Musoma

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Koordinaten: 1° 30′ S, 33° 48′ O

Karte: Tansania
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Musoma
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Tansania
Luftbild von Musoma

Musoma (Swahili für „Halbinsel“) ist die Hauptstadt der Mara-Region, Tansania. Die Stadt liegt unmittelbar am Mündungstrichter des Mara-Flusses in den Viktoriasee. Am äußersten Rand der Mündung bildet die Landschaft eine Halbinsel, welche der Stadt ihren Namen gab.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musoma weist ein starkes Bevölkerungswachstum auf, wie es für Städte in Entwicklungsländern typisch ist. Derzeit leben 134.327 Menschen in der Stadt (nach 2012 census). Die Bevölkerung ist multiethnisch und umfasst u. a. Luo und Kuria, die traditionell am Ostrand des Sees siedeln. Der Großteil der Bevölkerung setzt sich allerdings aus den ansässigen Kwaya zusammen.

Jahr Einwohnerzahl[1]
1978 (Zensus) 31.051
1988 (Zensus) 63.652
2002 (Zensus) 104.851
2012 (Zensus) 134.327

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung Musomas erfolgte im Jahr 1912 durch die damalige deutsche Kolonialregierung. Musoma sollte Schirati als Hafen und als Nebenstelle des Bezirksamts Muansa ablösen.[2] Im August 1913 wurde eine Zollstelle in Musoma eingerichtet für den Warenverkehr mit den englischen Kolonien Uganda und Britisch-Ostafrika am Viktoriasee.

1914 waren die Arbeiten für einen Hafen in Musoma eingeleitet, der den ungünstigen Hafen des nördlicher gelegenen Schirati ersetzen sollte. Damals zählte Musoma auch zu den Standorten der deutschen Schutztruppe. Der Erste Weltkrieg stoppte die weitere Entwicklung Musomas als Verwaltungssitz und Hafen in Deutsch-Ostafrika.[3] Aus dieser Zeit ist nahe dem Postamt ein altes Verwaltungsgebäude vorhanden, in dem heute die Polizei beherbergt ist (Achtung: Fotoverbot).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Ernährungs- und Wirtschaftsgrundlage der Bevölkerung von Musoma ist die Fischerei. So gibt es in der Stadt einige Fischfabriken, die im Besitz indischer und europäischer Geschäftsleute sind. Die Landwirtschaft dient ausschließlich der Subsistenz, d. h. zum Erhalt der eigenen Lebensgrundlage. Viele Einwohner verkaufen die Erträge ihrer Felder an kleinen Ständen am Straßenrand.

Für den örtlichen Hausbau bauen die Einwohner das Gestein der Granitfelsen am Ufer des Viktoriasees ab.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Seeufer beim Tembo Beach

Der Tourismus spielt – trotz der Nähe Musomas zum Serengeti-Nationalpark – keine große Rolle. Musoma ist lediglich Zwischenstation für Reisende zwischen Kenia und der tansanischen Stadt Mwanza. Nennenswerte Hotels sind das Afrilux, Tembo Beach, Peninsula sowie der Orange Tree.

Nicht weit von Musoma befindet sich der Geburtsort des ehemaligen Staatschefs Julius Nyerere, für den man ein Museum eingerichtet hat.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Läden rund um den Busbahnhof

Im Zentrum der Stadt befindet sich der Busbahnhof. Die Stadt ist über ein gut ausgebautes Busnetz mit dem Umland verbunden. Busse verkehren Richtung Süden nach Mwanza, in den Norden zur kenianischen Grenze, sowie in den Osten Richtung Arusha. Bei den Bussen Richtung Osten werden die Durchfahrtgebühren für den Nationalpark Serengeti und das Naturschutzgebiet Ngorongoro auf den Fahrpreis aufgeschlagen.

Musoma verfügt über einen Fährhafen sowie eine Landepiste für Flugzeuge. Fähr- und Flugbetrieb sind nahezu zum Erliegen gekommen. Vom Fischmarkt nahe Kawawa Street fahren "Taxiboats" zu den naheliegenden Ortschaften und Inseln.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Musoma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg Gabriel: Tansania, Sansibar, Kilimanjaro. ReiseKnowHow, Bielefeld 2000, ISBN 3-8317-1138-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tansania: Regionen und Städte - Einwohnerzahlen in Karten und Tabellen. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  2. Jacob E. Mabe (Hrsg.): Das kleine Afrika-Lexikon. Stuttgart 2002, ISBN 3-87294-885-7 (Peter Hammer Verlag), ISBN 3-476-01538-6 (Verlag J.B. Metzler), S. 184, Karte 31.
  3. Heinrich Schnee: Deutsch-Ostafrika im Weltkriege. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig 1920, Seite 100