Musicology (Album)

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Musicology
Studioalbum von Prince
Veröffentlichung 20. April 2004
Aufnahme 2002–2004
Label Columbia Records / NPG Records
Format Compact Disc, Compact Cassette
Genre R&B, Funk, Soul, Popmusik, Rockmusik
Anzahl der Titel 12
Laufzeit 47:49

Besetzung

Alle Songs wurden von Prince produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Seine Bandmitglieder ergänzten die Aufnahmen folgendermaßen:

  • Candy DulferSaxophon in Life 'o' the Party, The Marrying Kind, If Eye Was the Man in Ur Life, On the Couch und zusätzlicher Gesang in Life 'o' the Party, Cinnamon Girl
  • Chance Howard – zusätzlicher Gesang in Life 'o' the Party, Call My Name, Cinnamon Girl
  • Stokley Williams – Backing Vocals in Call My Name
  • Kip Blackshire – Backing Vocals in Call My Name
  • Clare FischerArrangement des Streichorchesters in Call My Name
  • Rhonda Smith – E-Bass in Dear Mr. Man und zusätzlicher Gesang in Cinnamon Girl
  • John Blackwell – Schlagzeug in The Marrying Kind, If Eye Was the Man in Ur Life, On the Couch, Dear Mr. Man
  • Maceo Parker – Saxophon in The Marrying Kind, If Eye Was the Man in Ur Life, On the Couch
  • Greg Boyer – Posaune in The Marrying Kind, If Eye Was the Man in Ur Life, On the Couch
  • Ornella Bonaccorsi – italienisch gesprochene Worte in The Marrying Kind (credited als "una donna di passaggio")
  • Sheila E.Shaker in Dear Mr. Man
  • Renato Neto – Fender Rhodes in Dear Mr. Man
  • L. Stu Young – Toningenieur
  • Jess Sutcliffe – Toningenieur (uncredited)
  • Joseph Lepinski – Toningenieur-Assistent
  • Bernie Grundman – Mastering
  • Afshin Shahidi – Fotoaufnahmen
  • Armour Photography – Fotoaufnahmen
  • Sam Jennings, Jeremy Gavin – Covergestaltung
Produktion Prince
Studio Paisley Park Studio (Chanhassen)
Metalworks Studios (Mississauga)
The Hit Factory (New York City)
Chronologie
N.E.W.S
(2003)
Musicology 3121
(2006)
Singleauskopplungen
22. April 2004 Musicology
28. September 2004 Cinnamon Girl

Musicology (englisch für Musikwissenschaft) ist das 28. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 20. April 2004 bei dem Label Columbia Records / NPG Records. Registrierte Mitglieder von Prince’ damaliger Homepage NPG Music Club.com konnten das Album bereits am 29. März 2004 downloaden. Die Musik des Albums zählt zum Genre R&B, Funk, Soul, Pop und Rock. Als Gastmusiker wirken unter anderem Candy Dulfer, Clare Fischer, Maceo Parker und Sheila E. mit.

Prince arbeitete zum ersten Mal seit 1999 wieder mit einem Major-Label zusammen, was einige der Massenmedien als ein Comeback des Musikers betrachteten. Musikkritiker bewerteten Musicology überwiegend positiv und die Musicology-Tour avancierte mit 1,5 Millionen Besuchern und Einnahmen von 87 Millionen US-Dollar zur weltweit erfolgreichsten Tournee im Jahr 2004. Zudem wurden die Songs Musicology und Call My Name mit Grammy Awards ausgezeichnet.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Vertragsende mit Warner Bros. Records am 31. Dezember 1999 arbeitete Prince mehr als vier Jahre lang mit keinem Major-Label zusammen und vertrieb seine Tonträger ausschließlich im Internet über seine damalige Homepage NPG-Music-Club.com. Sein Bekanntheitsgrad sank über die Jahre und in den internationalen Hitparaden war er kaum noch vertreten.[1]

