Muswillensee

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Muswillensee
Der Muswillensee im Bissendorfer Moor, Juli 2009
Der Muswillensee im Bissendorfer Moor, Juli 2009
Geographische Lage Westlich von Bissendorf, Langenhagen, Niedersachsen
Größere Städte in der Nähe Hannover
Daten
Koordinaten 52° 30′ 2,8″ N, 9° 41′ 8,1″ OKoordinaten: 52° 30′ 2,8″ N, 9° 41′ 8,1″ O
Muswillensee (Niedersachsen)
Muswillensee
Fläche 0,3 haf5
Länge 79 mf6
Maximale Tiefe 3 mf10

Besonderheiten

Hochmoorsee

Der Muswillensee, auch Muswiller See genannt, ist ein im Naturschutzgebiet Bissendorfer Moor im Ortsteil Kaltenweide liegender Hochmoorsee. Er liegt westlich von Bissendorf unmittelbar südlich der Gemeindegrenze zur Wedemark

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See liegt im Süden des Moores mit seiner etwa 7 m mächtigen Torfschicht. Der See ist nur aus Richtung Langenhagen über die Kananoher Straße und den davon abzweigenden Waldweg erreichbar. Die Entfernung zum Flughafen Hannover-Langenhagen beträgt 4 km.

Der See bildete sich etwa im 1. Jahrtausend v. Chr. gemeinsam mit dem Bissendorfer Moor, das aus einem Sumpf mit Bruchwald entstand. Heute hat der See bei 3 m Tiefe eine Fläche von etwa 0,3 ha, früher war er etwa doppelt so groß.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum See gibt es eine Sage, die der Heimatdichter Hinrich Braasch 1954 in seinem Buch Hinnerk ut de Heid[1] beschrieben hat. Danach soll im Moor ein großes Schloss gestanden haben, in dem ein rücksichtsloser Räuber wohnte, der Bauern und reisende Kaufleute überfiel und beraubte. Schließlich hätten sich die Bewohner der Gegend zusammengeschlossen, den Räuber in seinem Schloss gefasst und ihm seine Beute wieder abgenommen – bis auf eine tief im Keller verborgene Kiste mit Goldstücken, die nicht gefunden werden konnte. Dem Richter vorgeführt, habe der Räuber aber bei Gott geschworen, dass ihm alle Beute abgenommen worden sei und dass er keine Schätze mehr verberge, und sein Schloss solle im Moor versinken, wenn er nicht die Wahrheit spreche. Dies sei dann geschehen, und als das Volk dies bemerkte, habe es den Räuber am Galgen aufgeknüpft, bevor der Richter einschreiten konnte. Der so entstandene finstere See sei unergründlich tief. Auch sei in den See einmal ein Taucher gestiegen, um die von einem großen schwarzen Hund bewachte Schatzkiste zu bergen. Er sei aber nicht wieder aufgetaucht, stattdessen sei Blut an die Oberfläche gequollen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst-August Nebig: Die Sage vom Muswillensee. In: Langenhagen macht Geschichten, Hannover 1984, S. 74/75
  • Ernst Andreas Friedrich: Naturdenkmale Niedersachsens. Hannover 1980, ISBN 3-7842-0227-6
  • Hermann Löns: Jagdgeschichten. Kapitel 55: Am Muswillensee[2]
  • Karl Henninger, Johann von Harten: Niedersachsens Sagenborn. August Lar, Hildesheim 1927.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Muswillensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinrich Braasch: Hinnerk ut de Heid: Book för besinnliche Minschen. August Lax, Hildesheim 1954 – Nachweis in der Deutschen Nationalbibliothek
  2. Jagdgeschichten. In: Projekt Gutenberg-DE.