Musikschule Friedrichshain

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Gebäude Zellestraße 12

Die Musikschule Friedrichshain ist eine Musikschule in Berlin-Friedrichshain. An ihr erhielten zahlreiche DDR-Musiker ihre Ausbildung; eine derartige Ausbildung war erforderlich, um den Berufsausweis zu erhalten und somit als Berufsmusiker – mit höheren Bezügen – auftreten zu dürfen. Nach der Wende blieb sie als Lehreinrichtung erhalten.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musikschule ist Teil der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg, deren Friedrichshainer Dependance sich weiterhin im Haus Zellestraße 12 befindet. Das Gebäude wurde 1913/1914 errichtet und beherbergte drei Schulen, von denen die Hilfsschule nach ihrer Schließung zur Musikschule umgewidmet wurde. Das Gebäude ist 2013 stark sanierungsbedürftig.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musikschule richtete 1959 auf Initiative des Musikpädagogen Kurt Peukert eine Klasse für Tanzmusik ein.[2] Diese Klasse und der spätere Fachbereich Rock und Pop wurden von zukünftigen Unterhaltungsmusikern besucht. Unterrichtet wurden die Genres Popmusik, Rockmusik, Jazz, Chanson und Schlager. Neben der Gesangsausbildung wurde Instrumentalunterricht erteilt. Die Ausbildung konnte ein Jahr, aber auch bis zu sechs Jahre dauern.

Nach der Wende wurde die Musikschule mit der Musikschule Kreuzberg zur Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg zusammengelegt. 2011 wurde in Anlehnung an die Tradition erneut ein Fachbereich Rock/Pop eingerichtet.[3][4]

Weitere DDR-Unterhaltungsmusiker wurden an den vier Musikhochschulen des Landes in Weimar, Dresden, Leipzig und Ost-Berlin ausgebildet und erhielten so ihren Berufsausweis.

Aus der Musikschule hervorgegangene namhafte Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekannten Absolventen zählen Toni Krahl und Fritz Puppel (City), Tamara Danz (Silly), Herbert Dreilich, Bernd Römer und Ed Swillms (unter anderem Karat), Dieter Birr, Dieter Hertrampf, Klaus Scharfschwerdt, Udo Jacob (Puhdys), André Herzberg (Pankow), Peter Gläser (Klaus Renft Combo), Dirk Michaelis (Karussell), Mario Peters (Klaus-Lenz-Modern-Soul-Big-Band) und Franz Bartzsch (unter anderem Lift und Veronika Fischer Band). Bekannte Jazzmusiker wurden Manfred Hering, Uschi Brüning und Ulrich Gumpert. Auch der spätere Entertainer Wolfgang Lippert und der Schlagersänger Gerd Christian erhielten ihre Berufsausweise an der Musikschule. In den 1960er und 1970er Jahren wurden 90 Prozent der DDR-Unterhaltungsmusiker dort ausgebildet.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gebäude und Geschichte der Musikschule (Memento vom 26. August 2012 im Internet Archive)
  2. Götz Hintze: Rocklexikon der DDR. 2. Auflage. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-303-9, S. 7
  3. Pressemitteilung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg am 25. November 2010, abgerufen am 3. August 2013
  4. a b Die Schule der Rockstars Berliner Kurier vom 30. März 2011, abgerufen am 3. August 2013

Koordinaten: 52° 31′ 6″ N, 13° 27′ 34″ O