Die Songs A Million Days und If Eye Was the Man in Ur Life vom Album Musicology spielte Prince bereits Mitte der 1990er Jahre in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (US-Bundesstaat Minnesota) ein;[2] im 21. Jahrhundert überarbeitete er dann diese zwei Songs mit seiner Begleitband The New Power Generation. Weitere Albumaufnahmen fanden im Jahr 2002 in einem Tonstudio in Mississauga (Ontario) statt.[3] Über seine damalige Homepage NPG Music Club.com veröffentlichte Prince die Songs Reflection am 18. April 2003 und What Do U Want Me 2 Do? am 13. November 2003.[4][5] Mitte Januar 2004 überarbeitete er mit Maceo Parker, Candy Dulfer und Posaunist Greg Boyer weitere der zuvor aufgenommen Songs.[6]

Bevor Musicology im April 2004 veröffentlicht wurde, betrieb Prince in den USA aufwändige Musikpromotion für das Album; beispielsweise trat er in diversen Fernsehsendungen wie der Tonight Show von Jay Leno, der Ellen DeGeneres Show und der Today Show auf.[7] Bei seinem Auftritt in der Tavis-Smiley-Show spielte Prince zum ersten Mal seit 1986 wieder mit Wendy Melvoin zusammen.

„Ich werde jedes Mal gefragt, ob ich bei den Grammys spielen kann. Dieses Jahr machte ich es, weil ich ein Album veröffentlicht habe, das ich bewerben möchte sowie eine Tournee, wofür ich ebenfalls Werbung machen möchte“, sagte Prince zu The Canadian Press.[8] Am 8. Februar 2004 eröffnete er die Grammy Awards 2004 im Staples Center in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) und sang im Duett mit Beyoncé unter anderem seinen Hit Purple Rain.[6]

Am 15. März 2004 wurde Prince in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[7] Die Laudatio hielten André 3000 und Big Boi von OutKast sowie Alicia Keys, die unter anderem Folgendes über Prince sagte: „Es gibt viele Könige, aber es gibt nur einen Prince.“ („There are many kings, but there is only one Prince.“) Zum Abschluss der Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Veranstaltung spielte Prince, zusammen mit Tom Petty & the Heartbreakers, Steve Ferrone und Jeff Lynne, den Song While My Guitar Gently Weeps von George Harrison. Dabei übernahm Prince die Leadgitarre, die in der Studioversion Eric Clapton einspielte.[9] Durch die Auftritte bei den Grammy Awards und der Rock and Roll Hall of Fame waren die Massenmedien so stark wie seit Jahren nicht mehr an Prince interessiert.[10]

Marketingstrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevor Prince am 24. Februar 2004 einen Vertrag bei dem Major-Label Columbia Records unterzeichnete,[9] handelten seine Rechtsanwälte eine ausführliche Marketingstrategie für den Verkauf des Albums Musicology aus. Gemäß dem Vertrag bekam Prince keine Vorauszahlung von Columbia Records, durfte aber die Urheberrechte und die Masters aller Songs des Albums behalten. Außerdem sollte er für jedes verkaufte Musicology-Album sieben US-Dollar erhalten.[11] In den 1990er Jahren hatte er bei dem Major-Label Warner Bros. Records 666.667 Alben absetzen müssen, um eine Million US-Dollar zu verdienen. Bei Columbia Records reichten dagegen 142.857 verkaufte Exemplare aus, um den gleichen Betrag zu erhalten. An seinem meistverkauften Album Purple Rain aus dem Jahr 1984 verdiente Prince innerhalb von 20 Jahren 19,5 Millionen US-Dollar – an den 1,4 Millionen verkauften Alben von Musicology verdiente er 9,1 Millionen US-Dollar.[12] (Stand: 2004)

Jeder Konzertbesucher der Musicology-Tour erhielt neben dem Konzertticket auch das Album Musicology, das also im Ticketpreis inbegriffen war. Die Konzertpreise variierten zwischen 50 und 85 US-Dollar.[13] Das für die Erhebung der offiziellen Musikcharts in den USA zuständige Unternehmen Nielsen SoundScan zählte jedes Musicology-Album, das bei Konzerten ausgehändigt wurde, als verkauftes Album. Dadurch stieg das Album bis auf Platz drei in den US-Charts und erhielt Doppelplatin.

