NÖM

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NÖM AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1898 (Niederösterreichische Molkerei)
Sitz Baden, Österreich
Mitarbeiter 670(in Österreich)[1]
Umsatz 400 Millionen(2013)[2]
Branche Molkerei
Website http://www.noem.at/

Die NÖM AG ist ein österreichisches Milchverarbeitungsunternehmen mit Sitz in Baden in Niederösterreich.

Geschichte[Bearbeiten]

NÖM wurde 1898 von Franz von  Pirko als Niederösterreichische Molkerei reg. Genossenschaft mbH gegründet. Im Jahr 1900 entstand daraus am Höchstädtplatz in Wien ein milchverarbeitender Genossenschaftsbetrieb aus einer Vereinigung von vorerst dreizehn landwirtschaftlichen Genossenschaften. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und der Krise im ersten Weltkrieg entwickelte sich in den 20er Jahren (des 20.Jhdt) ein Unternehmen von Weltruf. Beim ersten großen Umbau von 1926 bis 1929 wurden die damals neusten Erkenntnisse der Fließbandarbeit eingebracht. Nach erheblichen Zerstörungen im Jahr 1945 wurde die bestehende Anlage wiederhergestellt.

In den Nachkriegsjahren kam es dann zu einer weiteren erheblichen Produktionssteigerung. Von 1958 bis 1966 kam es dann zum dritten großen Umbau des Produktionsstandortes am Höchstädtplatz. Dabei wurden unter Aufrechterhaltung der vollen Produktion abschnittsweise alte Gebäude und Anlagen abgerissen und neue errichtet. Es entstand ein moderner Produktionsbetrieb mit automatischer Milchverarbeitung und Abfüllanlagen, automatischer Leergutverarbeitung, automatischer Anlagenreinigung und zeitgemäßen Datenverarbeitungsmaschinen für die tagesaktuelle Bearbeitung der Bestellungen. [3]

Zu diesem Zeitpunkt produzierte die NÖM auch schon sehr innovative Produkte, wie z.B. NömMix.

Der Verarbeitungsbetrieb am Höchstädtplatz in Wien war bis zu seiner Schließung 30 Jahre später der größte Molkereistandort Österreichs. Das zehnstöckige Verwaltungshochhaus der NÖM am Höchstädtplatz war drei Jahrzehnte ein dominantes Gebäude im 20. Wiener Gemeindebezirk.

Im Vertrieb war man seit der Gründung bemüht ein über ganz Wien verteiltes Filialnetz aufzubauen. In den 60er Jahren hatte die NÖM ca. 140 eigene Filialstandorte in Wien, welche zu diesem Zeitpunkt aber bereits kleine Supermärkte mit weitem Sortiment waren. In den 70er und 80er Jahren wurden diese aber geschlossen da sie gegenüber den großflächigen Supermärkten nicht mehr konkurrenzfähig waren.

Der Expedit erfolgte eigenständig und großteils in der Nacht. Wurden Anfangs Pferdefuhrwerke eingesetzt, kamen nach 1945 vermehrt Lastkraftwagen zum Einsatz. Der Expedit mit Pferdefuhrwerken wurde in den frühen 70er Jahren endgültig eingestellt.

Von 1964 bis 1987 expandierte das Unternehmen weiter, indem es sich mit mehreren kleineren Molkereien vereinigte.

Wie im Folgenden dargestellt kam es im Zuge des EWR- und späteren EU-Beitrittes zu einer tiefgreifen Strukturänderung im österreichischen Molkereiwesen. Im Zuge dessen kam es auch nach fast 100 jährigem Betrieb zur Schließung des Standortes Höchstädtplatz und der ursprünglichen NÖM als Vereinigung bäuerlicher Milchgenossenschaften. Es wurde eine AG mit dem gleichen Namen gegründet. Die beiden folgenden Jahrzehnte der neuen NÖM waren geprägt von der Suche nach einer Struktur, mehrfachen versuchten und rückgängig gemachten Auslandexpansionen, und einer gescheiterten Hereinnahme ausländischer Partner (Parmalat).

1989 wurde die Schärdinger Milch AG durch den Schärdinger Molkereiverband gegründet, aus der dann nach dem Scheitern des AMF-Konzerns im Laufe der 90er-Jahre durch Fusion mit der Niederösterreichischen Molkerei GmbH die NÖM AG als Aktiengesellschaft wurde. Hauptaktionär ist die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien. Im gleichen Jahr erhielt das Unternehmen die Erlaubnis das Österreichische Staatswappen im Geschäftsverkehr zu verwenden.[4]

2002 beteiligte sich Parmalat für 30 Mio. Euro mit 25 % plus einer Aktie an der NÖM.[5]

2004 kaufte die Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien das Aktienpaket für 39 Mio. Euro zurück.[6]

2007 wurde die NÖM International AG gegründet. An ihr hält die NÖM 15 % und die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien 85 %.[7]

2007 gründete die NÖM International die TOV Regionprodukt in der Ukraine. Ein 13ha Grundstück nahe Kiew wurde angekauft. Das vorhandene Gebäude entkernt. Anschließend wurde aber von weiteren Investitionen abgesehen.[8][9] 2013 stand die Immobilie zum Verkauf.[10]

2008 übernahm die NÖM das Milchgeschäft der burgenländischen MONA-Gruppe und gewann damit 65 Millionen € Umsatz hinzu.[11] Durch die Übernahme kam die MONA Hungary Kft. zur NÖM.

