Musica Poetica

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Mit dem Begriff Musica Poetica bezeichnete man in der Musiktheorie des 16. und 17. Jahrhunderts die Komposition.[1]

In Anlehnung an Aristoteles unterschied man zwischen Musica theoretica, Musica practica und Musica poetica. Das Wort poetica meinte dabei nicht die Dichtkunst, sondern die Poiesis, die Herstellung. Der Begriff erscheint zuerst in den Rudimenta Musicae Planae (Wittenberg, 1533) von Nikolaus Listenius, dann als Werktitel bei Heinrich Faber (1548), Joachim Burmeister (1606), Johann Andreas Herbst (1643) u. a.

Die Musica Poetica unterteilt sich wiederum in Sortisatio und Compositio. Während es für Sortisatio verschiedene Beispiele (Villanellen, Cantica Rustica, Bawrenlieder) gibt, wird Compositio nur als Contrapunkt aufgeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz von Loesch: Der Werkbegriff in der protestantischen Musiktheorie des 16. und 17. Jahrhunderts. Ein Mißverhältnis. Olms, Hildesheim 2001, ISBN 3-487-11446-1.
  • Markus Bandur: Musica poetica [2000, 12 Seiten], in: Handwörterbuch der musikalischen Terminologie, hg. von H. H. Eggebrecht [Loseblattausgabe], Franz Steiner, Wiesbaden, später Stuttgart, 1971–2006; CD-ROM, Stuttgart 2012
  • Heinrich Faber: Musica Poetica, Hof 1548.
  • Ludger Stühlmeyer: Die neue Konzeption evangelischer Kirchenmusik. Henricus Faber: Musica Practica und Musica Poetica. In: Curia sonans. Die Musikgeschichte der Stadt Hof. Phil.Diss., Bayerische Verlagsanstalt Bamberg 2010. ISBN 978-3-89889-155-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Eggebrecht: Terminologie der musikalischen Komposition. S. 26.