Konzertbesucher, die sich bereits vor der Musicology-Tour ein Album gekauft hatten, erhielten zwangsläufig ein weiteres Exemplar. Die US-Tageszeitung The Boston Globe kritisierte diese Vorgehensweise und fragte in einem Artikel: „Wollt ihr für seine [Prince’] Musik doppelt zahlen?“[13] Das Magazin Billboard schlug vor, Konzertbesucher sollten die Wahl haben, „entweder die CD mit dem Ticket zu erwerben oder aber ein verbilligtes Ticket ohne CD kaufen zu können.“[14] Mike Dreese, Gründer des US-Musikfachgeschäftes Newbury Comics, sprach von „dem unmöglichsten Versuch, die Charts-Position illegal aufzuwerten, der mir je untergekommen ist.“[14] Branchenkenner waren jedoch überwiegend der Meinung, dass Prince ein kreatives, erfolgversprechendes Konzept entwickelt habe.[14]

Von den Einnahmen, die Prince mit dem Album und der Tournee von Musicology erhielt, modernisierte er alle Studios in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (US-Bundesstaat Minnesota).[15]

Gestaltung des Covers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorderseite des Digipak zeigt ein Foto von Prince, auf dem lediglich seine linke Gesichtshälfte inklusive Haaransatz zu sehen ist. Prince hat seinen linken Arm angewinkelt und der Daumen berührt die Unterlippe, seine Pupillen schauen nach links. Das Foto ist auf der rechten Seite des aufklappbaren Digipak platziert. Auf der Rückseite ist die Tracklist des Albums abgedruckt. Die Farbgestaltung des Digipack und des CD-Begleithefts sind in Brauntönen gehalten. Im CD-Begleitheft sind die Liedtexte der einzelnen Songs von Musicology abgedruckt, zudem enthält es fünf Fotos von Prince und zwei seiner Begleitband The New Power Generation.[16] Die Alben, die bei der Musicology-Tour verteilt wurden, waren anstatt im Digipak in einer Papphülle ohne CD-Begleitheft verpackt.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album Musicology ist von den Musikrichtungen R&B, Funk, Soul, Popmusik und Rockmusik geprägt. Prince’ Stimme ist auf dem Album in verschiedenen Tonlagen zu hören, unter anderem in dem für ihn typischen Falsettgesang.

Der Titelsong Musicology ist dem Genre Funk zuzuordnen. Gegen Ende des Songs ist ein in Moll gehaltenes Synthesizer-Riff zu hören.[17] Die letzten 20 Sekunden sind Snippets aus den Prince-Songs If I Was your Girlfriend, 17 Days, Kiss, Sign o’ the Times und Little Red Corvette.[18] Der Liedtext ist eine Hommage an die Funk-Musiker Sly & the Family Stone, James Brown und Earth, Wind and Fire, die von Prince alle namentlich erwähnt werden.

Illusion, Coma, Pimp & Circumstance ist von Hip-Hop beeinflusst und besitzt als Element eine rhythmische Scratch-Gitarre, jedoch keine nennenswerte Melodie.[17] Der Liedtext handelt von einem Gigolo sowie einer älteren Dame.[19] Im Liedtext von A Million Days thematisiert Prince die Trennung zwischen ihm und einer Frau.[19]

Im Liedtext von Life 'o' the Party neckt Prince Michael Jackson mit den Zeilen: „My voice is getting higher / And eye ain’t never had my nose done.“ (englisch für „Meine Stimme ist höher / Und ich habe niemals meine Nase korrigieren lassen.“)[20] Die Ballade Call My Name enthält von Clare Fischer arrangierte Samples, die von einem Saiteninstrument-Orchester gespielt werden. Im Songtext nimmt Prince unter anderem Bezug auf sein damals in Kanada neu gekauftes Haus.[21]

Cinnamon Girl handelt vom Krieg, der Babylon überzieht. Zudem erzählt Prince die Geschichte eines Mädchens, das Muslima US-amerikanischer Herkunft ist; sie wächst mit zimtfarbener Haut auf. Das Mädchen weint und betet für die Opfer der Terroranschläge am 11. September 2001. Bei der mitfühlenden Trauer bleibt es aber nicht, weil das Mädchen erleben muss, wie sie und ihresgleichen zu Schuldigen und für den Terror von Islamisten verantwortlich gemacht werden.[22] Cinnamon Girl ist keine Coverversion des gleichnamigen Songs von Neil Young aus dem Jahr 1969.

