Mychajlo Drahomanow

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Michajlo Dragomanow

Mychajlo Petrowytsch Drahomanow (ukrainisch Михайло Петрович Драгоманов, auch Michel Dragomanow; * 6. September 1841 in Hadjatsch; † 5. Juni 1895 in Sofia) war ein ukrainischer Historiker und politischer Denker.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mychajlo Drahomanow lehrte an der Universität Kiew. Da er sich an der Geheimorganisation Hromada, die ukrainische Belange vertrat, beteiligt hatte, wurde er 1875 zum Rücktritt von seinem Lehrstuhl gezwungen. Von 1876 bis 1889 lebte er in Genf, Rue Dancet 14 und gab die Imprimerie Ukrainienne heraus. 1888 wurde er Professor der Geschichte in Sofia.[2]

Er verfasste 69 Publikationen, davon 31 auf Ukrainisch, eine Sprache, die im Zarenreich mit dem Emser Erlass ab 1876 einem Druckverbot unterlag. Neben eigenen Abhandlungen und seiner Rundschau Hromada veröffentlichte er verbotene Werke der ukrainischen und russischen Literatur, unter anderem von Taras Schewtschenko und Alexander Herzen.[3]

Drahomanow gilt als Kosmopolit und Sozialist gemäßigt anarchistischer Richtung. Er wandte sich sowohl gegen den politischen Druck und Zentralismus der russischen Regierung als auch gegen den „Chauvinismus“ und „Machiavellismus“ der russischen Revolutionäre. Er erstrebte eine autonome Ukraine im Rahmen einer demokratischen russischen Föderation bzw. eines „freiwilligen Bundes“ nach Schweizer Vorbild.

Zwischen 1920 und 1932 trug die Universität Kiew und aktuell trägt die Nationale Pädagogische Universität M. P. Drahomanow seinen Namen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war Petro Drahomanow. Ein Onkel war der Dekrabrist und Dichter Jakow Akimowitsch Dragomanow (Яків Акимович Драгоманов / Jakiw Drahomanow, 1801–1840)[4]. Seine Schwester, die Schriftstellerin Olena Ptschilka war die Mutter von Lesja Ukrajinka. Er war der Schwiegervater des ukrainischen Malers und Literaturkritikers Iwan Trusch[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mychajlo Drahomanow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monika Bankowski-Züllig: Dragomanow, Michel; Mychajlo Drahomanov. In: Historisches Lexikon der Schweiz
  2. http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Dragománow
  3. Artikel zu Drahomanov, Mykhailo in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 5. Februar 2017 (englisch)
  4. . Kurzbiografie Jakow Akimowitsch Dragomanow im Dekabristenlexikon; abgerufen am 6. Februar 2017 (englisch)
  5. Artikel zu Trush, Ivan in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 5. Februar 2017 (englisch)