siehe auch Depeche Mode – Stripped, Jonathan Miller, Seite 265 bei Google Books