What Do U Want Me 2 Do? ist ein von R&B und Jazz beeinflusster Song, den Prince mit einem Linn-LM-1-Computer aufnahm. Die Produktion ist spärlich, fokussiert auf Prince’ Schlagzeug- und Bass-Spiel. Im Liedtext wird Prince bei einem seiner Live-Auftritte von einer Frau gesehen, die ihn fortan begehrt. Sowohl Prince als auch die Frau sind jedoch bereits liiert und Prince mahnt, dass die Frau in bestimmten Ländern geköpft werden würde, wenn er ihren Annäherungsversuchen folgen sollte. „Schäm dich!“, schimpft er deshalb.[23] Der Song Dear Mr. Man ist dem Genre 1970er-Funk zuzuordnen.[17] Im Liedtext bittet Prince, auf Drogen zu verzichten und plädiert für ein Ende des Irakkriegs sowie für die Schonung der Umwelt.[24]

Reflection ist ein sanfter Song aus dem Genre Popmusik. Das Arrangement setzt sich aus einem schlichten Bass-Spiel, akustischen Gitarren und sanftem Schlagzeugspiel zusammen. Zudem ist ein zuweilen etwas kitschig klingendes Flötenspiel zu hören, das aus Synthesizern erzeugt wird. Der Liedtext handelt von Prince’ Vergangenheit, als er beispielsweise Poster an seinen Wänden hängen hatte und sich mit Freunden verglich, wer den rundesten Afro-Look besaß. Es scheint, als ob er frühere Zeiten herbeisehne und wieder auf einer Treppe sitzen wolle, Gitarre spielen möchte und beobachten, wie die Autos vorbeifahren. („to go and sit out on the stoop and play [his] guitar, just watch all, all the cars go by“).[23] Prince singt Reflection mit einer gefühlvollen zärtlicher Stimmlage.

Titelliste und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album Musicology ist auf Compact Cassette und als Download mit 12 Songs erschienen. Die Compact Disc enthält als 13. Track zusätzlich das Musikvideo der Singleauskopplung Musicology auf CD-ROM.

Titelliste
  1. Musicology – 4:24
  2. Illusion, Coma, Pimp & Circumstance – 4:45
  3. A Million Days – 3:50
  4. Life 'o' the Party – 4:29
  5. Call My Name – 5:15
  6. Cinnamon Girl – 3:56
  7. What Do U Want Me 2 Do? – 4:15
  8. The Marrying Kind – 2:49
  9. If Eye Was the Man in Ur Life – 3:10
  10. On the Couch – 3:33
  11. Dear Mr. Man – 4:14
  12. Reflection – 3:04
  13. Musicology (Musikvideo) – 4:58
Autor aller Songs ist Prince

Singleauskopplungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von dem Album wurden zwei Singles ausgekoppelt: Der Titelsong Musicology erschien am 22. April 2004, wurde aber nicht weltweit als Single veröffentlicht.[25] Als B-Seite dient der Song On the Couch, der identisch mit der Albumversion ist. Als zweite Single wurde am 28. September 2004 Cinnamon Girl ausgekoppelt, wobei sich die europäische Ausgabe von der nordamerikanischen unterscheidet; die Ausgaben besitzen unterschiedliche Cover und die nordamerikanische Edition enthält sowohl das Musikvideo als auch das dazugehörende Making-of von Cinnamon Girl. Die europäische Edition enthält eine Liveversion von Dear Mr. Man, die als Audio zu hören und auch als Musikvideo zu sehen ist. Aufgenommen wurde die Liveversion von Dear Mr. Man am 20. April 2004 in der Webster Hall in New York City. Zudem enthält die europäische Ausgabe den Song United States of Division.[26][27]

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prince produzierte mit Musicology, Call My Name, Cinnamon Girl und A Million Days vier Musikvideos, wobei A Million Days nicht veröffentlicht wurde.

