Musik Ägyptens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Musik Ägyptens umfasst seit der islamischen Zeit verbreitete überregionale Traditionen der klassischen arabischen Musik und eine regionale Volksmusik, die teilweise auf altägyptische Musikformen zurückgeht. Die Beduinen auf der Sinai-Halbinsel und die Nubier in Oberägypten haben eine eigene traditionelle Musik. Neben der islamischen Musik stellt der Kirchengesang der Kopten eine weitere Gattung der religiösem Musik dar. Die heutige städtische Popmusik ist von ländlichen Traditionen und westlicher populärer Musik beeinflusst. Westliche klassische Musik wird seit dem 19. Jahrhundert in Großstädten wie Kairo und Alexandria aufgeführt.

Musik im antiken Ägypten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tonkunst zeigten die alten Ägypter ab etwa 3000 v. Chr. technische Fertigkeit in der großen Vielfältigkeit ihrer Musikinstrumente, den verschieden gestalteten Harfen, Lauten, Leiern, Flöten, Doppelklarinetten, Trommeln etc., die sich in zahlreichen Wandmalereien abgebildet finden; weitere Kenntnisse leiten sich aus Funden archäologischer Ausgrabungen ab.

Volksmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der nachptolemäischen und nachrömischen Zeit integrierte die Musik in Ägypten Einflüsse aus der byzantinischen, persischen und – vor allem – der arabischen Musik. Innerhalb Ägyptens beeinflussten vor allem die Traditionen der Beduinen, Saiyidis und Nubier die ägyptische Volksmusik.

Populäre Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die späten 1970er-Jahre waren Sängerinnen und Musiker wie Umm Kalthum, Abdel Halim Hafez, Mohammed Abdel Wahab und die aus Syrien eingewanderten Geschwister Asmahan und ihr Bruder Farid el Atrache Ägyptens größte Popstars. Sie zählen bis heute zu den bekanntesten Musikern des 20. Jahrhunderts in der arabischen Welt. Ab Mitte der 1980er-Jahre wurden sie jedoch durch neuere Musikformen wie Al-jil (dazu gehört der größte arabische Popstar Amr Diab) und Shaabi verdrängt, vor allem beim jüngeren Publikum.

In den späten 1960er-Jahren begann sich die moderne ägyptische Popmusik mit Sängern wie Aida al-Schah und Layla Nasmy zu entwickeln. In der gleichen Zeit gründete der Militärmusiker Salah Ragab die Cairo Jazz Band, die im Austausch mit Protagonisten der Jazzavantgarde wie Sun Ra stand.

Shaabi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Durchbruch für Shaabi-Musik erfolgte 1971 mit dem Erfolg von Ahmed Adaweyah. Adaweyah integrierte in seiner Musik Einflüsse aus Großbritannien und den USA sowie anderer arabischer Popstars.

Mahraganat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahraganat („Festival“) gilt als eine Weiterentwicklung der Shaabi-Musik. Mahraganat, beeinflusst von Hip-Hop, ist seit dem Arabischen Frühling vor allem in den armen Vororten Kairos populär. Wegen ihrer „vulgären Texte“ verweigert die zuständige ägyptische Gewerkschaft den Musikern die Aufnahme.[1][2]

Al-Jil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Jil-Musik entwickelte sich in den 1970er-Jahren. Es handelte sich dabei um eine tanzbare Popmusik, die typisch arabische Merkmale einschloss. Der Hauptvertreter dieser Musikrichtung ist Hamid el-Shaeri, der mit Lolaiki (1988) den ersten Al-Jil-Hit veröffentlichte.

Einige Vertreter der populären Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu einer Vielzahl der im Ausland tätigen ägyptischen Musiker, die ihre Kultur im europäischen Ausland bekanntmachen und verbreiten, gehören

Als populärste Musikgruppe Kairos gilt Wust el-Balad, die arabische Stilmittel und Rockmusik miteinander verknüpfen.

Zeitgenössische und klassische europäische Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zeitgenössische ägyptische E-Musik unterscheidet sich in zwei Gruppen:

  • Eine, die die Oktave in 24 Vierteltöne aufteilt, und
  • eine mit 17 Stufen (Lautenleiter).

Siehe auch: Liste ägyptischer Komponisten klassischer Musik

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frédéric Lagrange: Al-Tarab – Die Musik Ägyptens, mit einem Vorwort von Rabih Abou-Khalil, aus dem Französischen von Maximilien Vogel, Palmyra-Verlag, Heidelberg 2000.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ben Hubbard: Out of Egypt’s Chaos, Musical Rebellion. In: New York Times, 11. Mai 2013. Abgerufen am 13. April 2014. 
  2. Khalid El Kaoutit: Mahraganat: Cairo's Music Revolution (en) Deutsche Welle. 12. April 2014. Abgerufen am 13. April 2014.