Mutten GR

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GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Muttenf zu vermeiden.
Mutten
Wappen von Mutten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden GR
Region: Viamalaw
BFS-Nr.: 3503i1f3f4
Postleitzahl: 7431
Koordinaten: 757697 / 171935Koordinaten: 46° 40′ 48″ N, 9° 30′ 0″ O; CH1903: 757697 / 171935
Höhe: 1'395 m ü. M.
Fläche: 9,96 km²
Einwohner: 75 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Website: www.mutten.ch
Mutten

Mutten

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Mutten (im walserdeutschen Ortsdialekt Mutte [mutə],[2] in der romanischen Nachbarschaft rätoromanisch Mut) ist eine politische Gemeinde in der Region Viamala, im Schweizer Kanton Graubünden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt von Gold (Gelb) und Rot, belegt mit zwei Holzhäusern

Die beiden Häuser stehen für die Siedlungen Untermutten und Obermutten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mutten Dorf

Mutten liegt am Nordabhang des Muttnerhorns und östlich der Muttner Höhi zwischen dem Hinterrhein und der Albula.

Die Ortschaft weist nicht den für viele Walsersiedlungen typischen Streucharakter auf,[3] sondern besteht aus dem kompakten Dorf Untermutten (1450 m, im Ortsdialekt underem Woolt [ʊndərəm ʋoːlt][4]) und den nur im Sommer bewohnten Ortsteilen Stafel (1761 m, im Ortsdialekt Stoofel [ʃtoːfəl][4]) und Obermutten (1863 m, im Ortsdialekt zouberscht uuff [tsoːʊbərʃt uːfː][4]).

Vom gesamten Gemeindegebiet von 991 ha sind 600 ha von Wald und Gehölz bedeckt. Ferner sind 292 ha landwirtschaftlich nutzbar, wenn auch zum Grossteil nur als Maiensässen. Weitere 87 ha sind unproduktive Fläche (meist Gebirge) und 12 ha Siedlungsfläche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mutten ist eine Siedlung der deutschsprachigen Walser inmitten von bündnerromanischen Gemeinden. Es ist denkbar, dass die Siedlung im 14. Jahrhundert von den Freiherren von Vaz angelegt worden ist, um den schmalen Passstreifen zwischen deren Besitzungen im Schams und im Albulatal zu sichern. Der Ortsname selber war ursprünglich ein romanischer Flurname, der zu einem vorlateinischen Stamm *motta und *mŭtt(a) mit der Bedeutung «Erdhaufen» (woher romanisch muot, muotta bzw. italienisch motta «Hügel, Anhöhe, Bergkuppe») gehört. Dieser Flurname wurde im Spätmittelalter von den eingewanderten Walsern übernommen und auf die neue Siedlung übertragen.[5]

Durch die Gebietsreform im Kanton Graubünden wechselte die Gemeinde Mutten auf den 1. Januar 2016 vom aufgehobenen Kreis Alvaschein (Region Albula) in die neu gegründete Region Viamala. Es bestehen Pläne für eine Fusion mit der politischen Gemeinde Thusis.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Bevölkerung aus Walsern besteht, ist die Gemeinde im Gegensatz zum Umland seit jeher deutschsprachig. Dies belegt auch folgende Tabelle:

Sprachen in Mutten
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 81 97,59 % 80 98,77 % 79 98,75 %
Rätoromanisch 2 2,41 % 1 1,23 % 1 1,25 %
Einwohner 83 100 % 81 100 % 80 100 %

Religion und Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mutten trat 1582 zur Reformation über und ist die einzige reformierte Gemeinde im unteren Albulatal.