Ab dem 10. Oktober 2003 drehte Prince in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) über zwei Tage ein Musikvideo für den Song Musicology. Im Musikvideo wird Prince im Alter von 10 Jahren von einem afroamerikanischen Jungen gespielt, dessen Vater von dem US-Komiker Steve Harvey dargestellt wird. Am zweiten Drehtag wurde Bildmaterial von einem Auftritt von Prince und seiner Begleitband The New Power Generation im Tower Theatre in Los Angeles aufgenommen. Regisseurin des Musikvideos war Sanaa Hamri (* 1974), die Choreografie stammt von Fatima Robinson und Aakomon Jones.[28][29]

Call My Name singt Prince mit The New Power Generation in einem Studio. Während des Auftritts sind mehrfach Filmszenen eines jungen Paares zu sehen, in denen die Frau von dem Mann einen Heiratsantrag bekommt und beide am Ende heiraten. Regisseurin war erneut Sanaa Hamri.[12][29]

Im Musikvideo von Cinnamon Girl wird die Geschichte einer Schülerin erzählt, die arabisch-amerikanische Wurzeln besitzt. Dargestellt wird die Schülerin von der damals 14-jährigen Schauspielerin Keisha Castle-Hughes. Nachdem das Mädchen in der Schule mit rassistischen Belästigungen konfrontiert wurde, drückt es kurz vor Ende des Videos einen roten Knopf und sprengt sich zusammen mit anderen Menschen auf dem New Yorker Flughafen in die Luft. Doch nach der Explosion läuft das Video rückwärts, sodass die Menschen am Leben bleiben und das Mädchen den roten Knopf nicht gedrückt hat. Das Musikvideo erscheint wie ein pastoser Traum – halb gefilmt, halb gezeichnet. Die US-Tageszeitung New York Post meinte, es sei das „geschmackloseste Musikvideo aller Zeiten.“[21] Verschiedene Fernsehstation in Großbritannien und in den USA verboten die Ausstrahlung von Cinnamon Girl.[30][22] Regisseur des Musikvideos war Phil Harder, der unter anderem mit Big Black und Sonic Youth zusammenarbeitete.[21]

Am 18. September 2004 begannen die Dreharbeiten über zwei Tage für das Musikvideo von A Million Days. Als Location diente das Figueroa Hotel in Los Angeles sowie ein Aufnahmestudio in der gleichen Stadt. Regisseurin war abermals Sanaa Hamri.[29][31] Über die Gründe, warum das Musikvideo nicht offiziell veröffentlicht wurde, hatte sich Prince niemals geäußert.

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinzelt nahmen Musiker Coverversionen von Songs des Albums Musicology auf;[32] Dear Mr. Man nahm Cornel West, zusammen mit Prince, im Jahr 2007 neu auf.[33] Außerdem wurde der Song von dem norwegischen Musiker Egil Olsen im Jahr 2008 gecovert. Ebenfalls im Jahr 2008 interpretierte der norwegische Musiker Dylan Mondegreen, zusammen mit der US-amerikanischen Band The Aluminum Group, eine eigene Version von Cinnamon Girl. Die US-amerikanische Sängerin Morgan James nahm im Jahr 2014 eine Version von Call My Name auf.[34]

Tournee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Setlist der Musicology Live 2004ever-Tour vom
27. März 2004 – 11. September 2004[35]
  1. Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Laudatio von Alicia Keys
  2. Musicology
  3. Let’s Go Crazy
  4. I Would Die 4 U
  5. When Doves Cry
  6. Baby, I’m a Star
  7. Shhh
  8. D.M.S.R.
  9. A Love Bizarre (als Instrumentalversion)
    (1985 von Sheila E. und Prince geschrieben)
  10. The Glamorous Life (als Instrumentalversion)
  11. Georgia on My Mind
    (1930 von Hoagy Carmichael geschrieben)
  12. Sometimes It Snows in April
  13. Little Red Corvette (Akustikgitarren-Version von Prince)
  14. Cream (Akustikgitarren-Version von Prince)
  15. Forever in My Life (Akustikgitarren-Version von Prince)
  16. 12:01 (Akustikgitarren-Version von Prince)
    (Bis heute (2017) unveröffentlicht)
  17. On the Couch (Akustikgitarren-Version von Prince)
  18. Adore (Akustikgitarren-Version von Prince)
  19. Sweet Thing (Akustikgitarren-Version von Prince)
    (1975 von Chaka Khan und Tony Maiden geschrieben)
  20. Raspberry Beret (Akustikgitarren-Version von Prince)
  21. 7
  22. Pop Life
  23. Sign o’ the Times
  24. The Question of U
  25. The One
  26. Let’s Work
  27. U Got the Look
  28. Life 'o' the Party
  29. Soul Man
    (1967 von Isaac Hayes und David Porter geschrieben)
  30. Kiss
  31. Take Me with U
  32. The Beautiful Ones
  33. Nothing Compares 2 U
  34. Purple Rain
Autor aller Songs ist Prince, sofern nicht anders angegeben

