Mutterschaftskapital

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Das Mutterschaftskapital (russisch Материнский капитал) ist eine in der Russischen Föderation seit 2007 bestehende soziale Leistung des Staates, die das Ziel hat, die Geburtenrate im Land zu erhöhen.

Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einmalzahlung wird Familien für jedes zweite und nachfolgende Kind gewährt, das sie zur Welt bringen oder adoptieren. Das Mutterschaftskapital wird zunächst in Form eines staatlichen Zertifikats gewährt und steht nach Ablauf von drei Jahren nach der Geburt oder Adoption des Kindes zur Verfügung. Es kann von den Eltern für drei Zwecke eingesetzt werden: Bildung der Kinder, Verbesserung der Wohnsituation oder Anlage in die eigene Altersvorsorge. Die Höhe des Mutterschaftskapitals betrug initial ca. 250.000 Rubel (ca. 6250 Euro), im Jahr 2013 erreichte sie 408.960 Rubel (ca. 10.220 Euro).

Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geburtenzahlen in Russland haben sich seit der von Wladimir Putin initiierten und von der Ministerin für Gesundheit und Soziales Tatjana Golikowa betreuten Einführung des Mutterschaftskapitals von 1,48 Mio. (2006) auf 1,9 Mio. (2012) erhöht[1], was einer Steigerung von 28,3 % entspricht.

Als weitere Maßnahme zur Stimulierung der demografischen Entwicklung hat Wladimir Putin 2012 die Einführung einer speziellen Geburtenförderung in Regionen mit besonders niedrigen Geburtenraten angekündigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fabian Slonimczyk, Anna Yurko: Assessing the Impact of the Maternity Capital Policy in Russia Using a Dynamic Stochastic Model of Fertility and Employment, Paper des International College of Economics and Finance. Higher School of Economics, Moscow, September 2012 PDF 372 KB

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistische Daten von Rosstat, dem Russischen Föderalen Statistikdienst