Mychajlo Kozjubynskyj

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Mychajlo Kozjubynskyj 1898
Kotsubinsky Sig.jpg
Kyrillisch (Ukrainisch)
Михайло Михайлович Коцюбинський
Transl.: Mychajlo Mychajlovyč Kocjubyns'kyj
Transkr.: Mychajlo Mychajlowytsch Kozjubynskyj
Kyrillisch (Russisch)
Михаил Михайлович Коцюбинский
Transl.: Michail Michajlovič Kocjubinskij
Transkr.: Michail Michailowitsch Kozjubinski
Gruppenbild bei Eröffnung eines Denkmals für Iwan Kotljarewskyj in Poltawa 1903. Von links nach rechts: Mychajlo Kozjubynskyj, Wassyl Stefanyk, Olena Ptschilka, Lesja Ukrajinka, Mychajlo Staryzkyj, Hnat Chotkewytsch, Wolodymyr Samijlenko

Mychajlo Mychajlowytsch Kozjubynskyj (* 5. Septemberjul./ 17. September 1864greg. in Winnyzja, Gouvernement Podolien, Russisches Kaiserreich; † 12. Apriljul./ 25. April 1913greg. in Tschernihiw, Gouvernement Tschernigow, Russisches Kaiserreich) war einer der bedeutendsten ukrainischen Schriftsteller des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mychajlo Kozjubynskyj wuchs in Winnyzja, Bar und anderen Orten Podoliens auf. Nach seinem Schulabschluss studierte er an der Priesterschule in Scharhorod und ab 1880 am Theologischen Seminar in Kamjanez-Podilskyj. Er musste die Schule jedoch 1882 auf Grund „populistischer Beteiligung“ verlassen und blieb für den Rest seines Lebens unter Polizeiaufsicht.[1] Er wurde zunächst als Lehrer tätig und pflegte Kontakte zur Narodniki.[2] Nachdem er 1898 nach Tschernihiw gezogen war, arbeitete er dort als Statistiker.[1] Galizien besuchte er erstmals im Jahre 1890 und lernte dort zahlreiche ukrainische Persönlichkeiten wie Iwan Franko und Wolodymyr Hnatjuk kennen. Seitdem unterhielt er Kontakt mit vielen galizischen Intellektuellen und Herausgebern, welche seine Erzählungen ab 1890 veröffentlichten. Zu Beginn des Jahres 1905 startete er eine Reise, die ihn nach Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz und Südfrankreich führte.[1]

Seine schriftstellerische Tätigkeit begann er mit realistischen Erzählungen. Später schrieb er, unter dem Einfluss von Anton Pawlowitsch Tschechow und Guy de Maupassant[2], sowie von Taras Schewtschenko, Marko Wowtschok, Fjodor Dostojewskij, Heinrich Heine, Émile Zola und Victor Hugo[1] psychologisch tiefgehende Erzählungen aus dem Leben der ukrainischen, moldauischen und krimtatarischen Bauern sowie der ukrainischen Intelligenz während der russischen Revolution der Jahre 1905/1906 wie beispielsweise den zwischen 1904 und 1910 entstandenen zweiteiligen Roman „Fata morgana“. Seine romantische Liebesnovelle „Tini sabutych predkiw“ (Тіні забутих предків, zu deutsch: „Schatten vergessener Ahnen“) von 1911 spielt in den Karpaten im Milieu der Huzulen.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tvory Kocjubynsʹkyj
  • Schatten vergessener Ahnen
  • Kocjubynsʹkyj
  • Aus dem Buch des Lebens
  • Novellen
  • Fata morgana
  • Das Namenstagsgeschenk

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der 1964 erschienene, preisgekrönte sowjetische Film Feuerpferde (Тіні забутих предків, zu deutsch Schatten vergessener Ahnen) basiert auf seinem Roman.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mychajlo Kozjubynskyj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag Kotsiubynsky, Mykhailo in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 2. Mai 2016 (ukrainisch)
  2. a b c Kurzbiographie Mychajlo Kozjubynskyj im Universal-Lexikon; abgerufen am 2. Mai 2016