Die Tournee nannte Prince Musicology Live 2004ever und begann am 27. März 2004 in Reno (US-Bundesstaat Nevada). Dieses Auftaktkonzert wurde in den USA in 31 Kinos live übertragen. Im Eintrittspreis von 15 US-Dollar war auch das Album Musicology enthalten. Die Tournee endete am 11. September 2004 in San José (US-Bundesstaat Kalifornien), umfasste 89 Konzerte, davon 87 in den USA und zwei in Toronto (Kanada), wurde von insgesamt 1,5 Millionen Menschen besucht und spielte 87 Millionen US-Dollar ein.[36][37] Die Konzertlänge variierte zwischen 120 und 150 Minuten.

Die Kritiken zur Musicology-Tour fielen durchweg positiv aus; beispielsweise schrieb die kanadische Website JAM! Music, dass die Konzerte voller Momente seien, „wo einem der Mund offen stehen bleibt.“[14] Das Online-Magazin PopMatters zeigte sich ebenfalls begeistert und beschrieb Prince als „einen der Letzten einer aussterbenden Gattung: der generationsübergreifend attraktiven Popikone. Noch ist kein Nachfolger in Sicht, und daher sollten wir dankbar sein, dass ihm noch nicht der Saft ausgegangen ist.“[14] The Wall Street Journal schrieb einen Artikel über Prince’ erfolgreiche Tournee mit folgender Überschrift: „Baby, ich bin wieder ein Star – Wie einer, der weg vom Fenster war, sich innerhalb einiger Monate anschickte, das Podium wiederzugewinnen“.[38]

Prince’ Begleitband The New Power Generation bestand damals aus folgenden Mitgliedern:

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiken zum Album Musicology fielen überwiegend positiv aus. Die überwiegende Mehrheit der Musikkritiker war der Meinung, Musicology sei zugänglicher, melodiöser und in sich geschlossener als alles andere, was Prince seit mehr als zehn Jahren herausgebracht habe.[13]

Andreas Borcholte von Spiegel Online gab neun von zehn möglichen Punkten und schrieb: „Nur eine einzige Geschmacklosigkeit gibt es in dieser reichhaltigen Musikmahlzeit: A Million Days klingt ein bisschen zu sehr nach den richtungslosen Selbstbeweihräucherungen von Crystal Ball [(1998)]. Ansonsten: Niederknien und anbeten, den kleinen Prinzen, der eigentlich ein König ist.“[40]

Edna Gundersen von der USA Today zeigte sich begeistert und verteilte dreieinhalb von vier möglichen Sternen. „Musicology ist eine kraftvolle Erinnerung an seine unverminderten Fähigkeiten als Soul-Schnulzensänger, Rock-Gitarrist und Pop-Liedermacher.“[41]

Arezu Weitholz von der deutschen Tageszeitung FAZ bezeichnete das Album als „sehr gut“. Musicology enthalte Jams, „die an genau der richtigen Stelle aufhören, nie ausufern, Lieder wie Cinnamon Girl, die nach 1988 klingen, Balladen wie Call My Name oder A Million Days, die ebensogut auf Sign o’ the Times hätten erscheinen können. Doch es sind die Momente innerhalb der Lieder, die reichen Arrangements, die Prince’ Virtuosität ausmachen. Allein die Intermezzi von Life 'o' the Party wirken, als würde Missy Elliott kurz mal eine Nachhilfestunde beim Synkopieren bekommen.“ Zudem schrieb Weitholz: „Es wäre aber trotzdem verkehrt, angesichts der neuen Platte von einem Prince-Comeback zu sprechen. Wenn überhaupt, ist Musicology der Beginn einer Renaissance.“[42]