Von den Ende 2004 87 Bewohnern waren 86 Schweizer Staatsangehörige. 2005 stellte der erste Wirtschaftssektor 83% der Arbeitsplätze.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sieben Vereine der Gemeinde Mutten bereichern das kulturelle und sportliche Angebot. Es gibt einen Skiclub, den Schützen-, Walser-, Samariter- und Frauenverein, die IG Mutten sowie ein Pur-Natur-Produkte-Verein.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1869 eröffnete Strasse führte von Calabria in der Schinschlucht über 21 Wendekehren nach Mutten. Seit 1903 ermöglichte die Albulalinie der Rhätischen Bahn mit der in der Schinschlucht gelegenen Station Solis einen bescheidenen Tourismus. Seit 2006 führt eine neuerstellte 6,4 Kilometer lange einspurige Strasse vom neuen Abzweigpunkt an der Schinstrasse in Solis über Obersolis nach Mutten. Sie ersetzte die alte, unterhaltsaufwendige Naturstrasse, die noch aus der Zeit der Fuhrwerke stammte. Hauptbestandteil der neuen Verbindung ist ein 1312 Meter langer Tunnel, der das Muttnertobel gefahrenlos unterquert. Die Baukosten der neuen Zufahrt betrugen 35 Millionen Franken.[7] Die Strasse wird von der Postauto­linie 90.521 Thusis–Solis–Mutten–Obermutten benutzt.[8]

Alte und neue Muttnerstrasse. Die neue Muttnerstrasse (rot) zweigt bei der Soliser Brücke von der Schin­strasse ab und hat eine Steigung von 10%. Um Mutten zu erreichen, sind heute nur noch sechs anstelle der bisherigen 21 Wendekehren der alten Strasse (gelb) erforderlich.
Westportal des 1312 m lange Tunnels Mutt­ner Tobel, der in einem 180°-Bogen das rutsch­ge­fährdete Muttner Tobel unterquert.
Blick von Tunnel­kilo­meter 0,680 Richtung Nordportal (km 0). Der ein­spurige Tunnel ist mit Spritzbeton aus­gekleidet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obermutten mit Holzkirche

Unter Denkmalschutz stehen die reformierte Dorfkirche und die Holzkirche in Obermutten, beide sind Etappenorte des Walserwegs Graubünden. Unmittelbar daneben steht das älteste Haus des Dorfes, ein Walser Langhaus aus dem Jahr 1695. Es wurde zum Museum umgestaltet, in dem die Dauerausstellung «Weil noch das Lämpchen glüht» zu sehen ist.

Eine Aktion um die Bekanntheit des Dorfes zu steigern brachte die Ankündigung, alle Follower auf Facebook an eine Pinnwand sichtbar werden zu lassen; im International Museum Of Friendship sind über 40'000 Portraits zu finden.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürg Simonett: Mutten im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937.DNB 811066703.
  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich 2003. ISBN 3-7253-0741-5
  • Rudolf Hotzenköcherle: Die Mundart von Mutten. Laut- und Flexionslehre. Huber, Frauenfeld 1934 (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik XIX). – Hier nicht allein zum Sprachlichen, sondern einleitend auch zu Geschichte, Siedelungs- und Bauweise sowie Bevölkerung.
  • Erwin Wyss: «Diis Gsetz isch nit inschas Gsetz.» Lebensbilder aus dem Walserdorf Mutten. Desertina-Verlag, Chur 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mutten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V, Karte 1b.
  3. a b Gemeinde Mutten GR / Gesamtmelioration. Projekt-Nummer 1265. Schweizer Patenschaft für Berggemeinden, abgerufen am 23. August 2014 (PDF-Datei, 225 KB).
  4. a b c Rudolf Hotzenköcherle: Die Mundart von Mutten. Laut- und Flexionslehre. Huber, Frauenfeld 1934 (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik XIX), S. 9 und 123.
  5. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 635.
  6. Fusionsprojekt Mutten Thusis (Gemeindeversammlung in Mutten, 28. August 2015) auf mutten.ch, abgerufen am 23. Februar 2016
  7. Dank neuer Strasse neue Chancen für Mutten. Tiefbauamt Graubünden, Oktober 2006, abgerufen am 23. August 2014 (PDF-Datei (558 KB)).
  8. Jonas Schaufelberger: postautohalter.ch.vu. Die Webseite über die Schweizer Postauto-Unternehmer. Abgerufen am 23. August 2014.
  9. Koreanischer Besuch im Facebook-Dorf Obermutten, SRF, 1. September 2014