Mysien

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Lage von Mysien

Mysien (griechisch Μυσία Mysía) ist der Name einer historischen Landschaft im Nordwesten des antiken Kleinasien. Mysien war nie, weder landschaftlich noch ökonomisch, administrativ noch politisch, eine Einheit.

Im Norden grenzt Mysien an den Hellespont und die Propontis; im Osten bilden der Fluss Rhyndakos und das Gebirgsmassiv des mysisch-bithynischen Olymps (Uludağ) die Grenze gegen Bithynien. Im Westen bildet der Aisepos die Grenze zur Troas hin, wobei diese Landschaft häufig noch zu Mysien gerechnet wird. Weiterhin bilden die Ägäis und der Golf von Adramyttion die West- und Südwestgrenze. Die Grenze im Süden und Südosten ist schwieriger zu definieren, Mysien grenzte hier an Phrygien, Lydien und die Aiolis.

Benannt ist sie nach dem thrakischen Volksstamm der Mysoi, die vermutlich schon im 12. Jahrhundert v. Chr. hierher kamen. Ihre Herkunft ist nicht ganz geklärt, sie dürften aber von der unteren Donau eingewandert sein, wohl aus dem Gebiet des späteren Mösien. Das Siedlungsgebiet der Mysoi in Kleinasien war für die Assyrer möglicherweise die Region der Muški, zu dem auch die Phryger gehörten. Beide Stämme waren schwer zu scheiden.[1]

Herodot spricht von einem Heerzug der Myser und Teukrer, die "bereits vor dem trojanischen Krieg" den Bosporus überschritten, ganz Thrakien sowie das nördliche Griechenland unterwarfen und bis zum Peneios gelangten[2].

Die griechischen Autoren unterschieden „Kleinmysien“, womit das Küstengebiet mit den wichtigsten Städten gemeint war und „Großmysien“, das vor allem das Binnenland umfasste.[3]

Karte von 1902

Die Gegend ist eine waldige Binnen- und Mittelgebirgslandschaft.

Die Hauptgebirge sind der Ida (Kaz Dağı) und der mysische Olympos (Uludağ) mit einer Höhe von 2542 m im Norden und der Tymnos (Demir Dağı) im Süden.

Die Hauptflüsse Mysiens, ehemals über weite Strecken schiffbar, sind Rhyndakos (Adırnaz Çayı), Makestos (Simav Çayı), Tarsios (Manyas Çayı), Aisepos (Gönen Çayı), der Granikos (Biga Çayı), in der Troas der Skamandros (Karamenderes Çayı) und der Kaïkos (Bakırçay). Die Landschaft weist eine Reihe ganz oder teilweise erhaltener Römerbrücken auf: die Aiseposbrücke, die Makestosbrücke, die Weiße Brücke über den Granikos und die Konstantinbrücke über den Rhyndakos.

Antike Städte in Mysien: Apollonia am Rhyndakos, Astyra, Kyzikos, Lampsakos, Myrina, Parion, Pergamon, Priapos

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersichtsdarstellungen

Untersuchungen

  • Elmar Schwertheim (Hrsg.): Mysische Studien (= Asia-Minor-Studien 1). Habelt, Bonn 1990, ISBN 3-7749-2485-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Strabon 12,4,4.
  2. Herodot, Historien 7,20.
  3. Ptolemaios 8,11,1.