Stephen Thomas Erlewine von Allmusic vergab dreieinhalb von fünf möglichen Sternen und schrieb, Musicology sei „nicht die Wiederkunft von Purple Rain oder Sign o’ the Times oder auch Parade – mit anderen Worten, es ist kein Meisterwerk, eher ein selbstbewussteres und in sich geschlosseneres Album als Diamonds and Pearls ohne dessen Bindung zum Hip-Hop – aber es ist ein starkes Album, eines, das beim ersten Hören beeindruckt und jedesmal besser wird, wenn man es sich anhört. Kurz gesagt, es ist das Comeback, das es sein wollte.“[43]

Anthony DeCurtis von der US-Musikzeitschrift Rolling Stone gab vier von sechs möglichen Sternen und meinte: „Seit den frühen Neunzigern schien er [Prince] sich in seinen eigenen bizarren fixen Ideen zu verrennen – der schwammige, religiös geprägte Fusion-Jazz des 2001 erschienenen Albums The Rainbow Children und die ziellosen Instrumentalimprovisationen von N.E.W.S aus dem Jahr 2003 waren da nur die jüngsten Beispiele. Musicology hingegen ist nun ein so ansprechendes, auf den Punkt gebrachtes und absolut zufrieden stellendes Album, wie Prince es seit ewigen Zeiten nicht mehr aufgenommen hat.“[44]

The Guardian verteilte ebenfalls vier Sterne und schrieb: „Musicology legt nahe, dass Prince endlich aus der selbstmitleidigen Starre erwacht ist, die nun schon zehn Jahre währt.“[44]

Dominique Leone von der Pitchfork Media äußerte sich weniger positiv: „Ich kann nicht nachvollziehen, wie man ernsthaft von einem Comeback sprechen oder andeuten kann, dass er [Prince] hier zu seiner früheren Bestform zurückkehrt.“[13]

Der New Musical Express war ähnlicher Meinung und schrieb, es sei „leider Wunschdenken, wenn man sich einreden wollte, dass Musicology das erste wirklich gute Prince-Album seit seiner besten Zeit in den Achtzigern sei.“[45]

David Browne von Entertainment Weekly verhielt sich ebenfalls zurückhaltender und gab auf einer Skala von A+ bis F die Note B- und schrieb: „Die meisten Songs klingen altmodisch, obwohl sie neu sind. A Million Days und Call My Name sind vorzügliche Slow-Jam-Sahnehäubchen, aber im Grunde genommen sind es Variationen von Balladen, die Prince schon früher geschrieben hat. Ähnlich verhält es sich mit den Dance-Songs, dem Titelstück und Life 'o' the Party – lebhafte Songs, aber Routine.“ Dagegen hob Browne die Songs Cinnamon Girl, What Do U Want Me 2 Do? und Dear Mr. Man lobend hervor.[46]

Hannes Ross vom Wochenmagazin Stern titelte „Lahmes Comeback“ und schrieb: „Die zwölf neuen Songs sind zwar eine perfekte Melange aus Rock, Funk und Jazz, aber sie klingen nur wie eine halbherzige Versöhnung mit den Achtzigern, als Prince mit Purple Rain sein musikalisches Meisterwerk ablieferte. Der große Wurf ist ihm nicht gelungen. Trotzdem: Die Prince-Nostalgiker werden Musicology lieben, alle anderen werden sich mit einem Schulterzucken abwenden.“[47]

Per Nilsen, Autor von Prince-Büchern und Beobachter seiner musikalischen Karriere, sagte: „Sowohl The Rainbow Children [(2001)] als auch Musicology hatten damit zu tun, dass meine Begeisterung für seine Musik nachließ. The Rainbow Children erschien mir wirklich reizlos, und Musicology wurde dem Medienrummel, der darum gemacht wurde, auch nicht gerecht.“[10] Dennoch freute Nilsen sich, „dass es ihm [Prince] gelungen ist, seine Fangemeinde mit Musicology wieder zu vergrößern, und ich verfolge seine Karriere noch immer.“[48]

Prince hatte seine eigene Sicht und fragte: „Comeback? Ich ging nie irgendwohin!“[38]