2009 gründete die NÖM International die Nom Dairy UK Ltd. und baute eine komplett neue Molkerei in Großbritannien.[12]

2009 gründet die NÖM gemeinsam mit Bernhard Tschurtschenthaler die Defregger srl in Italien um den dortigen Export zu stärken.[13]

2011 übernimmt die NÖM alle Anteile an der Defregger srl und benennt sie in Latteria NÖM um.[14]

2013 wurde die Nom Dairy UK Ltd. samt dem Werk in Großbritannien an die Müller AG verkauft.[15]

Struktur[Bearbeiten]

Eigentümer[Bearbeiten]

80 % der NÖM gehören der Niederösterreichischen Milch Holding GmbH, diese steht wiederum im Eigentum der Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H.

20 % der NÖM gehören der MGN Milchgenossenschaft Niederösterreich reg. Gen.m.b.H..

Raiffeisen[Bearbeiten]

Beide Eigentümer (Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien und MGN Milchgenossenschaft Niederösterreich) sind Teil der Raiffeisen Revisionsverbandes Niederösterreich-Wien[16] und über ihn Teil des Österreichischen Raiffeisenverbandes.

Gemeinsam mit den anderen Raiffeisengenossenschaften, unter anderem der Nummer 1 (Berglandmilch, Raiffeisenverband Oberösterreich) und der Nummer 3 (Gmundner Molkerei, Raiffeisenverband Oberösterreich), hat der Österreichische Raiffeisenverband einen Marktanteil von 96 % bei Frischmilch in Österreich[17].

Produkte[Bearbeiten]

Fru Fru von NÖM

Das wohl in Österreich bekannteste Produkt von NÖM ist das Fru Fru, eine Sauermilch mit Fruchtzusatz, die wie ein Joghurt gegessen wird. Der Betrieb in Baden ist ein Hauptlieferant des deutschen Handels für Trinkjoghurt und Milchdrinks.

Das Unternehmen in Zahlen[Bearbeiten]

  • Umsatz 2013: 400 Mio. Euro
  • Exportquote: 50 %
  • Ergebnis: 12 Mio. Euro
  • Milchmenge: 300 Mio. kg
  • Beschäftigte: gut 600

Marken[Bearbeiten]

  • fru fru
  • NÖM MIX
  • NÖM fasten
  • NÖM l.free
  • NÖM Joghurt Dessert
  • mo'

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: NÖM – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NÖM AG auf Raiffeisen abgerufen am 30. Dezember 2013
  2. [1] in Raiffeisen-Holding NÖ-Wien
  3. Festschrift zur Fertigstellung des Umbaus 1966
  4. Verzeichnis der Staatswappenträger abgerufen am 3. Jänner 2013
  5. http://wirtschaftsblatt.at/archiv/unternehmen/856154/index
  6. http://wirtschaftsblatt.at/archiv/unternehmen/856154/index
  7. http://www.rhnoew.at/eBusiness/01_template1/1021234568466-347687825877055807_439782100384569380-535531605620552893-NA-37-NA.html abgerufen am 13. Januar 2014
  8. http://www.rhnoew.at/eBusiness/services/resources/media/1021234568466-438807703494677207_439779494681596902_439780670160459186-644738606811553141-1-37-NA.pdf
  9. http://www.rhnoew.at/eBusiness/services/resources/media/1021234568466-438807703494677207_439779494681596902-899391274564181228-1-37-NA.pdf
  10. http://www.wirtschaftspressedienst.at/sites/druckansicht.php?db=wpd_artikel&ausgnr=1251
  11. http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/370856/NOM-ubernimmt-burgenlaendische-Mona
  12. http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/wien/1102577/index
  13. http://www.noem.at/de/noem/organisation/ abgerufen am 13. Januar 2013
  14. http://www.noem.at/de/noem/organisation/ abgerufen am 13. Januar 2013
  15. http://wirtschaftsblatt.at/archiv/printimport/1448982/Nom-hat-britische-ProblemTochter-abgestossen
  16. http://www.rrv.at/genossenschaften.html abgerufen am 17. Januar 2014
  17. http://www.raiffeisenverband.at/gruppe.php?id=5 abgerufen am 8. Jänner 2014