Nach Prince’ Tod im April 2016 rezensierten die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland von der deutschen Musikzeitschrift Musikexpress das Album Musicology und gaben dreieinhalb von sechs möglichen Sternen. Sie schrieben unter anderem, Prince wirke „endlich wieder konzentriert und dem Erfolg gegenüber nicht abgeneigt. Einiges erinnert an seine Glanzphase in den 80ern, Cinnamon Girl klingt stark nach Little Red Corvette“. Zudem überzeuge der Song Dear Mr. Man.[49]

Charts und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[50][51]
DE AT CH UK US
2004 Musicology 4
(13 Wo.)
4
(12 Wo.)
2
(17 Wo.)
3
(7 Wo.)
3
(26 Wo.)

Musicology wurde weltweit mehr als 4 Millionen mal verkauft und international mehrfach mit Gold- und Platinstatus ausgezeichnet:

  • UK: 1x Gold für 100.000 verkaufte Exemplare am 14. Mai 2004[52]
  • CA: 1x Gold für 50.000 verkaufte Exemplare am 18. August 2004[53]
  • US: 2x Platin für 2.000.000 verkaufte Exemplare am 31. Januar 2005[30]
  • CH: 1x Gold für 20.000 verkaufte Exemplare im Jahr 2005[54]
Jahr Titel Chartpositionen[50][51]
DE AT CH UK US
2004 Musicology
nicht weltweit ausgekoppelt
n.v. 27
(7 Wo.)
120
(3 Wo.)
Call My Name n.v. n.v. n.v. n.v. 75
(18 Wo.)
Cinnamon Girl 89
(1 Wo.)
43
(2 Wo.)

Call My Name wurde im Juni 2004 ausschließlich in den USA und Kanada als Promo-Single veröffentlicht und gelangte durch Airplay in die US-Charts. Der Song erschien in einer Radio-Edit-Version, die 3:58 Minuten lang ist.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl das Album als auch die Musicology-Tour wurden unter anderem mit folgenden Auszeichnungen geehrt:

Grammy Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Beste Gesangsdarbietung – Traditioneller R&B (Best Traditional R&B Vocal Performance): Musicology (Song)[37]
  • 2005: Beste männliche Gesangsdarbietung – R&B (Best Male R&B Vocal Performance): Call My Name[37]

NAACP Image Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Herausragendes Album (Outstanding Album): Musicology[55]

Zudem wurde Prince von der National Association for the Advancement of Colored People (kurz: NAACP) mit dem Vanguard-Preis bedacht.[55]

Billboard Touring Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Bester Entwurf einer Bühne (Top Draw): Musicology-Tour[37]

PollStar Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Kreativste Bühnenproduktion (Most Creative Stage Production): Musicology-Tour
  • 2004: Bedeutendste Tour des Jahres (Major Tour of the Year): Musicology-Tour

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hahn (2016), S. 335.
  2. Thorne (2012), S. 344.
  3. Ro (2011), S. 320.
  4. Uptown (2004), S. 288.
  5. Uptown (2004), S. 292.
  6. a b Uptown (2004), S. 296.
  7. a b Uptown (2004), S. 297.
  8. Draper (2016), S. 164.
  9. a b Draper (2016), S. 166.
  10. a b Hahn (2016), S. 336.
  11. Ro (2011), S. 327.
  12. a b Ro (2011), S. 338.
  13. a b c d Hahn (2016), S. 338.
  14. a b c d e Hahn (2016), S. 339.
  15. Azhar (2016), S. 118
  16. Begleitheft der CD Musicology von Prince, NPG Records / Columbia Records, 2004
  17. a b c Hahn (2016), S. 341.
  18. Thorne (2012), S. 528.
  19. a b Thorne (2012), S. 391.
  20. Draper (2016), S. 167.
  21. a b c Thorne (2012), S. 392.
  22. a b Henrike Rossbach: Eminem, Prince und der Zwölfte September. In: FAZ.de. 2. November 2004, abgerufen am 12. April 2017.
  23. a b Uptown (2004), S. 447.
  24. Jonathan Fischer: Jehova hin, Prince her. In: Zeit.de. 19. Mai 2004, abgerufen am 12. April 2017.
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